Dienstag, 1. März 2011

Microspot.ch garantiert nichts – ausser Kundenärger

Onlineeinkauf mit Hindernissen

Microspot ist einer jener vielen Internetanbieter, welche zwar mit Tiefstpreisen argumentieren, aber beim kundenfreundlichen Service einfach noch nicht im 21.Jhdt. angekommen sind. Zwar argumentiert man auf der Webseite mit 25 Erfahrung in der Heimelektronic, aber wer die grünen Läden in den Städten noch aus der Jahrtausendwende kennt, weiss das es nicht immer klappen muss, wenn man seinen Aktivitäten ins Internet verschiebt. Sicher, man kann sich so lästige Kunden besser vom Leib halten, indem man einfach nur von 9 -11 Uhr Telefondienst anbietet. Daneben wird mit niederen Kosten argumentiert, die scheinbar auch den Service niederig halten.

2001 ging die Microspot AG infolge Fusion in der "Interdiscount AG", in Jegenstorf auf und zählt heute zum Coop-Monopol. (Interdiscount, Fust, netto24, Microspot, Eschenmoser)  . Er dieser Tage haben wir auf das Geschäftsgebaren von Fust in Form eines Kassensturzbeitrages des SF Schweiz hingewiesen. Unterm Strich ein Rieseneeinkaufsmacht, der sich hier angesammelt hat. Das kann aber auch Probleme bringen. Hier auf dem Blog reichte es schon für den einen oder anderen Artikel.

Der Kunde ist der Dumme und nicht “Happy“
Für den Kunden sieht so manches Internetangebot nur auf den ersten Blick vorteilhaft aus. Die Schweizer Konsumenten warten schon lange auf besseren rechtlichen Schutz – doch das Parlament blockt. Immerhin gibt`s vielleicht bald einen Hoffnungsschimmer. Endlich mal mehr Rechte beim Kleingedruckten und im Internethandel. Damit sind wir beim eigentlichen Anlass des heutigen Artikels.

Mit "Happy Hours" und "Happy Weekend" wird bei Microspot.ch der Kunde mit einem täglichen günstigen Angebot geködert. Adressen sammelt man via Newsletter, lockt zum Abo mit einer Gewinnchance von Fr 500.- pro Woche (?). Ausserdem täglich nur zwischen 14 und 15 Uhr bestellbar. Ergänzt mit Mogelpackung Gratislieferung*. Allerdings findet sich dann noch auf der Rechnung eine Admingebühr von *FR 12.- und einen Transportgarantie von FR 7,70. Von wegen schlanker Kostenstruktur. Für 2 Stunden Telefondienst am Tag und dem Ausstellen einer Rechnung ein bisschen happige Kosten (ehrlich). Jetzt denkt sich der Kunde toll. Manche Angebote sind ja wirklich ein Schnäppchen. Bevor ich bei Interdiscount für ein Ausstellungsgerät den vollen Preis bezahlen muss, oder mich bei Fust um den Tiefstpreis streiten muss, lass ich mir doch das Schnäppchen gratis ins Haus (Gehsteigkante) kommen. Neugerät, transportversichert – was soll da schon viel passieren - nun ja einiges.  

Garantie nur mit Garantieverlängerung
Der versierte Internetkunde ahnt es schon. Das Gerät könnte ja nicht funktionieren. Laut AGB von microspot.ch kein Beinbruch. Hersteller anrufen. Und der übernimmt die Garantie. Microspot.ch nur in Ausnahmefällen (sh. HP). Techniker-Hotline des Herstellers anrufen (SONY), FR 2,13 pro Minute und den Fehler angeben. Gelbstich bei einem Fernsehgerät. Kennt dieser nicht. Auch der beigezogene Kollege kann nicht weiterhelfen. Wahrscheinlich hat die Elektronik einen Fehler sinniert er. Der Internethändler wird das Gerät schon austauschen. Er nimmt dann das defekte geliefertes Gerät bei der Ersatzlieferung eines Neugerätes mit Lt. Kundendienst). Denkste. Kein Austausch. Microspot.ch verweist auf Sony. Kunde - zurück an den Start. Der Zähler beim Kunden läuft.  

Anruf bei Sony
Ja – sie haben es erraten. Reklamieren. Nein,  wenn keine Garantieverlängerung abgeschlossen wurde. Sonst das Gerät bei Sony vorbeibringen oder auf eigene Kosten senden. Ob die wohl böse sind auf Microspot.ch. Dort ärgerte sich ein Mitarbeiter und reklamiert am Telefon, ja die bei Sony anerkennen uns nicht als Fachhändler (?). deshalb nochmals bei Sony. Jetzt ist der Zeitpunkt wo man beginnt, im Internet zu recherchieren. Und siehe da, der geschilderte Fall ist kein Einzelfall. In den Foren wimmelt es von enttäuschten Kunden des Onlineversenders. Da nützt es nicht, dass sie als Kunde Anspruch hätten auf ein Neugerät welches funktioniert. Nein, die AGB weisen aus, das Microspot.ch theoretische ein Gerät mit fehlenden Bauteilen liefern kann und der Kunde sich darum kümmern muss, wenn er ein funktionierendes, komplettes Gerät möchte. Zusammenfassend. EU 2 Jahre Garantie. Schweiz 1 Jahr. Sonst empfiehlt man beim Kauf den Abschluss einer Garantieverlängerung von 2 Jahren. Wie wir heute wissen, um bei Sony die Garantie einzufordern. Die zuständige Vertrags-Servicefirma verlangt für das Abholen des Gerätes Bares.


Garantiefall = Kannfall, muss aber nicht
Auszug Webseite Microspot.ch : In diesem Fall übernehmen wir das komplette Reparaturhandling und alle anfallenden Reparaturkosten für Sie. Sollte ein Gerät nicht mehr reparierbar sein, so erhalten Sie ein neues – während der ganzen Garantie - und Garantieverlängerungszeit. Dem widerspricht aber Abs. 11 der AGB ebenort : Die Garantiebestimmungen (insbesondere auch die Garantiedauer) des Herstellers sind für die bei microspot.ch gekauften Artikel massgebend. ( sh.Einleitung oben). Hier spielt man einfach Ping-Pong mit dem Kunden. Letztendlich soll dieser fürs abholen FR 87.- der Servicefirma bezahlen oder aufgeben, was letztendlich bei einem Preis von knapp FR 600.- am billigsten kommt.

Weiters hält die Servicefirma fest: Intensive Geräteprüfungen im Dauertest und vor allem fehlende Ersatzteile verzögern häufig die Geschwindigkeit der Reparaturausführung. Oft müssen dabei die Ersatzteile in Übersee bestellt werden. Grössere Verzögerungen können aber auch durch Weiterleitung von Reparaturen an europäische Zentralwerkstätten verursacht werden. So schützt man sich wenn es dann doch mal länger dauern sollte.

Im Klarfall
Neu gekauft und in Erwartung es müsste funktionsfähig sein und nicht Wochen auf Reisen. Zusammenfassend würde sich ein Rechtsanwalt also als Alternative anbieten. Nur übersteigen dessen Kosten bei weitem den Gerätewert. Im Klartext. Sie können auch ihr Geld im Casino verspielen oder einfach bei der Bestellung beten, dass es sie ein funktionierendes Gerät erhalten, welches sorgfältig transportiert wurde. Der Preis darf bei dieser Einkaufsmacht von Coop insgesamt kein Argument sein und auch nicht die Qualität beeinträchtigen (A oder B-Geräte). Soweit Versender dem Kunden einerseits Honig um`s Maul schmieren, lassen sie ihm im Schadensfall auf sich allein gestellt. So können wir subjektiv gesehen, Microspot.ch. Noch weniger bei der "Happy Hours" zuzuschlagen. Man kann sein Geld und seine Nerven besseres gönnen. Schade finde ich auch das Verhalten von Sony, die hier den Kunden einfach im Regen stehen lässt. Insbes ondere wenn er keinen Reparaturverlängerung abgeschlossen hat. Denn in Summe aller Kosten kann man so ein Gerät auch im Laden kaufen.

Tipp: Beachten Sie bei einer Bestellung im Internet auch die Vertragsbedingungen mit den Angaben zu Umtauschmöglichkeiten. Und vergleichen Sie auch hier: Denn die Händler gewähren unterschiedliche lange Umtauschfristen. Es gibt Firmen die sich kundenfreundlich verhalten. Allerdings kostet da das Gerät um einiges mehr. Somit stellt sich ein Onlineeinkauf für uns überhaupt in Frage. Die Risken sind nachteilig für den Kunden verteilt.

Musterauszüge aus den Foren: Saldoforum   Pocket.pc   iraff.ch

oder : ... Defektes Gerät von Microspot erhalten und kein Austausch möglich!
Habe fast dasselbe bei Microspot erlebt! Neuen LCD Fernseher gekauft der von Anfang an bereits defekt war. Bereits am 2 Tag habe ich Microspot informiert und einen Austausch verlangt. Microspot teilte mir jedoch mit, dass sie dafür nicht zuständig seien und ich das Gerät zur Reparatur an .... senden soll. Natürlich auf meine Kosten! Der Hersteller Samsung teile mir mit, das der Verkäufer das Gerät austauschen müsse da ich auf ein funktionierendes Gerät Anspruch hätte. Wiederum interessierte dies Microspot.ch nicht……