Sonntag, 8. Januar 2012

Mir stinkt`s


Wie, was , wann wo, wer ? Derzeit meide ich jede Form von Nachrichtensendungen oder Printmedien. Warum werden sie fragen? Mir geht das ganze Theater der Medien schön langsam auf die berühmten fünf Buchtstaben. Ich möchte mir dabei keinesfalls anmassen, irgendjemanden von seiner Schuld freizusprechen oder an seiner Unschuld zu zweifeln. Weder den Präsidenten, den Bänker und oder irgendjemanden, den die Presse derzeit öffentlich demaskiert. Dabei wird in die Tiefe des Privatlebens eingedrungen, wo für mich schon längst Ende der Fahnenstange wäre.Aufklärung tut not. Aber bitte in einem angemessenen Rahmen.

Finden wir künftig noch Politiker oder Banker und sonstige Manager für Führungspositionen, wenn Zeitungen mehr und mehr beginnen, den Tarif durchzugeben. Wenn hinter den Kulissen politisch die Fäden gezogen werden und mit Dossiers und Kopien von Kopien angebliches Recht untermauert werden sollte oder Skandale geboren werden. Medien haben heute zuviel Macht. Sie können dich hoch schreiben oder Existenzen vernichten. Das mag ja alles sehr verwirrend sein. Wir kleinen Bürger haben da sowieso nicht den Durchblick. Und ehrlich gesagt, mein persönlicher Alltag wird dadurch nicht mehr erträglicher.

Was mich an diesen ganzen Kampagnen, Mobbing usw. aber meisten stört, welche Energie verwendet wird, gewisse Leute unglaubwürdig zu schreiben. Privateste Details werden an die Öffentlichkeit gezehrt. Umgekehrt quälen uns tagtäglich irgendwelche Keilerfirmen am Telefon oder in Einkaufszentren zum Abschluss eines Abos von einer Tages- oder Wochenzeitung. Zahlen, um das alles zu lesen. Nein danke. Diese Woche schon die 10 Internetumfrage, die sich jedes Mal in voller Breite auf den Bildschirm platziert. Ich habe schon ein Lebensalter erreicht, wo mir jegliche Illusionen fremd sind. Zu viele Versprechungen speziell vor Wahlen, über mich ergehen liess. Nein, es klappt nicht mehr mit einer toleranten, gleichgeschalteten Gesellschaft, Die Kapitalisten, Egoisten und politischen Lebenskünstler haben das Ruder übernommen. Partnersuche läuft heute übers Internet. Wir leben in einer "Was geht mich das an!"-Gesellschaft.

Egal ob behindert, invalid oder schwer krank. Für soziale Themen interessiert sich heute kein Medium mehr. Im Fernsehen werden uns in zig Serien alle möglichen Unterschichten der Gesellschaft im Alltagsleben gezeigt. In einem Alltag der real weit anders aussieht, sich aber so nicht verkaufen lässt. Da wird getrickst, werden Regieanweisungen gegeben, sowie es der Regisseur gerne sehen möchte. Weit entfernt von jeder Realität. Die Leute werden schlichtweg vorgeführt. (Sie wissen nicht was sie tun !)

Ich wünsche mir nur ein Viertel der Energie, des Platzes, damit die Zeitungen darüber schreiben was wirklich los ist im Lande. Über die Gesundheitsreform, die Armut und Working-Poors, über die 6.IV.Revision, die hohen Mieten, die fehlenden Arbeitsplätze, die 15.000 bisherigen IV-Rentner, welche man wieder in Arbeit stellen möchte. Wenn es laut dem "Ottos sen." geht, kein Problem. Er hat ja für alle Probleme eine Lösung. Allerdings kosten die mindestens 3 Millionen. Unsere restlichen Volksvertreter haben offenbar keine Lust oder keine tragfähigen Lösungen. Einige geraten selbst mit dem Gesetz in Konflikt.

Über jede aussterbende Lebensform im Tierreich auf dieser Welt wird berichtet. Wenn ein VIP die Unterhose wechselt. Wir kämpfen in unzähligen Kriegen um den Rohstoff Öl für unsere Schickimicki-Gesellschaft. Sind gegen alle Alternativenergien und verdammen die bestehenden Energiequellen. Dabei hat sich der Stromverbrauch in den Haushalten verdoppelt bis verdreifacht. Wie soll ich heute einen jungen Menschen erklären, was er in Zukunft erwartet oder erwarten darf. Jungen Schulabgängern die keinen Lehrplatz finden und die Welt nicht mehr verstehen. Immer weniger Kinder werden geboren. 2 oder mehr Kinder bedeuten heute Armut. Einschränkung der Lebensqualität.

Niemand will mehr am Wochenende arbeiten. In der Tourismusbranche sind heute schon mehr Saisonarbeiter als Einheimische tätig. Die fehlen aber auch, weil sie sich die Mieten Vorort in den Fremdenverkehrszentren nicht mehr leisten können. Also genug Themen worin man sich reinhängen könnte. Aber nein. Man geht den Weg des geringsten Widerstandes. Da wird in Einzelfällen ein Aufwand betrieben, als ob morgen die Welt unterginge. Das einzige was derzeit untergeht, ist der Glauben an eine schöne, erlebenswerte Zukunft. Ja und das Problem mit den Alten wird sich auch bald lösen, wenn wir die Rentenalter immer mehr raufsetzen und dafür eine hohe Jugendarbeitslosigkeit schaffen oder ab einem gewissen Alter gar nicht mehr medizinisch behandeln. Nein wirklich, verstehen kann ich das alles nicht mehr. Deshalb sage ich euch kurz und auf den Punkt gebracht: Mir stinkt`s.