Donnerstag, 12. Januar 2012

Weitere Selbstmorde bei Foxconn Gott sei Dank abgewendet


Aufstand im chinesischen Foxconn-Werk!

Apple lässt ja bei dem grössten, weltgrößten Produzenten von Elektronik- und Computerbauteilen einen grossen Teil seiner Geräte herstellen. Schon in der Vergangenheit wurde mehrfach darüber berichtet, dass sich bis jetzt schon rund 15 Leute selbst das Leben genommen haben, weil sie mit den Arbeitsbedingungen nicht mehr zu recht kamen. Mehr als 300 Mitarbeiter der Firma, die wichtige Teile für Microsoft, Nintendo, Apple und Dell herstellt, haben jetzt neuerlich mit einem Massenselbstmord im Werk Wuhan gedroht. Mit leeren Versprechungen wurden sie von den Dächern geholt, von wo aus sie sich in die Tiefe stürzen wollten. Entgegen den Zusagen der Geschäftsleitung gab es nachher kein Geld.

Die Foxconn-Mitarbeiter haben am 2. Januar, so berichtet 'Want China Times' unter Berufung auf die regierungskritische chinesische Webseite China Jasmine Revolution, vom Chef der Fabrik eine Gehaltserhöhung gefordert. Dies sei abgelehnt worden, den Mitarbeitern wurden daraufhin vor die Wahl gestellt: Sie könnten ihre Jobs kündigen und eine Abfindung bekommen oder ihre Stelle bei gleichen Gehalt behalten.

Die Auslagerung nach China hatte für viele Unternehmen damit begonnen, die Kapitalintensität zu reduzieren und Maschinen durch menschliche Arbeit zu ersetzen, weil die so billig war. Arbeitsintensive und billige Produktion ist aber notwendig innerhalb der gobalen Arbeitsteilung, weil sonst die Profitrate ins Bodenlose sinken würde. Sie dient außerdem dazu, ArbeiterInnen anderswo zu erpressen, damit sie angesichts der Konkurrenz für weniger Geld arbeiten – und sie trotzdem noch mit bezahlbaren Konsumgütern zu versorgen. (Leserkommentar)

Stellt sich in diesem Kontex nur die Frage, wie sich die Kunden hier in Europa, allen voran Apple, bei solchen Meldungen fühlen. Erinnerungen auf die Blutdiamanten Südafrikas kommen da auf. Oder umgekehrt, wer macht eigentlich bei Appleprodukten den grossen Schnitt. Die Medien bringen ja alle Tage brav Gratiswerbung für bestehende und künftige Produkte der Kalifornier. Es wird/wurde ein Hype geschaffen, der für einen Nichtapplefan unverständlich ist. Wie viel soziale Verantwortung darf von den Auftraggebern erwartet werden. Zählt nur mehr der Profit ?

Microsoft hat sich zur fairen Behandlung und Sicherheit der Arbeiter seiner Hersteller verpflichtet. Angeblich wird das auch kontrolliert. Nur was bringt dann die Menschen auf die Dächer. Oder ist man der Meinung, mit Auffangnetzen unter den Fenstern, das Problem gelöst zu haben. Ist das wirklich der Preis der Globalisierung für ein Zeitgeistgerät ? Umgekehrt stellt man sich die Frage, wie viel würden die ohnehin schon überteuerten Appleprodukte bei einer Produktion Vorort in Amerika kosten. Hätte man da bessere Arbeitsbedingungen, die man besser kontrollieren könnte. VW zB. könnte nur weit weniger Autos in Amerika verkaufen würde man nicht im Nahbereich der Käufer produzieren.

Steve Jobs war zu Lebzeiten ja nie der grosse Spender. Anders Bill Gates. So wäre es wohl an der Zeit, würde seine Erben eine Stiftung für die gesundheitlichen Probleme der Arbeiter bei Foxconn in China aus der Taufe heben. Vor Monaten sah ich einen Bericht aus diesen Werken. Durch den täglichen ungeschützten Umgang mit diversen Chemikalien erleben viel Ex-Arbeiter selten ihren 40zigsten Geburtstag. Werden sie schwer krank bleiben sie sich selbst überlassen. Wo bleiben da die sogenannten sozialen Netzwerke mit weltweiten Protesten der User und Benutzer von Applegeräten - wo der Protest? Oder pflegt man lieber seinen Freundeskreis oder die Anzahl der anonymen Folgenden.