Pro Senectute verzeichnet Anstieg bei Beratungen und Anfragen für Finanzhilfe
Am Welttag der Sozialarbeit dieser Tage (15.03.) lenkt Pro Senectute den Blick auf ihr Kerngeschäft, die Sozialberatungen für ältere Menschen und deren Familie. Im 2010 ist die Anzahl der Beratungen erneut gestiegen. Am häufigsten sind Fragen zu Finanzen sowie zur Lebensgestaltung gefolgt von Gesundheitsthemen. Ebenfalls angestiegen sind die Gesuche um finanzielle Unterstützung. Am meisten Beiträge richtet Pro Senectute für die Bereiche Wohnen, Gesundheit und Hilfsmittel aus.
Pro Senectute hat im 2010 in ihren landesweit 130 Beratungsstellen rund 37‘000 Personen zu Fragen betreffend Finanzen, Lebensgestaltung, Gesundheit, Wohnen und Recht beraten. Dies sind 1‘000 Personen mehr als im Vorjahr. Bei den Gesuchen um individuelle Finanzhilfe ist der hohe Bedarf im Bereich Wohnen auffallend (CHF 5.1 Mio), gefolgt von Gesundheit und Hilfsmitteln (CHF 4.5 Mio). Pro Senectute bezahlt diese Unterstützungen aus Bundesmitteln, in Fällen, in denen die Ergänzungsleistungen nicht ausreichen. Auch im 2010 überstiegen die Anfragen wiederum die zur Verfügung stehenden Bundesmittel in der Höhe von CHF 15 Mio. Pro Senectute deckt den zusätzlichen Finanzbedarf nach Möglichkeit mit stiftungseigenen Mitteln.
Mietkosten bei Bezügern von Ergänzungsleistungen drängendstes Problem
Pro Senectute stellt auch in den Sozialberatungen den Trend fest, dass eine wachsende Zahl von Menschen durch gestiegene Mieten oder Anpassungen bei der Vergütung von Hilfsmitteln wie zum Beispiel Hörgeräten finanziell unter Druck kommt. So betragen die maximal anrechenbaren Mietzinse bei Pensionierten mit Ergänzungsleistungen (EL) CHF 1‘100.- (Einzelperson), bzw. CHF 1`250.- (Mehrpersonenhaushalt). Die Mietzinse gemäss EL-Gesetz sind seit 2001 nicht mehr angepasst worden und dies obwohl die Durchschnittsmieten gemäss Mietzinsindex seither um 20 Prozent gestiegen sind.
Profil der Ratsuchenden
Pro Senectute wurde auch im 2010 mehrheitlich von Frauen aufgesucht (64%). Die Anfragen von Männern verzeichnen eine steigende Tendenz und lagen bei 36 %. Zwei Drittel der Ratsuchenden sind zwischen 70 und 90 Jahre alt. Die Mehrheit dieser Seniorinnen und Senioren lebt alleine (59%). Rund ein Drittel lebt in einem Mehrpersonenhaushalt (34%) oder im Heim (7%).
Katja Nanzig, Fachfrau Marketing & Kommunikation
