Montag, 29. August 2011

Wieder Online

So eine Zwangspause dank der Cabelcom von drei Wochen, hat neben all dem Ärger auch die eine oder andere positive Seite. Wobei man in der Zeit der Abstinenz schon an "Entzugserscheinungen leidet". Einer der Vorteile liegt jedoch sicher in dem stark reduzierten Infoangebot. Sicher es bleibt noch das TV. Aber so Internetseiten können auch durchaus ihren Bildungsauftrag erfüllen.

Man beginnt in der internetlosen Zeit die postive Entwicklung des gemeinen Surfers zu missen. Sei es via Googlesuche, die automatische Übersetzung welche die Gehirnzellen entlastet. Die älteren unter euch werden das ja sicher kennen. Bei Sprachen braucht es immer wieder die Pflege der Sprache. Wird einen Sprache nicht gesprochen, verliert man mit der Zeit immer mehr an Vokabeln. Einst hatte ich Französisch, Italienisch und Englisch gelernt. Heute sind die beiden erstgenannten komplett aus meinem Gedächtnis verschwunden. Ja und mit Englisch und seinem Verwandten dem sogenannten Neudeutsch ist man ja bei der Internetnutzung, und nicht nur dort, täglich konfrontiert.

Wobei ich mich an dieser Stelle frage, wie lange werden wir noch unsere schönen deutsche Sprache und Dialekte sprechen, bevor sie von dem englisch angehauchten Neudeutsch vollkommen übernommen wird. Leider einen negative Seite des Internets und des Alltagsumgangs. Ja die Jungen wachsen damit auf und verwenden sie im Alltag. Aber wir Alten sind zwar nicht dumm, doch fragen wir uns immer, was soll all das Zeugs und seine Benennung.

Ein weiterer Vorteil des WWW. Man kann sich die Menschen aussuchen, mit welchen man in Kontakt treten will. Man kann lesen, lernen und nachschlagen was und wann man möchte. Und all denjenigen welche vor der sozialen Vereinsamung warnen, sei ins Stammbuch geschrieben es ist Nerven schonender und gesünder es so zu tun. Von zu Hause arbeiten, so wie es jetzt einen grosse IT-Firma praktizert, wäre mein beruflicher Wunsch gewesen. Darum käme mir Facebook und all diese sogenannten sozialen Netzwerke nie auf meinen Computer. Nicht das ich keinen Freunde hätte oder nicht gerne mal ein persönliches Gespräch führe. Es obliegt mir und meiner Entscheidung wann das passiert. Wobei nebenbei bemerkt die wahren Freunde diejenigen sind, welche man nach Jahren anrufen kann und die ohne allzu grosses Theater zuhören, beraten und beistehen. Diese Freunde kenne ich persönlich und habe sie auch schon visuell kontaktiert. Und die "anderen" Freunde" konnte ich auch in Laufe meines Lebens kennen lernen. Sie waren nie da wenn man sie brauchte. Gerade dann verwiesen sie auf wichtige, unaufschiebare Termine.

Die Grundbedürfnisse jedes Einzelnen sind verschieden. Gott sei Dank. Leider klappt es bei vielen auch innerhalb der Familie nicht mehr so. Lasst auch sagen, am Anfang macht es weh. Mit der Zeit vermisst man nichts. Ich finde es als eine der grössten Gaben, wenn man alleine oder mit einem geliebten Partner seinen Lebensweg beschreiten kann ohne grosses TamTam. Besuchen sie einmal ein Altersheim. Da finden sie noch viele ältere Herrschaften, die bis heute nicht verstehen können warum sich ihre Kinder so wenig um sie kümmern. Das ist der Lauf der Zeit. Immer mehr müssen wir. Dabei bleibt das zwischenmenschliche auf der Strecke. Furchtbar für Herdentiere unter uns.

Eine mögliche Alternative ist dann eben das Internet, welches eine breite Palette an Unterhaltung, Informationen, Geschichte und Kultur auf kleinsten Raum anbietet. Man muss dabei nicht süchtig sein. Sondern man nutzt nur die Möglichkeiten, wenn die lieben Provider es wollen. Diese versprechen einem alles und halten wenig. Dabei wird noch kräftig zugelangt. Ich war dabei, als die Generation 60+ begann das Internet zu erobern. Es freut mich, wenn ich heute sehe wie unkompliziert und mit welcher Freude die Seniorinnen heute via E-Mailgruppen miteinander verkehren. Sie lassen mit ihren Photos und Geschichten auch all jene teilhaben die nicht mehr so mobil sind. Der Rest unserer realen Gesellschaft hat es scheinbar verlernt offen miteinander umzugehen. Darum war der Vorteil meiner Zwangsunterbrechung, dass ich weniger mit den Allüren der Topmanager, der Bänkler, Politiker und Möchtegernkünstlern aller Couleur zu lesen hatte. Den Rest besorgte das für mich zu heisse Wetter und die Temperaturschwankungen. Aber das ist wieder einen andere Geschichte.

Jedenfalls ist der Blog wieder online. Wegen der lfd. Beiträge sh. Time Out (oben links)