Dienstags hatte der Blick wieder Gott sei Dank einen weiteren Bericht aus seiner ausgewogenen IV-Berichterstattung veröffentlicht. Wurde auch schon Zeit. Waren es doch schon Wochen die ins Land zogen, ohne das sich jemand eine IV-Rente oder Teile davon, erschlichen hat.
Wahrscheinlich wäre die ganze Geschichte auch ohne den IV-Bezug so gelaufen. Mit Tagebucheinträgen wie man sie bei dem Mann gefunden hat. Das wäre für mich alleine schon Grund genug den Burschen die Ohren lang zu ziehen. So benimmt man sich weder in einem Gastland noch gegenüber seiner Familie. Für den Zürcher Staatsanwalt Markus Hug ist Dusan M. ein dreister Simulant. Denn trotz seiner angeblichen Gebrechlichkeit, schaffte es der IV-Rentner regelmässig, seine Frau und seine Kinder zu prügeln.
Kurz noch die Zahlen, die Blick dabei immer speziell beibringt. Die Vorgeschichte: Vom Mai 2001 bis Ende November 2008 erhält Dusan M. rund 450 000 Franken an Renten, Hilflosenentschädigungen und Zusatzleistungen (pro Monat rund 5.300 FR.-). Vor dem Zürcher Obergericht glänzte der IV-Rentner durch Abwesenheit. Und sein Verteidiger erklärte: «Wie es um seinen Gesundheitszustand wirklich stand, lässt sich von seinen Aktivitäten nicht ableiten.» Zudem wisse man nicht, mit welcher Kraft er seine Frau und die Kinder verprügelte. Aha. So wird das also beurteilt.
Das Urteil
Naja – sie haben es sicher erwartet. Der Mann erhielt nur eine bedingte Strafe. Vom Betrug seiner IV-Renten und der Zusatzleistungen wurde Dusan M. freigesprochen. 16 Monate erhielt er, weil er sich noch einen Hilflosenentschädigung von 71 000 Franken ertrogen hat. So kann er wenigsten sein Haus in Serbien fertig bauen. Ja oder, eventuell doch nicht ? Man könnte es ja am zivilen Weg pfänden lassen, um so zu einer Rückzahlung der Hilflosenentschädigung zu kommen. Viele andere Wege bleiben nicht.
Nur darf zusammengefasst die Berichterstattung einer Tageszeitung sich nicht nur auf die bösen Buben und Mädels konzentrieren, sondern es gibt ja auch genug böse Begutachter usw. auf der anderen Seite, die Schmerzkranke, Behinderten ohne IV-Rente abschmettern. Da gäbe es genug zu berichten. Glauben sie mir - aber leider muss man die Opfer vor Represalien schützen. Kritik verträgt das System nur wenig. Der Blick als Kämpfer für die einfachen Bürger oder als Anwalt jener Menschen, die geholfen haben den Wohlstand im Lande aufzubauen So aber gibt es eher Betriebsanleitungen wie betrüge ich die IV. Ein Schweizer kann sich da nur still zwischen seine zwei Stühle setzen und laut losbrüllen. Wenn er denn dann noch Kraft hat.
Der BLICK
Und an die zahlreichen Kommentatoren in den Blickbeiträgen. Regt euch bitte nicht auf. Lasst euch durch diese Zahlen nicht vom rechten Weg abbringen. Irgendwie dürften diese nicht ganz so stimmen. Arbeitet weiter und zahlt Beiträge. Nur so können wir das System aufrecht erhalten. Die rund 6 % Schmarotzer und Simulanten hätte man billiger aussortieren können, als 100% zu strafen und warten, was unten rausfällt. Die IV-Revision wäre dann schon längst eine Erfolgsgeschichte. So aber bleibt sie eher Quelle für Negativschlagzeilen .
Wenn der Blick all seinen mediale Kraft nicht in das Lobbyng für die Geschädigten der IV-Revision und ihrer Abläufe steckt, sondern den Weg des geringsten Widerstandes geht, schafft er sich keine Glaubwürdigkeit. Der umgekehrte Weg erfordert vielmehr Recherchearbeiten und Einsatz. Dabei wurden der Blick schon von manchen Blogger journalistisch überholt. Weil diese vielleicht eher aus ihrer erlebten Geschichte schreibe. Andererseits sollte es in einer Demokratie eine ausgewogenen Berichterstattung geben. So schafft man nur Unsicherheit und baut Emotionen auf, die auf alle IV-Bezüger umgelegt wird. IV heisst Invalidenversicherung. IV heisst Beiträge für den Eventualfall einzahlen. IV heisst keinen Almosen sondern Versicherungsleistungen zu beziehen. IV heisst die Spreu vom Weizen zu trennen. Wobei es sicher weit mehr Weizen gibt als Spreu. IV heisst aber auch, dass einen Boulvardzeitung nicht auf Kosten von behinderten Menschen Schlagzeilen machen darf, in dem Wissen und aus der Praxis wissend, dass die Zahl die mit Vorsatz das System betrügen eher minimal ist.
