(XXL-Ausgabe) Schon am ersten Weihnachtstagen ist bei vielen Beschenkten der Freudepegel in den Keller gesunken. Als älterer Jahrgang konnte ich ja die Entwicklung der IT- und Fernsehwelt live miterleben. Billig muss nicht immer Ramsch sein. Umgekehrt ist teuer keine Option – egal welche Brandfirma dahintersteckt. Auf 20min.ch brachte man einen Fall mit einem TV-Gerät von Samsung. Auf den Punkt gebracht : Servicewüste Schweiz
Meine Beobachtungen im Nahbereich mussten diesen Artikel im Kern bestätigen. Von 4 gekauften Laptops und Ultrabooks waren 2 Geräte schon am ersten Tag wieder beim Händler gelandet um eingesandt zu werden. Bei einem Samsung Ultrabook waren die Brieftauben schneller beim Surfen, als die verbaute Wirlesskarte. Auch der Techniker wollte darauf ein Update runterladen und ist dabei sanft entschlafen. Beim Thosiba entlädt das Ladegerät anstatt am Netz zu hängen und Strom zu saugen. Beide Geräte wurden in der Presse hoch gelobt.
Sicher beziehen sich der Grossteil der Kommentare auf Samsung (Naja). Doch schlampig produzierte Geräte findet man bei allen Anbietern, umso mehr sich ja der Grossteil bei seinen intrigierten Bauteilen beim selben Hersteller bedienen. So wie zB. Apple bei Samsung. Umgekehrt frägt man sich natürlich, wie überzeugt müssen die Hersteller von ihren eigenen Produkten in Hinblick auf Qualität sein, wenn sie nur ein Jahr Garantie gewähren und sich eine Verlängerung derselben mit teurem Geld bezahlen lassen.
Vor dem Kauf informieren
Bei den meisten Märkten wird Beratung kleingeschrieben. In der Preiskalkulation werden dafür lediglich 4 Minuten vorgesehen. Ob der Fachhändler ums Eck wirklich servicefreundlicher ist, möchte ich nicht vergleichen. Und beim Onlineverkauf gibt es sowieso keine Beratung. Wo also informieren ? In Userforen, die keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen? Sicher spielen da einige Punkte einen Rolle die sie von Pressetests, Fachzeitschriften und Onlinebörsen unterscheiden. Private haben aber meistens einen Lieblingsbrand, denn auch schon die Eltern bevorzugten. Bei der Presse zweifelt man eher an der Unabhängigkeit und der Angst wichtige Werbekunden zu verlieren. Pannen können da und dort passieren. Geplante Produktionspannen
Die Produzenten stehen ja selbst im Verdacht, die Braut zum Test besonders auf zu hübschen. So soll Samsung bei der Markteinführung neuer Modelle noch hochwertige Bildschirme (Panels) verbauen, um positive Testberichte zu erhalten. Später dann versteht man unter Produktstrategie geplante Obsoleszenzen (Wikipedia) – des bewussten Einbaus von Schwachstellen. Fein verpackt unter Produktstrategie. Die Bänder müssen laufen und der Yen rollen. Nicht selten zum Nachteil der Arbeiter, die sich dann nicht in unerheblicher Anzahl das Leben nehmen, weil sie den Stress und Druck nicht mehr schaffen. (Apple/Foxconn). Diese Sollstellen (Obsoleszenzen) sind einen Zeitbombe. Manche geht halt manchmal zu früh los. Dann hat man ein Montagsgerät erworben, auch wenn man es am Mittwoche eingekauft hat.
Medion, vielfach als Billiganbieter assoziiert , gibt von Haus aus 3 Jahre Garantie. Interessanterweise scheinen dessen Produkte selten in den Foren auf. Dazu kommt noch beim übrigen Onlineversand der Faktor Transportweg dazu. Ich habe selbst erlebt wie ein Pöstler den Laptop hoch aufs Treppengeländer geschwungen hat und aufprallen liess, um besser an den EAN-Code zu gelangen. Gut, dass wir die Geräte nicht während des Transportes beobachten können. Transportversicherungen sind dann auch nicht recht hilfreich. Denn in diesem Fall ist der Pöstler schon am Stützpunkt, während sie beim Auspacken einen Makel feststellen. Es fehlt ein unabhängiger Zeuge. Bei HP-Laptops ist u.a. die Tastatur eine Schwachstelle. Da reicht schon beim Reinigen ein sanfter Druck mit einem weichen Tuch und einige Tasten lösen sich von der filigranen Befestigung und springen auf den Tisch.
Unnötige Beigaben – dafür jedoch keine Recovery CD`s (Standard)
Hier geht wieder einmal Medion mit gutem Beispiel voran. Recovery (WiederherstellungsCD`s) sind im Lieferumfang enthalten. Gratis. HP versendet bei Reklamationen dieselben dann nach, auch noch gratis. Ja und manche, wie Dell, lassen sie sich diese schon beim Kauf löhnen. Nachbestellen geht immer, aber meistens nur gegen Bezahlung. Bei älteren Modellen (ACER) kostet ein Satz schon mal FR 90.-. Oder man lässt sie bei der Fa. Fust in Oberbüren auf Rechnung welche brennen und bezahlt dann einen überrissenen Preis. Die COOP Gruppe (Interdiscount, Fust, Microspot Online, Eschenbacher, Coop ) ist ja was das Kassieren betrifft sehr aktiv. Anmeldung und Ersteinrichtung kostet schon locker mal FR 90.-. Fust hat ja noch andere Bonbons in seinem AGB`s. ( wie ebenfalls andere Firmen ebenso). Undurchsichtig der neue Onlineanbieter Mediamarkt . Da zahlt man schon 2x Nachnahmegebühr.
Geltende Detailbestimmungen am Beispiel FUST
*30 Tage Umtauschrecht: Sie haben sich für das gekaufte Produkt im Fust beraten lassen und sind mit dem Kauf nicht zufrieden. Damit haben Sie während 30 Tagen ein Umtauschrecht inner- halb derselben Produktekategorie und bei dem Verkäufer, der Sie beraten hat. Wir entschuldigen uns dafür und möchten alles unternehmen, um Sie mit einem anderen Produkt zufriedenzustellen.Was sich da so locker liest, zeigt allerdings in der Praxis ein ganz anderes kundenfeindliches Bild (Wolf im Schafspelz).
….. *Kein Umtauschrecht besteht auf Verbrauchsmaterialien, Filmen, Software, Handy/Smartphone, Videokameras, Beamer, Notebooks/Pcs, Tablet-PC, Handhelds, Organizers, Spielkonsolen, Occasionen, Extrabestellungen, Gewerbeapparaten, Einbauküchen, Bäder/Bad- möbeln usw.. Ja meinen lieben Leser, was bleibt da noch über zum Umtauschen. Fust Online schreibt ganz ungeniert : " Soviel Kulanz gab es noch nie !" Bei offensichtlichem oder vermutetem Missbrauch, z.B. bei mehrfachem Umtausch, steht es Fust frei, einen Umtausch abzulehnen. (*Textabrisse Fust AGB). Pech und Minderqualität wird an den Kunden delegiert.
Garantiefälle
Ich habe es ja eingangs schon erwähnt. Fehler können überall passieren. Nur finde ich es schade, wenn der Kunde von A nach B und zurück geschickt wird, um seine Ansprüche geltend zu machen. Händler verweist auf Erzeuger. Erzeuger, nein, dass ist Sache des Händlers. Das Spiel kann schon mal länger dauern. Was mich dabei empört, wenn jemand aus unserer Seniorengruppe sich übers Jahr einen Laptop vom Maul abspart und dann mit diesem unwürdigen, kundenunfreundlichen Verhalten konfrontiert wird und bis zu 4 Wochen auf das reparierte Gerät warten muss. Kulanz steht heute eher am Papier. Kommerz ist die Devise der Aktionäre. Das OR wird mit zig Zusätzen in den AGB`s ausser Kraft gesetzt. Offenbar gehen die Dummen nicht aus. Manche Firma hat schon so einen schlechten Ruf und findet trotzdem immer wieder Opfer für ihre Verkaufspraktiken. Dabei rede ich noch nicht einmal vom Onlinehandel. Hier sind einige Punkte im Vorfeld unbedingt zu beachten (sh. PC-Tipp). Ja, und damit es erwähnt sei. Es gibt auch viele Firmen, die sogenannte B-Ware günstiger verkaufen. Meistens Rückläufer, Leasinggeräte, Vorführgeräte. Diese werden bei den Computerfirmen auf Herz und Nieren geprüft und gelangen dann via Internet oder spez. Shops zum Verkauf. Mit 1 Jahr Neugeräte-Garantie (Apple, Acer usw.)
Abschliessend
kann ich nur hoffen, dass unsere Volksvertreter in Bern sich von ihren Lobbyisten lösen und endlich griffige Konsumuntengesetze schaffen. Damit wir auch morgen noch kraftvoll zubeissen können und uns das Wunschgerät ohne wenn und aber zu poasten. Auch wenn die Preise mehr und mehr in den Keller gehen. Vorher überlegen, für was brauche ich dies oder jenes Gerät. Lassen sie sich nicht von Aktionspreisen blenden. Er ist der Speck mit den man Mäusen lockt.
PS: Übrigens , das Kleingedrucke finden sie meistens auf der Rückseite der Rechnung. Wenn möglich in Papierfarbe (der besseren Lesbarkeit halber)
Zum Thema : Stolperfallen beim Laptopkauf ( Computerbild Online) Saftige Strafe für Apple (900.000 Euro f. undurchsichtige Garantiebestimmungen)
