Eine neue Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums zur Zukunft der Pflege im Alter zeigt, dass nicht nur die Zahl pflegebedürftiger Menschen stark zunehmen wird; es zeichnen sich auch bedeutsame Veränderungen der Art der benötigten Pflege ab. Die Nachfrage nach Hilfe- und Pflegeleistungen zu Hause, etwa durch die Spitex, wird ansteigen. In der Folge wird die Pflege in Heimen noch später als heute und häufiger erst gegen das Lebensende beansprucht werden.
Qualitative Veränderungen bei den Pflegearrangements
In den kommenden Jahren wird sich nicht nur die Zahl der Pflegebedürftigen stark ändern, sondern
auch die Art der Pflege, welche diese nachfragen. So zeigt die Studie des Obsan, dass die Nachfrage nach ambulanter, professioneller Pflege im Alter, etwa durch die Spitex, steigen wird. Schon heute leben alte Menschen mehrheitlich zu Hause; bei den 80-84-Jährigen sind dies noch rund 90 Prozent.
Anschliessend steigt eine stationäre Versorgung rasch an. Im hohen Alter von 95 Jahren und mehr leben 45 Prozent in einer Alters- und Pflegeeinrichtung. In der Folge der demografischen, medizinischen und sozialen Trends erfolgt der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim in den
kommenden Jahren tendenziell noch später und häufiger erst gegen das Lebensende.
Trend zur Kombination verschiedener Unterstützungsformen
Bei den Pflegearrangements zeichnet sich zudem vermehrt ein Zusammenspiel verschiedener Unterstützungsformen ab. Neue Konzepte kombinieren ambulante und stationäre Angebote. Allein lebende pflegebedürftige alte Menschen können oft nur zu Hause leben bleiben, wenn Spitex und da informelle Netz durch Familie, Freunde und Nachbarn zusammenspielen. Pflegebedürftige Personen mit einem Partner oder einer Partnerin kommen dagegen häufig mit informeller Hilfe alleine zurecht.
Bei zunehmender Pflegebedürftigkeit zeigt sich auch bei pflegenden Partnerinnen und Partnern ein verstärkter Trend, neben der informellen auch professionelle Unterstützung hinzuzuziehen und somit auf eine Kombination verschiedener Unterstützungsformen zurückzugreifen. Dies ist nicht zuletzt auf die starke Zunahme von Demenzerkrankungen zurückzuführen. Denn Demenzerkrankungen erlauben oft nur dann ein Verbleiben zu Hause, wenn eine Kombination von intensiver Angehörigen betreuungund professioneller Pflege – neben Spitex beispielsweise teilstationäre Betreuung in einem Tagesheim – zum Tragen kommt.
Pflegebedürftigkeit und Langzeitpflege in der Schweiz (68 KB)
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