Dienstag, 14. Juni 2011

Providerwechsel mit Hindernissen

Nach mehr als 40 Jahren haben wir dieser Tage den Provider aus Budgetgründen gewechselt. Wobei sich die 40 Jahre auf den Telefonanschluss beziehen. Irgendwie erkennt man zwar, dass es mit dem Partner nicht mehr so klappt. Aber als Schweizer ist man konservativ und schiebt den Tag eines Wechsels hinaus. Ein altes Sprichwort besagt ja, es kommt nichts Besseres nach. Wenn man ehrlich ist, dann liest man da und dort schon einige Gschichterln die einem zum Denken geben.

Hauptauslöser den Weg endlich zu wagen ist mehr oder weniger aus der derzeitigen Alltags- und Lebenssituation entstanden. Es macht doch keinen Sinn, bei FR 25.- Grundgebühr und FR 5.- - 10.- (ohne Internet) Verbindungsgebühren einen Vertrag aufrecht zu halten. Umgekehrt in 40 Jahren kommt da ein schönes Sümmchen zusammen. Alleine für die Telefonbuchse. Vereinzelt gibt es ja noch Leute die einen monatliche Telfonmietgebühr für ein längst technisch überholten Telefonapparat zahlen. Für die Swisscom ein Selbstläufer der rendiert.

Also war eines der möglichen Szenarien weg von dieser verdammten Dose. Alternativen gibt’s ja leider nur bei der Cabelcom. Wir hatten ja schon ein kleines Zwischenspiel mit dem Internet. Damals vor Jahren hatten sie aber Schwierigkeiten die angebotenen Leistungen konstant zu erfüllen. Aber wie im wahren Leben – gib ihnen eine zweite Chance. Letzendlich kristallisierte sich einen Kompletlösung mit Telefon, Internet und Digital-TV, was errechnete FR 400.- Einsparung im Jahr ergeben würde. Noch dazu noch digitales TV mit Recorder. Im Moment sind wir in der Kennenlernphase. 3 Monate mit jederzeitigem Rückgaberecht. Also mit kleiner Hintertür. Allerdings zeigt mit mein WLAN-Radar dass noch mehrere Nachbarn im Quartier offenbar denselben Gedanken hatten.

Zuerst erhielt ich das Modem, den Media-Receiver und wenig später die alte Telefonnummer auf dem neuen Platz. Technisch war ja die Umstellung nicht so das grosse Problem (klopf, klopf..) Die Schwierigkeiten lauern im Kleingedruckten und im Kundenprogramm der Swisscom. Nummernübernahmen sind ja ein Problem für sich selbst. Mir wäre das soweit auch egal gewesen. Aber eben. Als Herzrisikopatient ist diese Nummer in vielen Dateien und Krankengeschichten gespeichert. Bei der Notrufnummer kennt man sie schon. Ja und manche verwenden so einen Telefonnummer schnell mal als Ordnungsnummer.

Dieser Wunsch löste offenbar bei der Swisscom einen Computerfehler aus, der so nicht passieren dürfte. Die Nummern werden ja unter den Anbietern weitergegeben. Als Kunde habe ich den Ablauf wenig Einsicht bzw. Eingriffmöglichkeiten. Nur löste dieser Vorgang im Kundencomputer ein weit späteres Kündigungsdatum aus, als mir schon vorab bestätigt wurde. Daraufhin erhielt ich eine Abrechnung die mich fast vom Stuhl fegte. Der Verdacht auf Strafgebühr keimte in mir. So kann man sich doch nicht trennen. Das wäre kein sauberer Schnitt und hat meinen Widerstand ausgelöst. Zuerst an die Rechnungstelle und den Kundendienst. Als verreisenden Stammkunde nahmen die mich nicht sehr ernst. Meiner Androhung den Ombudsmann einzuschalten beschleunigte auch nicht viel.

Schwung in die Angelegenheit brachte erst CEO Schlotter ( den ich an dieser Stelle nochmals herzlich für seine rasche Antwort und Revisionsauftrag an den Kundendienst bedanken möchte ). Das hat mich wieder etwas milder gestimmt. 35 Minuten Antwortzeit Hr. Schlotter – traumhaft. Der von ihm beauftragte Kundendienst rief mich in der Folge dann mehrmals an. Leider mit einer ähnlichen Nummer wie so einen Keilerfirma (0589……) Ja und beim Aufscheinen solcher Nummern am Display, ist der Hörer für mich wie einen heisse Kartoffel, die man besser nicht abhebt. Jetzt haben wir es geschafft uns telefonisch zu treffen und konnten eine zufriedenstellende Lösung finden. Warum funktioniert so etwas nicht im normalen Alltag. Warum braucht es immer Druck von oben. Insgesamt hatten wir mit der Swisscom nicht die grossen Problem als bei anderen Providern auch.

Nur die Gebühren sind einfach zu hoch. Vor allem die Grundgebühr für die Telefonbuchse ist meines Erachtens schon lange überholt und zeitgemäss. Hier gäbe es sicher andere Verrechnungsmodelle nach Verbrauch. Je mehr wer telefoniert, je mehr bezahlt er aliquot an den Anschluss. Brächte auch für sozial schwache eine grosse Entlastung. Wäre wie bei der KFZ-Steuer.

Abschliessend bedauere ich nur, dass der Thomson-Router von UPC einen etwas schwachen WLAN-Ausgang hat (trotz zweier Antennen und Firmenupdate). Hätte gerne meinen eigenen Router verwendet. Der sendet wie ein Grosser, darf aber nicht ran. So ergeht es aber laut Forum auch vielen anderen Usern. Alles kann eben nicht perfekt funktionieren. Computer helfen ja nicht Fehler zu beheben, sondern eher bei deren Vermehrung. Jetzt werden wir ja sehen, ob dieser Komplettwechsel künftig wirklich sparen hilft oder ob wir nur mit dem Bettler dessen Stock vertauscht haben. Meinen Nerven hätten es sich verdient.
Das vereint nämlich alle Provider der Schweiz. Der lässige und schlechte Umgang mit dem Kunden. Nachzulesen in zhalreichen Foren. Sei es bei der Administration oder bei Support. Damit könnte man ganze Abendsendungen im TV produzieren. Trotz gewählter "1 – hochdeutsch". Deshalb empfehle ich allen künftigen Wechslern – schaut den Leuten während der ganzen Umstiegsphase genau auf die Finger. Schuld sind dann meistens die Computer. Am guten Kundenkontakt sollte man am wenigsten sparen. Vor allem in Zeiten wie diesen. Dienstleistung heisst eben auch "Dienst leisten".
Und trainiert den Supporten ihre Überheblichkeit ab. Das kommt nicht gut.

Derzeit haben wir einen aktuellen Fall bei dem wir versuchen zu helfen mit der Sunrise. 5 Tage schon ohne Internet.Pfingsten ist denen scheinbar offenbar wichtiger als der Kunde. Naja.