Donnerstag, 10. Februar 2011

Senioren pfeifen auf den Staat und greifen zur Eigeninitiative

Ein Nebenprodukt einer eventuellen Streichung der künftigen Wehrpflicht wird sein, dass den Sozialdiensten und Anbietern künftig die Zivildiener fehlen werden. Finanziell natürlich bei dem derzeitigen Sparmassnahmen der Regierungen ein mittlere Katastrophe. Künftig bedarf es daher neuer, innovativer Modelle im Bereich der Altenpflege.

In Zusammenhang mit der Diskussion um ein mögliches Ende der Wehrpflicht und der damit verbunden Abschaffung des Zivildienstes hat sich österreichische Caritas-Präsident Franz Küberl für einen Ausbau des ehrenamtlichen Engagements ausgesprochen. Vor allem ältere Menschen sollen vermehrt in den Sozialdienst integriert werden. Die "Generation 60plus" verfüge über große Solidaritäts- und zugleich Zeit- und Energie-Ressourcen. Aus diesem Bereich rekurrierte man in der Vergangenheit aufgrund der Bereitschaft zum sozialen Engagement einen grossen Teil ehrenamtliche Mitarbeiter. Es wäre diesen Menschen nicht die Möglichkeit zu bieten, sich einzubringen. Erste Kritik kommt vom Seniorenbund. Seniorenbund. Er würde zwar die Freiwilligenarbeit unterstützen, glaubt aber nicht an eine Lösung des Problems durch den Einsatz von Senioren.

Seniorengenossenschaften

Einen anderen Weg geht man in Deutschland. Hier pfeifen die SeniorInnen sprichwörtlich auf den Staat und ergreifen die Eigeninitiative. Immer mehr ältere Menschen in Deutschland helfen sich selbst, verlassen sich nicht auf den Staat. Wie es geht, machen erste Senioren-Genossenschaften in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen vor. Die Idee: Wer noch kann und rüstig ist, unterstützt den, der nicht mehr so gut auf den Beinen ist. Im schwäbischen Riedlingen haben sich inzwischen rund 600 vor allem ältere Bürger organisiert, um sich gegenseitig zu unterstützen. Sie kochen füreinander, fahren das Essen aus, helfen bei Besorgungen und im Haushalt. Ja und für die Hilfe gibt es sogar noch Bares. Der Stundenlohn (etwa sieben Euro) wird ausgezahlt oder kann bei der Genossenschaft als Guthaben angespart werden – für den Fall, dass man selber einmal Hilfe braucht. Die einflussreiche, CDU-nahe Seniorenunion soll Patenschaften für Seniorengenossenschaften übernehmen! Dieses Modell der Eigenverantwortlichkeit sollte der Staat entschieden stärker als bisher fördern – und zwar ideell wie materiell. Ein willkommener Nebeneffekt wäre, dass die Pflegeversicherung entlastet würde."

Die Zukunft der AHV

Obwohl die AHV 2009 einen Überschuss von 3.9 Mrd. Franken erwirtschaftet hat, stellt sich vor dem Hintergrund der demografischen Verschiebungen die Frage, wie die AHV zukünftig finanziert werden soll. Im folgenden Text werden die Funktionsweise und die wichtigsten Einflussfaktoren in der Finanzierung der AHV erläutert. In einem zweiten Schritt wird auf die aktuelle und zukünftige Situation und die damit verbundenen Konfliktpotentiale der AHV eingegangen. Schliesslich werden verschiedene Lösungsansätze zur langfristigen Finanzierung der AHV aufgezeigt.

Aktuelle Lage

Grundsätzlich sind die Renten kurzfristig gesichert. Die AHV verbuchte 2008 ein Defizit von 2 Milliarden Franken, 2009 wurde ein Rekordüberschuss von 3.9 Milliarden Franken verzeichnet. Insgesamt verfügt die AHV derzeit über ein Vermögen von 42 Milliarden Franken. Dies reicht aus, um mehr als die gesamten jährlichen Ausgaben zu finanzieren. Dennoch ist die langfristige Finanzierung der AHV vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen unklar. Eine Studie des Bundes geht in einem mittleren Szenario davon aus, dass die AHV bereits ab 2011 konstante Verluste aufweisen wird und sich das jährliche Defizit bis 2025 auf 7 Milliarden Franken erhöhen könnte. (mehr dazu unter VIMENTIS)

Wie also sollen künftig die Alten über die Runden kommen. Grosse Problem kommen vor allem auf die Pflegebedürftigen zu. Hier wird die AHV bei Weitem nicht ausreichen. Es wird an künftigen Pflegesystemen gefeilt. Tragbare Lösungen sind aber derzeit nicht im Angebot. Auch in diesem Bereich steuern wir auf einen Zweiklassengesellschaft hin, wollen wir die Minimalrentner nicht unter den Brücken einquartieren. Genossenschaften wären ein möglicher Ansatz. Funktionierende Wohngemeinschaften gibt es ja schon einige. Die gross angekündigten Alterswohnungen in Uzwil der Fa. Bühler Immobilien sind zwar werbewirksam, aber das Konzept ist nicht fertig durchdacht und die Mieten zu teuer. Dazu kommen nach Bedarf noch entsprechende Nebenkosten und Leistungern. Seniorenwohnungen müssen nicht trist sein, wie hier in dem Artikel aufgezeigt wird. Sie müssen aber leistbar sein. Ein sozialer, bewusster Staat muss sich in diesem Bereich noch stärker einbringen, damit auch die Ärmeren im Lande eine Chance auf einen schönen Lebensabend haben. Wir dürfen die Alten nicht aussteuern, so wie man es jetzt bei der ALV praktiziert. Kosten werden so nur verschoben. Es bleiben aber Kosten.