Donnerstag, 13. Oktober 2011

Wahlkampf 2011 im Fokus 2.Teil

Natürlich wollen wir/ich uns nicht anmassen, irgendwelche Wahlempfehlungen abzugeben. Jeder Wähler ist ja mündig genug, sich aus dem breiten Angebot der zu Wählenden seinen Preferenzen rauszusuchen. Wenn auch bei allen die eingesetzten finanziellen Mittel nicht immer gleich sind. Manchen Parteien fehlt halt ihr gönnerhafter Unterstützer, was allerdings den Schluss nahelegt, Politik muss nicht immer etwas mit Volkswillen zu tun haben. Es wird einfach mit der grossen Kelle angerichtet.

Dazu kann man ja in den Medien alle möglichen Pros und Kontras nachlesen und nachschauen. Uns geht es mit diesem Artikel darum, für Menschen zu lobbieren, die weder Geld noch Politiker für ihre Interessen haben und so zum Spielball der Tagespolitik werden. Sie brauchen jedoch verantwortungsvolle Volksvertreter, die sie akzeptieren und sich nicht als Lobbyisten vor irgendwelche Karren spannen lassen. So haben sie nichts im NR zu suchen.

Politik und Rechtsprechung erarbeiten fern von der Praxis Entscheide, die sich in sehr vielen Einzelfällen (also bei konkreten Menschen aus Fleisch und Blut) existenziell vernichtend auswirken ( Psychoanalytikers Werner A. Disler/sh. unten *)

Gestörtes Rechtsempfinden

Die so «behandelten» Prämien- und Steuerzahler (Patienten) verlieren damit nicht nur ihren Glauben an den Sozial- und Rechtsstaat, weil sie sich in ihrem Rechtsempfinden schwer verletzt fühlen. Sie werden durch dieses Rechtsverständnis einer oligarchen Versicherungsrechtselite auch real als Sozialhilfeempfänger ausgegrenzt. Dabei sind es ja nicht nur Ausländer, sondern geborene Schweizer seit Generationen, wo schon die Grosseltern und deren Grosseltern sich für das Wohlergehen der Schweiz eingesetzt haben. Ihnen wurde gelehrt, zahle Prämien und wenn es schief geht bis du versichert.

Warum ich/wir das hier so schreiben. Weil diese Tatsachen so in keinem Wahlkampf zum Thema gemacht werden. Diejenigen welche krank sind, haben vieles davon schon leidvoll erfahren müssen. Die anderen kümmert es nicht, weil sie ja gesund sind, was sich jedoch allerdings schnell ändern kann.

Nehmen wir nur ein Beispiel zu einer Abstimmung im Nationalrat zur “Motion Verzicht auf unsinnige Sparmassnahmen gegen Behinderte und Betagte :

Bei der SVP stimmten 53 dagegen, 4 dafür. SP und Grüne geschlossen dafür. FDP 25 dagegen und 5 dafür. Bei der BDP vier dagegen und 1 dafür. CVP/EVP/GLP stimmten mehrheitlich dafür. Total 97:11 (Abriss aus Blog IV-InfoG )

Aus diesen Abstimmungsergebnissen kann man je nach politischer Warte für sich die entsprechenden Schlüsse ziehen. Sie zeigen ein Bild, wer hinter den Behinderten und IV-Bezügern dieses Landes steht und wer nicht. Dank der 4 SVP-Stimmen war zumindest vor dem Ständerat die Motion nach langem Kampf angenommen.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl

welche Partei sich nicht für die Bedürfnisse von IV-Bezieher und Behinderte eignet. Aus meiner Sicht aber auch einen Aufforderung an die zahlreichen Nichtwähler, sich einmal mit den zugesandten brieflichen Abstimmungsunterlagen zu befassen. Einfacher geht es wohl nicht mehr. Nehmen sie sich die paar Minuten und helfen die politische Zukunft aller Schweizer mitzubestimmen.

* Die Bloggerkollegin Mia hat zu den folgenden, bewilligten Leserbrief verwiesen und damit wertvolle Vorarbeit geleistet. Unter anderem auch den folgenden Leserbrief «Die Entmündigung der Medizin durch die Justiz» des Zürcher Psychoanalytikers Werner A. Disler. Er zeigt darin die ganze Problematik aus der Sicht des Psychotherapeuten ausführlich und mit juristischen Fachwissen gespickt auf. Diese disziplinübergreifende Sichtweise ist leider sehr selten und daher absolut lesenswert.

Teil 1