Donnerstag, 20. Oktober 2011

EL für Familien als Bekämpfung von Familienarmut

Modell SKOS

Ergänzungsleistungen für Familien (FamEL) als Instrument zur Bekämpfung von Familienarmut stehen seit mehr als zehn Jahren auf der familien- und sozialpolitischen Agenda. Neben dem Projektauf nationaler Ebene, haben zahlreiche Kantone eigene Initiativen lanciert. Die SKOS beteiligt sich seit geraumer Zeit an der Debatte um die FamEL sowohl auf Bundesebene als auch auf kantonaler Ebene. So hat sie verschiedene Kantone bei der Erarbeitung ihrer Modelle unterstützt und konnte dabei vielfältige Erfahrungen sammeln in Bezug auf die Ausgestaltung von FamEL.

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Ausgestaltung der FamEL zeigt, dass die Diskussion um die Einführung einer neuen Leistung sehr komplex ist und die diskutierten Modelle beträchtliche Unterschiede aufweisen sowohl hinsichtlich Zielsetzung als auch in der konkreten Ausgestaltung.
Der Wunsch nach Koordination und Information besteht von verschiedenen Seiten. Die SKOS hat deshalb beschlossen ein eigenes Modell zu erarbeiten mit dem Ziel, sich in der politischen Debatte besser positionieren zu können und ein Arbeitsinstrument für die konkrete Beratung der Kantone zur Verfügung zu haben.

Für die SKOS stehen bei der Einführung einer bedarfsabhängigen Leistung für Familien zwei Ziele im Vordergrund:

1. Besserstellung von Familien mit tiefen Einkommen, um die Familienarmut effektiv zu bekämpfen.
2. Entlastung der Sozialhilfe, da diese u.a. im Bereich der Working-Poor-Familien ein strukturelles
Armutsrisiko auffängt, wofür sie weder gedacht noch gerüstet ist.

Das SKOS-Modell versteht sich nicht als Idealmodell, sondern als Vorschlag für eine sozialpolitischzweckmässige und sinnvolle Lösung von FamEL. Für die SKOS als Fachverband der Sozialhilfe steht die sozialpolitische Wirkung der Ergänzungsleistungen für Familien im Vordergrund. Die SKOS ist sich aber im Klaren darüber, dass die Diskussion sehr komplex geführt wird und dabei auch andere Argumente (z.B. Finanzierung) eine Rolle spielen. Das SKOS-Modell ist entsprechend offen
ausgestaltet und kann somit an kantonale Gegebenheiten angepasst werden. Die SKOS hat sich für die Definition des SKOS-Modells an fünf Grundsatzfragen orientiert, die bei der Einführung von Ergänzungsleistungen für Familien von zentraler Bedeutung sind. Anhand dieser fünf grundlegenden Aspekte wird festgelegt, wer von der Leistung profitieren kann (Alter der Kinder, Voraussetzung von Erwerbstätigkeit) und wie die Leistung wirken soll (Höhe des Lebensbedarfs, Erwerbsanreize, anerkannte Ausgaben). mehr dazu hier als PDF