35 Reinigungskräfte beim Bundesamt für Statistik stehen vor dem Nichts
Die Gewerkschaft Unia hat vor dem Bundesamt für Statistik BFS in Neuenburg gegen die Entlassung von 35 Reinigungskräften protestiert. Die bisher mit der Reinigung beauftragte Sub-Sub-Unternehmung Honegger AG hat der gesamten Reinigungs-Equipe gekündigt, nachdem der Auftrag an ein noch billigeres Unternehmen vergeben wurde. Die Gewerkschaft Unia fordert von allen Beteiligten – insbesondere von den auftraggebenden Bundesstellen – dass sie ihre soziale Verantwortung wahrnehmen.
Das Bundesamt für Statistik hat in seinem Budget 1,6 Millionen Franken für die Gebäudereinigung eingestellt. Diesen Budgetposten (und damit den Reinigungsauftrag) hat das BFS dem Bundesamt für Bauten und Logistik BBL abgetreten. Dieses wiederum hat den Gebäudeunterhalt und die Reinigung der Büroräumlichkeiten an die Firma Cofely GDF-Suez ausgelagert. Bis anhin hat die Reinigungsfirma Honegger AG im Auftrag der Cofely die Büroräumlichkeiten beim BFS in Neuenburg gereinigt.
Das BBL hat kürzlich beschlossen die Gebäudereinigung für das BFS neu auszuschreiben. Zwar hat der bisherige Subunternehmer, die Cofely GDF-Suez, den Zuschlag erneut erhalten: Der Sub-Sub-Kontrakt mit der Reinigungsfirma Honegger kündigte die Cofely GDF-Suez aber auf und übertrug das Mandat neu der Vebego Services AG. Die Reinigungsfirma Honegger kündigte in der Folge sämtlichen Mitarbeitenden, welche beim Bundesamt für Statistik für die Reinigung angestellt waren.
Die Leidtragenden sind die Beschäftigten
Anlässlich einer Versammlung haben die Beschäftigten der Gewerkschaft Unia ein Verhandlungsmandat erteilt. In der Folge hat die Gewerkschaft Unia verlangt, dass mindestens ein Teil der entlassenen Beschäftigten der Honegger AG beim neuen Reinigungsunternehmen Vebego weiterbeschäftigt wird. Für die übrigen Mitarbeitenden der Honegger AG verlangt die Unia einen anständigen Sozialplan. Beide Forderungen haben sämtliche beteiligten Stellen abgelehnt.
Es fanden Gespräche zwischen dem BBL, der Cofely GDF-Suez, der Vebego Services AG sowie der Honegger AG statt, mit dem Ziel, den Forderungen des Personals zum Durchbruch zu verhelfen – bisher erfolglos: Die anwesenden Parteien haben sich alle für „nicht zuständig“ für die Situation erklärt. Die Gewerkschaft Unia ist empört, dass insbesondere die Eidgenossenschaft und die Cofely GDF-Suez die Forderungen der Belegschaft nicht Ernst nehmen und ihrer sozialen Verantwortung nicht nachkommen. (Medienmitteilung Unia.ch)
IM-Kommentar: Bedenkliche Aktion wenn eine Bundesstelle 35 Arbeitsplätze zur indirekten Kündigung frei gibt und eine andere Bundesstelle Behinderten die IV-Rente streichen möchte, um sie wieder in „Arbeit zu setzen“. Diese "Freistellung von Arbeitskräften im Reinigungsbereich sind leider keine Einzelfälle.
Tausende Arbeitslose wechseln in die Sozialhilfe - Volk stimmte zu
Das Schweizer Volk hatte die Revision der Arbeitslosenversicherung am 26. September in einer Referendumsabstimmung mit 53,4 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Das Konzept zur Sanierung der ALV beinhaltet Leistungskürzungen und höhere Lohnbeiträge. In der gesamten Schweiz könnten bis zu 17 000 Arbeitslose den Anspruch auf Taggelder verlieren, wenn die Arbeitslosenversicherung am 1. April 2011 auf das gekürzte Regime umstellt. Dies hatte Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann im Dezember im Nationalrat in der Fragestunde mitgeteilt. (IM-Beitrag via 20min.ch)