Die Waffeninitiative ging bachab. Tradition bleibt vor Innovation. Zwar verzeichnete die Intitiative «Schutz vor Waffengewalt» einen Wahlbeteiligung von rund 48 %. 52 % (relativ) fanden also nicht den Weg zur Urne. Nach Adam Riese kann man somit nicht von einem Volksmehr sprechen, geht es doch um 2 %. Lediglich von einem Mehr jener, welche den Weg zur Urne gefunden haben. Befürwortet wurde die Initiative einzig in den vier Westschweizer Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Jura sowie in den städtisch geprägten deutschschweizer Kantonen Basel-Stadt und Zürich.
Die genaue Anzahl von Schusswaffen im Privatbesitz ist nicht bekannt. Das eidg. Justizdepartement schätzt dass rund 2 Millionen Schusswaffen im Umlauf sind. Wobei hier die Armeewaffen mit eingerechnet sind. Von den 2 Millionen Waffen sind fast die Hälfte (900‘000) ehemalige Armeewaffen, die von entlassenen Wehrmännern übernommen wurden. In den kantonalen Waffenregistern sind zusätzlich etwa 600‘000 Waffen registriert. Das Justizdepartement geht von rund 240‘000 nicht registrierten Feuerwaffen aus. (Quelle: EJPD)
Geld und geschmacklose Plakate
Es ging bei dieser Abstimmung nicht um links oder rechts, BundesräteInnen, Politiker oder Traditionisten – es ging "lediglich" um Menschen und Familien in diesem Land. Das wurde leider in diesem Grabenkampf an der Urne aus dem Fokus verloren. Somit gibt es für mich keinen Sieger, auch wenn man schon Stimmen hört, die diesen Sieg für sich verbuchen möchten. Meines Erachtens eher nur Verlierer. Die Gegner haben es geschafft, die Debatte auf einen Konflikt für oder gegen Schweizer Traditionen zu lenken. Darum ging es letztlich, nicht um die Waffe selbst. Die traditionelle, konservative Schweiz, welche für die Nein-Kampagne verantwortlich war, ist derzeit dank höherem Geldeinsatz mehrheitsfähig. Es war somit ein systematisches Problem.
Wenn die eigene, neu gewählte Bundesrätin an vorderster Front gegen die Initiative kämpft, wird es für die Initianten schwierig. Sie hat damit argumentiert, die Initiative löse kein Problem. Möge uns Gott helfen, dass ihre Meinung so richtig war und nicht weitere unschuldige dafür büssen müssen. Zumindest schwenkte sie am Wahlabend um.Obwohl das Volk Nein sagt zur Waffenschutz-Initiative, plant Justizministerin Sommaruga eine Revision des Waffengesetzes.
