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| Blogbeitrag Nr. 2203 |
oder dieser Blog hat vielleicht zwei? Je nachdem. Nun, wir (ich) können diesen Blog nicht mehr in dem gewohnten Umfang betreuen. Es ist nicht einfach sein Lebenswerk, in welchem einen Menge Herzblut und Engagement liegt von heute auf morgen still zu legen. Das möchte ich auch wirklich nicht. Nebenbei gab es noch die Projektarbeit.Nur ist es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, tägliche Beiträge zu schreiben. Es gibt eben gute und nicht so gute Tage. Sind wir uns doch ehrlich – in Zeiten von Facebook und Twitter hat es ein Blog ohnehin schwer seine Leser zu finden. Wobei, mit durchschnittlich täglichen 400 Lesern waren wir nicht so schlecht unterwegs.
Aber es geht und ging uns weniger um Zahlen, sondern um den Kern unseres Blogs, dem sozialen Alltag. Für Menschen im Schatten der Gesellschaft. Unter der Devise "Der Weg ist das Ziel" reicht es halt nicht immer, ausführlich zu/über den Missständen im Sozialbereich zu schreiben. Sie sind nicht weniger geworden. Die IV-Revison hat unter den Kranken und invaliden Menschen der Schweiz einen richtig Kahlschlag verursacht, der nur mehr mit Katharina zu vergleichen ist. Diese Menschen haben keine politische Lobby. Warum auch. Schlussendlich kosten sie in dieser Situation ja doch nur Geld. Ein geringer Prozentsatz betrügt dabei noch. Dieser Fact bleibt den Leuten im Gedächtnis. Die Invalidität und der Einschnitt in ein intaktes Leben fällt erst dann wieder ins Gewicht, wenn man selbst davon betroffen ist.
Dann wird der eine oder andere schmerzlich erfahren, was es heisst an Lebensqualität einzubüssen. Er wird es am eigenen Leib und Leben erfahren, was es bringt jahrzehntelang in eine Versicherung einbezahlt zu haben und dann von den versprochenen Leistungen ausgeschlossen zu werden. Sie können mir glauben, viele zerbrechen daran und werden depressiv. Depressionen zählen aber neuerdings nicht mehr als IV-Grund. Somit fallen mehr durch die sozialen Maschen als früher, welche uns durch Politiker und ewiggestriger weismachen möchten, dass es sie nicht gibt. Da mag es zwar den Artikel 1 der Verfassung geben :
Präambel :
Im Namen Gottes des Allmächtigen!
Das Schweizervolk und die Kantone, in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung, im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken, im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen, gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen, geben sich folgende Verfassung1.
Entgegen diesem Artikel1 darf es Armut in der Schweiz nicht geben. Deshalb gibt es sie offiziell nicht. Sie wird totgeschwiegen. Mag ja sein, dass viele der jungen Leute, soweit sie überhaupt eine Lehrstelle oder Arbeit bekommen, noch hoffnungsfroh in die Zukunft blicken. Aber die Schere hat sich im Laufe der Jahre zu weit geöffnet. Korrekturen werden nur mit einem urschweizerischen Bekenntnis zu allen Mitbürgern möglich sein. Das passt in kein Wahlprogramm.
Darüber zu schreiben ist nicht einfach und nicht ganz ungefährlich. Trotzdem haben wir eine passable Leserschaft gefunden. Ihnen zu Liebe lassen wir den Blog ausklingen. Das heisst es wird nicht von heute auf morgen Schluss sein, sondern die Beiträge werden sich einfach nach und nach reduzieren. Solange eben, wie mein Herz mitspielt. Rückläufige Organspenden haben ihr übriges dazu beigetragen. Auch hier schlummert noch viel künftiges Potenzial. Man muss sich nur an den richtigen Stellen erkundigen. So kann man Menschen in der Schweiz, sowie das "WIR"Gefühl stärken, in unserem Land helfen oder aber eine Patenschaften in Afrika übernehmen. Ich jedenfalls musste mich damit abfinden, das meine Herzkrankheit mich bis zum Ende der Tage begleiten wird. Àrztlich wurde die Spitze der Fahnenstange erreicht. OP`s sind keine mehr möglich. Detto keinen Narkosen mehr.
Was bleibt ist ein Rest von Lebensqualität zu "geniessen". Gerne würde ich noch weiterhin alle Tage schreiben. Aber es wird immer schwieriger gute Tage zu erwischen. Trotzdem, wenn es irgendwie geht, dann setze ich hier einen Artikel rein. Schaut also mal zwischendurch vorbei. Sonst danke ich all jenen, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben. Es gibt nach wie vor noch tolle Blogs, die es lohnt zu besuchen und die sich auch mit ähnlichen Themen beschäftigen.
Ein Umdenken wird es wahrscheinlich nicht mehr gegeben. Zu gross ist die Gier einzelner, sich ihre Pfründe zu sichern. Ein Kampf gegen die Windmühlen. Aber kein Grund komplett die Flinte ins Korn zu werfen. Die Zukunft wir einiges an Änderungen bringen. Manches wird sich vielleicht wieder zum Guten wenden. Nur der Glaube daran fehlt mir. Hier alternativ mit Prosa und Lyra zu beginnen, liegt mir weniger. Es waren tolle 20 Jahre. Ich lernte den ein oder anderen Kollegen kennen und empfing Besuche zum Plaudern und Dampf ablassen. Jetzt werde ich den Fokus auf meine Frau und den Hund richten und vielleicht noch etwas fotografieren. Leider kann ich mich nicht mehr so bewegen, um alle Motive zu erreichen, die ich im Kopf hätte. So werde ich an meinem heutigen Geburtstag den Schritt wählen, diesen Artikel in das Web senden und hoffen, dass es doch ein paar da draussen gibt, die unsere LobbyArbeit vielleicht in diesem Sinne fortsetzen werden. Und vergesst nicht, auf eine kleine Stepvisite.PS: Im Laufe der Jahre haben sich einige Schreibfehler eingeschlichen. Manche haben sie penibel gesammelt, andere wieder geflissentlich überlesen. Aber im Kern ging es weniger um die Grammatik als um Echtschreibung. Einfach so. Wer gesammelt hat, weiterhin aufbewahren. Könnten ja irgendwann mal was wert werden. Bis die Tage.
