Irgendwann sollte mal Schluss sein mit der Diskussion um zu Gutenbergs Doktorarbeit. Titelsucht und Titelwahn hat ja seit jeher die Gemüter angeregt. Da ist einerseits der Titelverkäufer Consul HH. Weyer. Da gibt es sogenannte Ghostwriter, die bei Bedarf das Schreiben der Doktorarbeit übernehmen. In den Medien, die heute gross schreien finden sich Inserate, wobei Dienste rund um die Doktorarbeit angeboten werden. Detto im Internet. Es ist also anscheinend ein Markt vorhanden.
Zu Gutenberg – ein deutsches Adelsgeschlecht aus dem Fränkischen. Er ein Spross der aktuellen Generation. Heirat mit Stefani Freifrau von und zu Gutenberg - Ururenkelin des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck. Alles so nach dem Geschmack der Bunte-, Frau im Bild- und Goldenes Blatt-Leserinnen. In Österreich wäre diese Titelsucht schon lange beendet. Hier ist das führen von Adelstiteln schon längere Zeit verboten. Es gibt nur mehr feine Unterschiede im Beamtenapparat, der manchen Hofrat dazu verleitet auf seinen “wirklichen“ Hofrat zu bestehen. Denn im Gegensatz dazu, kann man den Hofrattitel ebenso ersitzen, wenn man lange genug seine Plan-Stelle besetzt hält. Im Lande der Exadeligen gibt es noch den netten Brauch, dass man ab 50 schon mal zum Professor ernannt wird, wenn man entsprechend empfohlen wird. Beispiel Udo Jürgens, Niki Lauda usw. Abgesehen von den Ehrendoktorwürden an verdiente Personen der Universitäten.
Titelsucht kann ihre Karriere stören
Doch wir leben im hier und jetzt und nicht in der Zeit von “Sissy“ und “Otto von Bismark“. Was gab es doch vor Jahren für ein Geschrei in Juristenkreisen, als es die Änderung gab, das auch ein “gewöhnlicher“ Magister den Job als Rechtsanwalt ausüben durfte und seine Mandaten vor Gericht vertreten darf. Für mich persönlich gab es schon immer den kleinen Unterschied, der vielleicht daraus erwuchs, weil auch ein Handwerksmeister eine grosse Leistung erbringen muss. Zuerst den Gesellenbrief und dann die Meisterprüfung mit Meisterstück ablegen. Zwar keinen Doktorarbeit, aber eben auch ein Zeugnis über das fachliche Können seines Schöpfers. In mancher Branche hängen davon Menschenleben ab. Es bleibt aber nur beim Herrn Meyer. Nur dessen Wert wird in der Bevölkerung nicht so ehrfürchtig anerkannt, als wenn da ein Herr Doktor in voller Grösse vor einem steht. Bei einem Mediziner kann ich es noch verstehen. Der wird auch ohne Visitenkarte als Herr Doktor angesprochen und ins Vertrauen gezogen. Bei manch anderem Doktortitel reicht es (salopp gesagt) eine Doktorarbeit zu verfassen, die den Träger ein Leben lang viele Vorteile verschafft. Speziell in der Beamtenhierachie steigt man damit Gehaltsmässig ein schönes Stück weiter oben ein. Der langjährige, handwerkliche Praktiker hat das Nachsehen.
Auf den Punkt gebracht.
Auch die Politik schmückt sich gerne mit akademischen Führungspersönlichkeiten, was nicht unbedingt von Vorteil sein muss. Dass wurde Herrn Gutenberg jetzt zu Verhängnis. Doch das Volk steht weiter hinter ihm. Man kann rätseln und mutmassen. Nehmen wir uns doch bei der eigenen Nase. Wer hat nie während seiner Schulzeit geschummelt. Ist er jetzt nach Aufdeckung seiner Plagiate einer von uns, oder ein ganz schlimmer Betrüger. Einerseits ja, man verweist auf einen Strafbestand. Andererseits zählt der Mensch. Hier kann er beim Volk punkten. Zum Leidwesen manchen steifen, akademischen Kollegen, die politisch trotz hoher Würden nicht so punkten können weil es ihnen an Charisma fehlt. Den möglichen Betrug sehe ich allerdings bedenklich.
Vielleicht zeigt uns dieser Vorfall doch einfach wieder einmal, dass wir in dem anderen zuerst den Menschen sehen sollten und umgekehrt und dann seinen akademischen Werdegang. Der österreichische Adel hat es überlebt ohne Titel leben zu müssen. Wäre es nicht mal an der Zeit, akademische Titel in einen Konsens der Vernunft und persönlichen Leistung, abseits von einer Doktorarbeit *, zu setzen. Damit wäre der Gesellschaft langfristig mehr geholfen. Nur der frei von Schuld, der werfe den ersten Stein. Ich schätze meinen Arzt für sein Können, seinen genauen Diagnosen. Genau so, wie ich einen Tischler für seine genauen Holzarbeiten loben möchte. * (Kleine Doktorarbeit für Maturanten ab 2014 in Österreich / oe24.at)
Respekt ist nicht unbedingt akademisch
Wir haben uns selbst diese Barrieren gesetzt. Titel ja – aber es müsste auch andere Weg geben, dies den anderen kundzutun, elche Numme rman sei. Eine Doktorarbeit kann langfristig auch nicht die Lösung sein. Ich habe viele Doktor/innen während meiner Hoteltätigkeit erlebt. Mit Alkohol waren sie dann nicht mehr so steif und kompliziert, sondern einfach wie du und ich. Es geht ohne Adel (sh. Österreich), es geht ohne Titelsucht – trotzdem wird jeder seinen Weg im Leben finden. Im gegenseitigen Respekt. In der Politik wurde schon immer gelogen. Vor und nach der Wahl. Beenden wir doch diese oberlehrerhafte Diskussion zu Gutenberg. Weil sonst müssten wir alle Doktorarbeiten genau kontrollieren. Ob diejenigen, welche heute nach dem Richter rufen, nicht bvei sich selbst etwas nachgeholfen haben oder lassen haben. Also bitte. Herr zu Gutenberg wird mit seiner Familie die nötigen Schritte in die Wege leiten. Dazu braucht es keinen Presse und Vorverurteilungen, sowie massenhaft selbsternannte Besserwisser. Zu guter Letzt hat sich das System selbst überholt.
IM: Dieser Beitrag ist garantiert plagiatfrei, inklusive der Rechtschreibfehler. Fussnoten haben wir in zarten weis gehalten. Bleiben Sie uns trotzdem gewogen. Ausserdem halte ich hier explizid fest, dass ich nie ein Kanzleramt anstreben werde, egal bei welcher Partei. Ihr hochwohlgeborener Von und zu.
IM: Dieser Beitrag ist garantiert plagiatfrei, inklusive der Rechtschreibfehler. Fussnoten haben wir in zarten weis gehalten. Bleiben Sie uns trotzdem gewogen. Ausserdem halte ich hier explizid fest, dass ich nie ein Kanzleramt anstreben werde, egal bei welcher Partei. Ihr hochwohlgeborener Von und zu.
