Dienstag, 10. Januar 2012

Ab 1.12. 2012 tritt Fallkostenpauschale in Kraft


2011

Als Betroffener habe ich in diesem Blog schon längere Zeit über den künftigen, geplanten Systemwechsel im Gesundheitssystem geschrieben.  Bei dem Systemwechsel zur Fallpauschale im Spital könnten die Kosten explodieren, warnt nun auch santésuisse-Sprecher Felix Schneuwly in einer Sendung «10 vor 10». Er spricht von einem Prämienschub von 30 % in den nächsten drei Jahren.

Mit der Fallpauschale

übernehmen die Kantone ab 2012 mindestens 55 Prozent der Spitalkosten, die Krankenkassen höchstens 45 Prozent. Die Fallpauschalen decken den auf den kantonalen Spitallisten eingetragenen Spitälern sämtliche Behandlungskosten inklusive der Investitionen. Das Problem aus heutiger Sicht dabei , dass man auf beiden Seiten über zuwenig Zahlenmaterial verfügt, um heute schon durchzurechnen zu können, wie sich das kostenmässig auswirken wird/würde. Vor allem ob und wieviel die Einsparungen wirklich bringen.

Die Leidtragenden

sind auf jeden Fall die Patienten. Einerseits durch die höhere Prämienleistung und andererseits durch immer kürzere Verweildauer bei einem Spitalsaufenthalt (Stichwort: blutige Entlassung) Dazu haben wir schon im Herbst letzten Jahres drei Beiträge verfasst, die auf diese besondere Situation hinweisen. Zusätzlich fordert der Herzchirug Thierry Carell, die bestehenden Spitäler mit Herzchirugie auf 8 landesweit zu reduzieren. Schon heute schafft es mancher St.Galler auf Grund der Wartezeiten zu einer Bypassoperation nach Zürich nicht mehr. Nicht jeder ist ein Bundesrat. Neu kommt auch das Alter des Patienten zumTragen. Man hört von einer Altersgrenze um die 80, wo es zu Behandlungs-Einschränkungen kommen kann.

2012

- Spitalsärzte beurteilen Fallpauschale negativ ( SFDRS.ch)

Wenige «blutige Entlassungen»
63 Prozent gaben weiter an, dass ihr Spital über eine Fallpauschalen-Strategie verfüge - und bewerteten diese eher positiv. 9 Prozent der Spitalärztinnen und -ärzte dagegen konnten keine Strategie des Spitals ausmachen. Sie sahen den Umgang ihres Spitals mit Fallpauschalen denn auch eher kritisch.

So genannte «blutige Entlassungen» - wenn Patienten wegen derselben Erkrankung innerhalb von 30 Tagen erneut ins Spital kommen - gibt es gemäss der Umfrage selten und mit Fallpauschalen tendenziell eher seltener. Die Studie verfügt aber über keine Zahlen, wie viele der befragten Ärzte effektiv mit welchem System abrechnen.

- Der Spitexausbau wird jetzt dringend

Ist die raschere Spitalentlassung nicht vor allem eine grosse Herausforderung für die Spitex im ländlichen Raum?Ja, insbesondere für die Nacht-Spitex...gibt es erst an wenigen Orten wie in Zürich. Auf dem Land wird der Ausbau nun dringend,  zumal das System den 24-Stunden-Betrieb verlangt.


Die Schweizer Spitäler lehnen die Umsetzung des neuen Fallpauschalen-Systems ab – vor allem aus Gründen des Datenschutzes. Didier Burkhalter will offene Fragen nun per Verordnung regeln.