Donnerstag, 19. Mai 2011

Rückblende 2006: Cablecom – eine unendliche Geschichte

Modernes Märchen einer bewegten Ehe

Als Kunde der ersten Stunde kann ich mich ja noch gut erinnern, wie schön die Braut eingehüllt in einem zartem Traum von Hochzeitskleid, sprich Vertrag vor mir stand. In der aufgehenden Mor-gensonne strahlten die goldenen Pajeten mit den zahlreichen Versprechen für eine immer währende Zukunft in den unendlichen Weiten des Cyberspace.

Doch schon in der Hochzeitsnacht fiel ein leichter Schatten auf unser junges Glück. Trotz Monteur, damals noch fast um FR 300.- gelang es nicht, die Holde, sprich Verbindung ins Laufen zu bringen. Hätte ich doch bei der Swisscom und dem vertrauten Telefonmodem bleiben sollen. Verhandlun-gen mit dem örtlichen Leiter der geschädigten User von Cablecom brachten aber dann doch den gewünschten Erfolg. Unbeschränkter Zugang ohne Limite. 24 Stunden Online. Ein Traum schien in Erfüllung zu gehen. Doch in den nächsten Wochen und Jahren wurde unsere Verbindung mehrmals auf eine harte Probe gestellt. Manch schöne Worte erhielt ich da auf der Hotline ins Ohr geflüstert. Ich hätte ja nicht solange warten müssen – es gibt ja eine spezielle Serviceseite im Internet. Dort kann man lesen, wann wo Störungen sind und wann man sie ungefähr behoben hat oder wollte. Wie denn ohen Internet ??

Doch im Grossen und Ganzen erlebten wir eine schöne gemeinsame Zeit. Bis an den Tag, wo die Schöne begann mir das erste Mal offen und nicht versteckt ins Portmanie zu greifen. Neue Preise braucht das Land. Der Wettstreit der Anbieter war voll am laufen. Jetzt sollte ich plötzlich für ein Downgrade eine Strafgebühr zahlen. Das war mir dann selbst mir zuviel. Ich, als langjähriger , treuer Wegbegleiter, der allen Annäherungsversuchen der schwarz gekleideten Werber von Sunrise so tapfer widerstanden hatte, sollte plötzlich dafür zahlen, dass ich nicht bei meiner vereinbarten Geschwindigkeit bleiben wollte, obwohl diese eine Gruppe tiefer noch dazu um fast Fr 30.-billiger war. Den neuen schenkte man sogar Gratismonate als Morgengabe. Nein so nicht . der Tag der Trennung war nicht mehr fern. Und sei es nur für ein paar Tage, um mich dann wieder neu anzu-melden. Oder sollte ich doch zur Blonden von der Swisscom wechseln. ADSL oder so ähnlich war ihr Name. Nun bin ich ja sehr konservativ erzogen. Ein Wechsel nach all den Jahren. Bis ich mich dann wieder auf die Neue gewöhnt habe. Klappt es den mit uns oder war das wieder so eine Sache.

Ich hatte Erfolg und konnte ohne Strafgebühr, wozu den auch, ein Stufchen runter und hatte die selbe Geschwindigkeit wie früher. Ja wenn sie dann funkte. Gerade die letzten Tage waren wieder ein harte Probe. Wochenlang hat mich die Cablecom im Glauben gelassen, es sei alles in Ordnung. Ich hatte ihr sogar verziehen, dass sie mir ein paar meiner Lieblingssender geklaut hatte, bzw. in den digitalen Bereich verschoben. Aber das was ich da heute in einer Gratiszeitung lesen musste. lässt mich wieder stark zweifeln. da hat doch jemand in einem Blog geschrieben, Monopol bleibt Monopol. Die schlimmere Version wä-ren die privaten. Die hätten überhaupt keine politische Kontrolle und machen was sie wollen.

Schön langsam begreife ich meine Kollegen, die mich immer wieder gewarnt hatten. Jetzt ist es amtlich. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff und kaufen sich selbst so Dinger, Spiegel glaube ich sagt man dazu. Da kann man dann all die tollen Sender wieder sehen. Ausser wenn`s draussen stürmt und schneit.

Seit Cablecom (heute UPC) diverse ausländische TV-Sender aus dem Kabelnetz verbannt hat, boomt in St. Gallen der Verkauf von unabhängigen Satellitenschüsseln. Nun, einerseits schafft das ja den Kick für die Wirtschaft und schafft vielleicht Arbeitsplätze. Der Grund für die Käufe ist klar: Laut Alderisio sind die Kunden wütend auf die Cablecom und wollen sich nicht bevormunden lassen. Vom Ärger der Kunden profitiert auch Fust: «In den letzten drei Wochen verkauften wir dreimal mehr Schüsseln als sonst», sagt Nuno Pereira von Fust in St. Gallen. Trotz Satellitenschüsseln-Boom dürfen aber nicht auf allen Dächern und Balkonen Empfänger angebracht werden: «Es braucht in jedem Fall die Zustimmung des Vermieters», sagt Thomas Oberle, Jurist vom Schweizer Hauseigentümer-Verband. ( IM: ab 2012 keine freies anologes Signal mehr !!). Aber was soll ich machen. Auch umsteigen. Dann muss ich alles plombieren lassen und vielleicht später wieder teures Geld dafür zahlen, wieder angeschlossen zu werden. Wie beim Telefon. Was wäre , wenn ich mit denen noch mal rede und vielleicht wieder fünf Franken mehr im Monat zahle.Vielleicht können die dann ihre Manager besser bezahlen und es kommen vor Weihnachten noch ein paar kreative Angebote für uns alten Kunden. Ist ja fruchtbar wenn man das im heutigen Blick lesen muss : Der Gewinner nimmt alles: 40 Cablecom-Manager halten es ganz mit dem Abba-Song. Sie investierten 2,8 Millionen Franken (sh.unten), machten 5000 Prozent Gewinn – und gönnten ihren Angestellten Massenentlassungen.

Es ist eine wundersame Geldvermehrung, wie sie sonst nur im Märchen vorkommt: Als der Kabel-netzbetreiber Cablecom im Herbst 2003 von US-Beteiligungsfirmen übernommen wurde, offerierten diese 40 Cablecom-Managern eine 8-Prozent-Beteiligung zum Schnäppchenpreis von 2,8 Millionen . Ich bin jetzt echt verwirrt. Hat den niemand einen guten Rat. Dann bitte sofort der Doris (BR)schreiben . Ja die, welche jetzt öfters im Fernsehen zu sehen ist. Die sammelt solche Meldungen. Sie hat auch versprochen sich für uns Kleinen einzusetzen. Wir haben ja nur Internet du ein bisschen Fernsehen – und das soll jetzt auch bald zu Ende sein.

Nie wieder schaue ich eine andere an. Egal wie schön sie auch sein mag. Am Ende ist es überall gleich. Ausser Spesen nichts gewesen. Aber das ist nicht nur bei den Frauen so. Und vor allem nicht bei allen. Aber leider sitzen zuwenig in den höheren Etagen. Die würden uns an der Basis sicher besser verstehen. Und kosten dabei nur die Hälfte ihrer männlichen Kollegen. Wäre dann auch der Gewinn bei Cablecom wieder höher , oder bleibt uns am Schluss nur mehr SF1 und SF2 inkl. Inofkanal und in den Randregionen vielleicht noch der ORF und Radio TUI via Antenne?

Zum Thema 2006

PS: Logbuch - Jahr 2011 - Die Braut hat einen neuen Namen und nennt sich jetzt UPC. Der Service ist durchwachsen. Die Supporterinnen sind nicht so oberlehrerhaftig wie ihre männlichen Kollegen. Angebot auf den ersten Blick TOP. Doch der Teufel steckt im Detail. Mehr folgt demnächst auf diesem Kanal : UPC - Umsteiger auf Abwegen