Donnerstag, 2. Februar 2012

Flucht nach vorne oder Kurswechsel?

IM-Rückblicke - wie sieht es heute. 6 Jahre später, aus ?

Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) hat ihre traditionelle Bieler Tagung im  November 2006 diesem Thema gewidmet

Arm sind immer nur die andern: die Nachbarn, die Menschen in der Dritten Welt, die Leute in den Vorstädten Frankreichs und Deutschlands. Aber wir in der Schweiz? Über Geld spricht man hier nicht. Entweder man hat’s oder eben … ! Geldsorgen sind nach wie vor ein Tabu. So stehen viele «lieber» ausgegrenzt und verschuldet im Abseits, als das Gesicht zu verlieren und die eigene Bedürftigkeit zugeben zu müssen. Auch bei uns sind immer häufiger Kinder auf Sozialhilfe angewiesen, während Jugendliche mehr denn je Mühe bekunden, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Finanzielle Probleme sind dabei nur das eine, schwierige Ausbildungssituationen und gesundheitliche Probleme das andere. Zudem fehlt die soziale Einbindung.

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration der jungen Generationen ist für die Schweiz von enormer Bedeutung. Auch versteckte Kinder- und Jugendarmut kann mittel- und längerfristig verhee-rende soziale Folgen haben. Es ist deshalb an der Zeit, den Generationenvertrag zu Gunsten der Jungen zu überdenken; mit einer strategisch klaren Ausrichtung auf bestehende und künftige Herausfor-derungen der Sozial-, Wirtschafts- und Bildungspolitik. Vor allem wollen wir gemeinsam Lösungen skizzieren, damit Kinder und Jugendliche nicht für die Kosten einer Gesellschaft aufkommen müssen, in der Armut zum Alltag gehört. (Armut halbieren / Caritas)

Laut Statistiken beziehen immer mehr Menschen in der Schweiz Sozialhilfe. Von Armut sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. 2004 machten sie 45% aller Sozialhilfeempfänger aus. In grossen urbanen Zentren ist die Zahl der armen Kinder und Jugendlichen besonders hoch. In den Städten ist fast jeder zehnte junge Erwachsene (zwischen 18 und 25 Jahren)sozialhilfeabhängig. In Basel lebt sogar jedes siebte Kind in einer Familie, die Sozialhilfeleistungen bezieht.

Trotz dieser alarmierenden Zahlen wird in der Schweiz nicht offen über Armut gesprochen. Unsere Gesellschaft ist auf Konsum, Besitz und individuellem Erfolg aufgebaut: darin haben Arme nur am Rande einen Platz und werden als Verlierer abgestempelt. Deshalb wird Armut oft abgestritten oder totgeschwiegen. Um das Problem anzugehen, muss aber zunächst einmal anerkannt werden, dass Kinder- und Jugendarmut tatsächlich existiert und dass es sich nicht nur um ein konjunkturelles und rein wirtschaftliches Phänomen handelt. Es ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht individuell gelöst werden kann. Es braucht dringend strukturelle und zielgerichtete Lösungen.

Die einzelnen Referentinnen und Referenten haben anlässlich der Bieler Tagung darauf hingewiesen, wie äusserst komplex und mehrdimensional Armut und Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen sind. Aus den Expertenanalysen konnte die EKKJ konkrete Lösungsansätze ableiten

Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen: ein Tabu brechen

Die Armut ist in der Schweiz immer noch ein Tabu. Viele ziehen es vor, ausgegrenzt und verschuldet im Abseits zu leben, als das Gesicht zu verlieren und sich als arm outen zu müs-sen. Aber auch bei uns sind immer häufiger Kinder auf Sozialhilfe angewiesen, während Ju-gendliche mehr denn je Mühe bekunden, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration der jungen Generationen ist für die Schweiz von enormer Bedeutung.

IM: Heute, 5 Jahre später hat sich in diesem Bereich udn für die Jugendlichen nicht viel bis nichts verändert. Unsere Politk ist mit sich mehr beschäftigt und hat regelmässig ihren Gehalt am Konto. Sie nennen sich auch heute noch Volksvertreter, meinen aber sich selbst, als Teil des Volkes. Das macht die Banane nicht weniger krumm

Beobachter : Armut in der reichen Schweiz