Montag, 29. November 2010

Eintrübungen über der Schweiz

Nach diesem Abstimmungsonntag, wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Mit einer teuren SVP-Kampagne und economiersuisse wurden Menschen verunsichert, hinters Licht geführt und indirekt zu einer Stimmabgabe verführt, die so dem Land national und international langfristig nichts Gutes verheisst bzw. einbringt. Diplomatie scheint bei der SVP ein Fremdwort zu sein. Jetzt erst recht. 

EU wartet Umsetzung ab

Die EU-Kommission wartet ab, wie die Ausschaffungsinitiative in nationales Recht umgesetzt wird. Man werde dies beobachten. «Wir bleiben zuversichtlich, dass die Schweizer Regierung ihre internationalen Verpflichtungen respektiert», sagte die Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten. Auf die Frage, ob EU-Bürger fürchten müssten, künftig für «kleine Straftaten» ausgeschafft zu werden, nahm sie keine Stellung.

Dabei wird man  das Gefühl nicht los, dass die SVP  versucht hat, auf Kosten des Rufes der Schweiz, für die nächsten Wahl mit hochbrisanter Wahlkampfmunition aufzurüsten. Doch auch wenn es Andeutungen über Lösungsmöglichkeiten gibt, droht der Weg zu einem Ausführungsgesetz zu einem langwierigen Feilschen zu werden.

Wahlkampf wirft Schatten voraus

Die SVP selber hat sich unmittelbar nach dem "Sieg" zu keinen Zugeständnissen bereit gezeigt. Bei der Ausgestaltung des Gesetzes solle das Parlament nun «streng» vorgehen, forderte etwa der Zürcher Nationalrat Hans Fehr. Parteipräsident Toni Brunner will, dass der Bundesrat schon bis Mitte 2011 einen Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung schickt. Träumen darf man ja. 

Denn die SVP will sich von ihren Wählern nicht im Nachhinein vorwerfen lassen, den Volkswillen im politischen Prozess verwässert zu haben (??!!). Jeder Versuch der anderen Parteien, die Diskussion über die Umsetzung auf die lange Bank zu schieben, wäre aber kontraproduktiv, weil sie der SVP Wahlkampfmunition verschaffen würde.

Mit einem «Appell für eine offene und grundrechtskonforme Migrationspolitik» wollen die Grünen und acht weitere Organisationen Gegensteuer geben. «Besinnung auf gemeinsame Werte tut Not», sagte Ueli Leuenberger und rief alle anderen «offenen Kräfte» dazu auf, den Appell ebenfalls zu unterzeichnen.

Auch viele welsche Zeitungen betonen die Machtlosigkeit gegenüber der SVP. «Die SVP schreitet voran, weil sie auf keinerlei Widerstand stösst», schreibt die «Tribune de Genève». «Sie erkennt als Erste ein Unwohlsein in der Bevölkerung und ist als Erste mit einer Lösung zur Stelle». Die Gegenseite handle bloss reaktiv und ohne Strategie. Das sieht man auch an den Röstigraben, der dieser Wahl wieder auftat. Auf der einen Seite ein Möchtegernverleger und auf der anderen Seite ein Nebenerwerbsbauer und Betreiber eines Buurerradios. Gegen das Geld des Ersteren gibt es keine Alternative. Brunner sonnt sich in seinem momentanen Erfolg, muss aber aufpassen, dass er sich dabei keinen Sonnebrand holt.

Ja und die Superreichen haben wieder einmal die Rute geschwungen und mit Wegzug gedroht, ohne zu bedenken, dass auch in den Nachbarländern die Steuerschrauben angezogen wurden. Leere Versprechen würde eher passen. Geld ist nicht alles auf der Welt. Gesundheit kann man nicht kaufen. Wohl die einzige und wahre Gerechtigkeit, die man aus diesem Wahlsonntag ziehen kann. Inwieweit hier künftig Völkerrecht verletzt wird, wir die Zukunft, aber vor allem die Gerichte zeigen.

Zum Thema :
Die Schweiz ist nun das schwarze Schaf:

Ein Film, ein Thema, Schweizer Blogger



Was ist ein Blog? Wer sind die Blogger ? Unterschied zu einer Zeitung ?

Hier ist er also dazu, der Film. Ich wünsche viel Spass beim Anschauen. Ihr dürft ihn natürlich auch allen Kollegen, Freunden, Bekannten, Verwandten, Hünden, Katzen, Fischen, Elefanten und Yetis zeigen. So müsst ihr dann nie mehr erklären, was ein Blog(ger) ist. Danke an das Team von Bloggerfilm.ch

Quelle : bloggerfilm.ch

IM: Den grossen Teil der Aussagen können wir bestätigen. In einigen Punkten sehen wir die Aussagen doch etwas auf die jeweiligen, bekannten  Blogger fokusiert. Insgesamt wird der Eindruck gestärkt, dass es wie in unserer Gesellschaft, mit einer priveligierten Ober-Bloggerschicht und den Mitläuferbloggern handelt. Was ja durch die Auswahl der bekannten Befragten indirekt bestätigt wird. In der Sache des Bloggens im Allgemeinen sind wir uns soweit einig. Nur haben wir tausende Blogs in der Schweiz. Abgesehen davon sind ja viele zu Twitter bzw. Facebook übergelaufen. Was bleibt ist Quantität vor Qualität.

Sonntag, 28. November 2010

Zum Advent










Man merkt es schnell: Es ist so weit,
es beginnt die Weihnachtszeit.
auch in Geschäften in Regalen,
sieht man manche Weihnachtsschalen.
Menschen sieht man laufen, schinden,
um auch manchen Kranz zu binden.

Und ist dann fertig der Weihnachtskranz,
in seinem Schmuck und voller Glanz,
dann - man beachte, seh und staune,
steigt damit auch gleich die Laune.
Und wenn dann die erste Kerze brennt;
weiß man es gleich: Es ist Advent.

Doch hat es schon bei dir geläutet,
was dieser Kerzenschein bedeutet?
Nein, es ist kein Startschuss für's Laufen,
um Weihnachtsgeschenke zu kaufen.
Die Kerzen haben einen Grund,
und das tun wir dir auch gerne kund:

Es kam vom Himmel auf diese Welt
der Erlöser, der Herzen erhellt,
der uns Sinn gibt für das Leben,
wonach wir alle sollen streben.
Er kam, um von Sünde zu befrein,
damit wir geheiligt können sein.

Jesus starb für uns - an unsrer Statt,
damit, wer will, mit Gott Frieden hat.
Doch nun sei auch mal nachgefragt,
hast du ihm schon Dank dafür gesagt?
Drum feiern wir mit allen Frommen
an Weihnachten auch Jesu Kommen.

Es war einst in der Heiligen Nacht,
als Engelscharen Kunde gebracht
und verkündigten der Hirtenschar,
was da im Stall geschehen war:
"Der Heiland ist heute geboren,
den unser Gott selbst hat erkoren!"

Was ist die Bedeutung von Advent -
ob denn auch jeder diese kennt?
Bedenken wir, was Jesaja rief,
als er noch über die Erde lief:
"Bereitet werden soll Weg und Pfad,
damit auch der HERR bald kommen mag."

Doch frag dich nun ganz ohne Scheu:
"War ich denn auch dem Herrn stets treu?
Mag Jesus auch zu mir jetzt kommen,
oder geht er zu den rechten Frommen?"
Die Kerzen zeigen: Die Zeit verrinnt,
denn schon bald kommt das "Jesuskind".

Vier Kerzen lang hast du nun Zeit,
doch bist du danach für ihn bereit?
Als Herr der Herren fragt er heut
mich und dich und alle andren Leut',
ob wir ihn einlassen ins Leben
und unser Herz ihm wollen geben!

Wo sind die, die ihn aufnehmen wollen
mit ganzem Herzen, wie wir es sollen?
Wir sollten täglich Advent begehen
und drauf achten, wo wir gerad' stehen.
Öffne Dein Herz Jesus, der dich kennt,
dann wird diese Zeit erst zum Advent!

http://www.christliche-gedichte.de

Samstag, 27. November 2010

Studien- und Lebensbedingungen an den Schweizer Hochschulen 2009

Erwerbstätigkeit neben dem Studium bleibt die Regel

(BFS) - Drei Viertel der Studierenden an den Hochschulen gehen neben ihrem Studium einer Erwerbstätigkeit nach. Dies ist auch nach der Bologna-Reform der Fall. Dieser Anteil ist gegenüber dem Jahr 2005 jedoch leicht rückläufig. Die elterliche Unterstützung bleibt noch vor dem Erwerbseinkommen die grösste finanzielle Hilfe und beträgt durchschnittlich mehr als die Hälfte der Einnahmen der Studierenden. Der Anteil der Stipendien und Darlehen an den Einnahmen der Studierenden beläuft sich auf weniger als 10 Prozent.

Ganze Mitteilung als Pdf-Datei verfügbar

IM: Diese Nebenjobs gehen natürlich dem normalen Arbeitsmarkt ab. Umsomehr auch ausserhalb vom Nebenerwerb der Studierenden Zeit- und  Teilzeitarbeit im zunehmen begriffen ist. dazu kommen noch die zahlreichen Nebenerwerbsbauern. Dies ist leider traurige Realität. Ob es langfristig für den Arbeitsmarkt gesund ist, wird die Zukunft zeigen. Der Kuchen wird nicht grösser - eher kleiner und die Stücke mehr. Eine Reform der Hochschulenfinanzierung würde sicher zur Entlastung der Sozialwerke beitragen.


OttoInneichen:«Eine völlig unnötige Verakademisierung des Bildungssystems»: Otto Ineichen kritisiert Vorschläge der Denk fabrik Avenir Suisse.

Er spricht das neue Papier der Denkfabrik Avenir Suisse zur Berufsbildung an. Vorgeschlagen wird da etwa die Einführung einer Lehre auf Hochschulstufe. Maturanden sollen mit einem Betrieb einen Lehrvertrag abschliessen können. Die schulische Ausbildung übernehmen die Fachhochschulen statt die Berufsfachschulen. (IM:???).
So verschärft sie ein bestehendes Problem: «Zwischen 4000 und 5000 handwerkliche Lehrstellen konnten dieses Jahr nicht besetzt werden.» Weil handwerkliche Berufe nicht "in" seien.

«Das ist eine völlig unnötige Verakademisierung des Bildungssystems», warnt Unternehmer Ineichen. Diese «Lehre auf Maturstufe» werte indirekt die handwerklichen Berufe ab.(Blick.ch)

Donnerstag, 25. November 2010

Gemein nützig

Die Ungerechtigkeit der Verhältnisse ist schlimm, aber noch schlimmer ist der verzerrende Blick darauf.

Was für eine Welt!  

Da kriegen Manager Bonuszahlungen dafür, dass sie Arbeitsplätze reduzieren und Menschen kündigen, und die Gekündigten sollen – wenn es nach dem jüngsten Vorschlag von Staatssekretärin Marek geht – zur Strafe dafür, dass es für sie keine Arbeitsplätze gibt, kommunale Rasenflächen mähen, dreckige Papierln aufklauben oder Straßen kehren. (Zur Illustration: 350.000 Euro Prämie kassiert Peter Michaelis, der Vorstand der Staatsholding ÖIAG, fürs heurige Jahr, darin enthalten ist ein Kopfgeld von 70.000 Euro pro entlassener Betriebsrätin über 45. Die Mindestsicherung für Langzeitarbeitslose beträgt 744 Euro im Monat.) Ist eh nur Wahlkampfgetöse? Na ja, vielleicht, fürs Erste. Dass aber eine Politikerin glaubt, mit solchen Ideen punkten zu können, stimmt nicht gerade hoffnungsfroh.

Wenn Kommunen mehr Straßenkehrer brauchen, dann sollen sie doch bitte Arbeitsplätze schaffen und welche einstellen. Haben sie aber ohnehin genügend Reinigungspersonal, ist es überflüssig, Arbeitslose zum Kehren ab zukommandieren.

Straßenkehrer werden vergeblich gesucht? 

Dann muss man sie vielleicht besser zahlen. Oder ihre Arbeitsbedin gungen anders gestalten. Unbeliebte Arbeiten sind in der Regel deshalb unbeliebt, weil sie besonders beschwerlich sind, besonders öd, vielleicht auch gesundheitsschädigend und schlecht entlohnt. Um sie beliebter zu machen, braucht es Anreize. Braucht es nicht? Es braucht nur Arbeitslose? Denen können wir jede Drecksarbeit zumuten, und sie kosten fast nix? Was für eine Welt! In Pension gehen sollen wir künftig nicht vor 70, aber ab 40 sind wir auf dem Arbeitsmarkt schwer vermittelbar.

Was folgt daraus? Ein Heer von Billigarbeitskräften, die jeden noch so miesen Job annehmen müssen, wenn sie nicht verhungern wollen? 60- bis 70-Jährige, die um Mindest tarife Straßen kehren, Rasen mähen, in Kanalschächte steigen, Krankenbahren tragen?

Durchaus vorstellbar, aber ja. (Wenngleich ich nicht auf der Trage liegen wollte, die von zwei kreuzmaroden 60-Jährigen gestemmt – oder vielleicht nicht derstemmt – wird.) Was kommt als Nächstes? Vielleicht das: Damit die gemeinnützigen Arbeitslosen als MindestrentnerInnen nicht zu übermütig werden, sollen sie sich gefälligst auch ihre Pension durch Dienstleistungen verdienen. So mancher Managerhaushalt könnte schließlich eine Leihoma, die nebenbei kocht, bügelt und Staub saugt, gut brauchen. Was für eine Welt! Wir nennen die junge Sozialwissenschafterin, die zwischen zwei befristeten Beschäftigungen Arbeitslosengeld bezieht, Schmarotzerin und bewundern reich verheiratete Schnepfen, deren segensreiche Tätigkeit vor allem darin besteht, dass sie ihre Silikonbrüste zu Society- Auftrieben tragen.

Wir schimpfen den Hackler, der Notstandshilfe kriegt, weil seine lädierten Gelenke das Hackeln nicht mehr aus halten, einen faulen Hund und lassen uns von schnöseligen BWL-Absolventen einreden, dass Jahreseinkommen in Millionenhöhe von nichts anderem zeugen als von besonderem Fleiß. Die Schnepfen kosten die Allgemeinheit nichts? Kommt drauf an, ob man meint, dass uns durch das Parken von Vermögen in steuerschonenden Stiftungen oder auf Liechtensteiner Konten etwas entgeht oder nicht. Auf jeden Fall kann der Gemahl einer Schnepfe ihre arbeitsfreie Existenz von der Steuer absetzen: Dafür, dass sie ihre Schönheits-OPs nicht aus eigener Tasche zahlt, steht ihm ein Alleinver dienerfreibetrag zu.

Die Ungerechtigkeit der Verhältnisse ist traurig genug. Aber mindestens ebenso ärgerlich ist der verzerrende Blick darauf, der uneingeschränkte Rücksichtslosigkeit als bewunderungswürdige Tugend sieht und Schwäche als zu bestrafendes Vergehen.

Menschen brauchen Aufgaben, stimmt 

Das (Berufs-)Leben kann kein Dauerfestl sein, stimmt ebenfalls. Auch zur Erfüllung sinnstiftender Aufgaben benötigt man Frustrationstoleranz und Kraft und die Bereitschaft, sich einzusetzen, also was zu leisten. Und, ja, es gibt Tätigkeiten, die müssen gemacht werden, selbst wenn sie einem wenig sinnstiftend vorkommen. Aber diese Tätigkeiten zur Auf gabe zu erklären, aus der andere (immer nur andere, nie man selbst) immateriellen Gewinn ziehen sollen, indem sie dem Gemeinwohl dienen dürfen – das ist schlicht eine Unverschämtheit.

Konkret: Straßenreinigung ist notwendig, insofern also sinnvoll, aber nicht sinnstiftend in der spirituellen Bedeutung. Zu erwarten, dass Menschen eine tiefe innere Befriedigung dabei empfinden, ist, gelinde gesagt, kühn. Also würde es naheliegen, dass man den Mangel an Erfüllung mit einer höheren Bezahlung auszugleichen versucht. Doch davon ist nicht die Rede. Stattdessen: Almosen und herablassende Ermahnungen.

Aber Schmarotzer sind Realität! Gegen die muss man was unternehmen! Okay, nur sollte man darüber nachdenken, woran man sie erkennt. Das Kriterium „sechs Monate arbeitslos“ sagt entschieden zu wenig aus. Und zudem erhebt sich die Frage, worin der volkswirtschaftliche Nutzen liegt, wenn wir Menschen zu Tätigkeiten heranziehen, für die sie nicht qualifiziert sind. Wäre der arbeitslose Betriebswirt als Küchen hilfe denn wirklich ein Gewinn fürs städtische Krankenhaus? Schließlich sollte gemeinnützig nicht von gemein kommen, sondern von allgemein nützlich.


IM: Die geschilderten Vorfälle, Vorwürfe und politische Einstellung lässt sich 1:1 auf die Schweiz übertragen. Frau Hammerl hat uns erlaubt hie und da einen ihrer Artikel vom Profil.at unter Quellenangabe zu veröffentlichen. Sie ist für mich eine wunderbare Journalistin, die es immer wieder versteht, Dinge auf den Punkt zu bringen. 

Mittwoch, 24. November 2010

Älteste Blog der Schweiz ?

Dieser Tage hat ja "Lupe - der Satireblog" sein 4 jähriges Jubiläum gefeiert. Anlass für mich, einmal die genaue Geburtsstunde unseres Blogs bzw. Basisplattform zu checken. Das Alter einer Domain oder Webseite ist für das Ranking in den SERPs von Google & Co. äusserst wichtig, schreibt man dazu auf der HP von "Domain-Alter bestimmen"

Wird eine Domain über einen langen Zeitraum immer wieder mit neuen Inhalten erweitert und wächst diese beständig, fliesst dies positiv in die Bewertung ein. Eine lange Historie einer Domain zeigt, dass diese stabil, gefragt und interessant ist. Ab einem gewissen Onlinezeit scheint sie allerdings enorm schnell zu altern. Derzeit bei uns fast 42 Jahren ! Da hat wohl noch niemand im Lande gebloggt. 

Nachstehend das Ergebnis in einer Grafik. Mein Alter kann es mal nicht sein. Da liege ich weit darüber. Und die ausgewiesenen Zahlen können so auch nicht stimmen. Mehrmals versucht. Er bleib aber bei seinem Ergebnis. Ohne überheblich zu klingen - somit zählen wir zu den ältesten Blog in der Schweiz - oder ?  


Bitte zum Vergrössern anklicken 

Dienstag, 23. November 2010

Und wo bleiben wir ???

Egal ob "Licht ins Dunkel","Spendenmarathon" usw., sie alle nutzen die vorweihnachtliche Zeit um an das Geld der Zuseher zu kommen. Um zusätzlich den Mitleidsfaktor zu steigern werden diverse Filmchen eingespielt, die zu 90 Prozent im Ausland aufgenommen wurden.

Sicher erschüttern einem solche Bilder, die man da und dort sieht. Vergleichen wir aber diese Bilder mal mit einem Sozialhilfebezieher in der Schweiz. Er hat vorher 40 Jahre gearbeitet, ist nicht mehr vermittelbar, ausgesteuert – Endstation Sozialhilfe. Hier wird sie/er mit diversen Regeln konfrontiert, an die man sich zu halten hat, wenn man Sozialhilfe bezieht. zB. kein Fahrzeug mehr. Angepasster Wohnraum (den es so trotzdem nicht gibt), beschränkter Zugang zum Gesundheitssystem usw.

Angepasst an deren Kultur und örtlichen Gegebenheiten sind beide armutsbetroffen oder armutsgefährdet. Der Sozialhilfebezieher weiss welchen Betrag er erhält. Jene in Afrika wissen nicht, wieviele Franken es braucht, damit sie einen in die Tasche bekommen. In der Schweiz sind wir ja heute soweit , das Familien mit 4 oder mehr Kindern auch als sozialgefährdet zählen. Die Praxis bestätigt, es ist hart. Trotz Fulltimejob. Wir haben also eher unseren Kinderdurchschnitt auf 1,35 Kinder gesenkt. Ohne Zwang von oben. In den sogenannten Schwellenländern sind für Eltern Kinder insofern Kapital, da sie Arbeitskräfte darstellen, die die Familien ernähren, fürs Einkommen sorgen. Mühlratten werden sie genannt.  Umgekehrt ist aufgrund der Hygiene die Kindersterblichkeit im ersten Jahr relativ hoch. Jetzt erlaubt ja sogar der Papst Präservative. Geburtenkontrolle – davon habe ich in all den netten Spots nur wenig bis gar nichts gehört. Hier sollten wir oder diejenigen Vorort ihre Hilfe lenken. Den Kinder den ausgemusterten PC-Schrott vor der Haustür abzuladen, damit die Kinder unter den schlimmsten Bedingungen noch verwertbare Metalle rauszuwaschen. Weiters sind sie billige Erntehelfer und Wasserträger. Beruhigen wir etwa mit einer Spende unser schlechtes Gewissen oder sind wir der Meinung, mit unseren Kleidersammlungen aus Chemiefaser lindern wir dort die Not. Nein, sie verursacht Ekzeme und andere schlimme Krankheiten.

Und bei den Organisationen (Obdachloser Maserati)

Alice Schwarzer (Herausgeberin und Feministin) hat trotz ihrer Intelligenz 500.000.- Euro-Lehrgeld bezahlt und einem Betrüger in den Rachen geschmissen. Laut Medien ist kein einziger Euro weitergegebn worden. Sie dienten dem Herrn zur Befriedigung seiner luxurösen Bedürfnisse. Dazu schreibt die Süddeutsche unter "Betrug mit Spendengeldern". Die Geschichte der Bereicherung an Spenden ist keine neue Erfindung. Wo es viel Geld zu verteilen gibt, ist oft auch die Gier der Verteilenden nicht weit. Meist liegt das Problem in der mangelnden Kontrolle - oder der Gutgläubigkeit. Auch bekannte Beispiele wie das Kinderhilfswerks Unicef blieben nicht verschont. Dort wurden 2007 einem pensionierten Mitarbeiter, ohne dass es einen schriftlichen Vertrag gab, für die Spendenwerbung Provisionen gezahlt, und zwar 280.000 Euro für zwei Jahre. Die Folge dieser Enthüllung: mehrere Millionen Euro entgangene Spenden, der Rücktritt des gesamten Vorstands, der Absprung mehrerer tausend Fördermitglieder und der Entzug des Spendensiegels. Spektakulär war jüngst auch der Fall der Treberhilfe, eines Berliner Projekts für Obdachlose. Der Chef der gemeinnützigen GmbH fuhr zu "Repräsentationszwecken" einen Maserati als Dienstwagen, der mehr als 114.000 Euro gekostet haben soll. Als auch die Höhe seines Jahresgehalts massiv kritisiert wurde, trat er im Frühjahr von seinem Posten als Geschäftsführer zurück. Die Liste liesse sich hier beliebig fortsetzen. Das ist aber nicht des Pudels Kern. 

Bei all diesen Wirren im Spendendschungel stellt sich für mich die Frage, warum erfahren Armtsbetroffene in der Schweiz nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie jene der Drittländer. Noch vor 1500 Jahren sah es in der Schweiz auch nicht anders aus. Keine befestigten Strassen, keinen Elektrizität, keinen Autos, keine Bahn und keinen Einkaufszentren. Morast, wilde Bäche und einfache Hütten. Damals fehlte Radio und Fernsehen. Hätte aber an der Situation nicht viel verändert.

Damit wir uns richtig verstehen. Ich anerkenne die grossartige, langjährige Tätigkeit international tätiger Organisationen. Jeder VIP hat heute schon seinen eigenen Verein. Nur sehr wenige, die man auf zwei Händen abzählen kann, kümmern sich um ihre Mitbürger in der Schweiz. Hier fehlt mir das vielgepriesene "Wir-Gefühl". Auch der Nachbar kämpft vielleicht Monat für Monat, aber selten macht er es öffentlich. Im Gegenteil. Sie ziehen sich eher zurück um unangenehmen Fragen auszuweichen. Gerne gibt man um zu helfen – aber wir wüssten auch wohin das Geld geht und stellen uns die Frage, warum die Menschen am Rande der Gesellschaft im Lande weit weniger davon profitieren. Und ehrlich gesagt zum Abschluss: Das Angebot ist nicht mehr überschaubar und noch weniger kontrollierbar. Kein leichter Job für die Zewo.

Zum Thema :
"Vorsicht vor schwarzen Schafen" (bei Haitihilfe) Sueddeutsche.de

Montag, 22. November 2010

Schon mit einer Gesprächstheraphie versucht ?

Kommentar zur Abstimmung


Jeder versucht seine Ansicht, seine Ideen und Konzepte unters Volk zu streuen. Am radikalsten die SVP. Ich wäre ja der Meinung, dass man vor der Abstimmung die 650.000 Auslandsschweizer befragen hätte sollen. Wie geht es ihnen im gewählten Land? Wie werden sie dort von der einheimischen Bevölkerung anerkannt. Wie leicht ist es ihnen bei der Niederlassung ergangen oder wurden ihnen bürokratische Hindernisse in den Weg gestellt ?

Wer die bösen Geister rief, muss mit ihnen leben. Hauptsächlich in der Industrie und Handwerk setzt man die Zugewanderten ein. Dort tragen sie einen nicht unerheblichen Teil zum Bruttosozialprodukt der Schweiz bei und helfen auch dank ihrer Arbeit den Millionären als billigste Arbeitskraft zu weiterem Einkommen. Inwieweit ist es überhaupt im Zuge all der bestehenden Menschenrechtsorganisationen überhaupt möglich sein sollte,  eine solche Abstimmung durchzuführen ohne das dabei Menschenrechte verletzt werden, steht auf einem anderen Blatt Papier. 

Ich kenne genug Schweizer IV-Antragsteller und Menschen am Rande der Gesellschaft, die auch gerne ihre Argumente anders vortragen möchten. Nur dank der Erziehung unserer Eltern haben wir dabei andere Hemmschwellen. Statistiken gibt es keinen verlässlichen. Für Schlagzeilen eigenen sich natürlich bei Straftaten, Rasereien oder Alkoholexessen ausländsiche Bürger besser. Das bringt Quote. Im Umkehrschluss heisst das aber keineswegs, dass die seit Generationen ansässigen nicht auch solche Verstösse verüben.

Lassen wir einmal für drei Tage die Arbeit, welche von Ausländern erfüllt werden ruhen. Bald würden wir merken wo diese Menschen sich ihr Brot verdienen. In erster Linie sind es Menschen. Religionen sind ein heikles Thema und in 2000 Jahren bis heute nicht gelöst werden. Paradoxerweise hofieren wir die sogenannten VIPS, welche nur pauschal besteuert werden. Unabhängig davon ob alle Menschen laut Verfassung gleich sind. Es gibt genug ausländische Mitbürger, die mehr hinter ihrer neuen Heimat Schweiz stehen, als mancher Schweizer. Ohne den roten Pass.

Paradox, in die Herkunftsländer fahren wir gerne auf Urlaub. Aber als Nachbarn in der Schweiz möchten wir sie nicht haben. Plötzlich haben wir Probleme mit deren Kultur usw. Laut Medien mag es mehr ausländische Straftäter geben. Dazu haben wir aber heute schon ausreichende Mittel um sie aus der Schweiz abzuschieben. Oder wie ein Leserbriefschreiber festhielt – "Was machen wir mit den straffällig gewordenen Schweizern?".

Ich glaube, dass wir im aktuellen Tagesgeschäft noch genug dringendere Problem haben und diese Abstimmung nur davon ablenken soll. Vor allem im Sozialbereich, die Zahl der Armutsbetroffenen und die Rentner , die man immer mehr zur Kasse bittet, weil zu viele Jugendliche sich in die Hängematte hängen. Im Gesundheitsbereich wäre es schlichtweg eine Katastrophe, ohne die deutschen und österreichischen Fachkräfte. Sorgen mache ich mir weniger ob ein paar Reiche die Schweiz verlassen, sondern, ob diejenigen welche hier brav ihrer Arbeit nachgehen, leistungsgerecht entlöhnt werden um die steigenden Grundlebenskosten zu stemmen. Als Beispiel sei hier nur Krankenkassenprämien, Wohnungsmieten, sozialer Wohnungsbau u.v.a.m. zu benennen. 

84 Prozent der Befragten haben lt. Umfrage mit Einwanderern gute Erfahrungen gemacht. Also bitte Herr Brunner & Co. Ihre Kühe berieseln sie mit Musik. Die Menschen geausserhalb der SVP gehen ihnen anscheinend am berühmten A… vorbei. Die klugen Köpfe des Landes sollen sich an einen Tisch zusammensetzen und Konzepte erarbeiten. Nur gemeinsam und in einem harmonischen Verhältnis wird es gelingen, die Schweiz wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Vergesst dabei nicht die armen, sozial schwachen  Menschen in der Schweiz. Wie wäre es heuer mal mit einer Patenschaft für ein Schweizer Kind? Vielleicht hilft dem ein oder anderen eine Gesprächstheraphie an der Notrufsäule. 

So beschleunigen Sie Ihren PC mit SSD

Im Video zeigen wir Ihnen, wie einfach es ist einen PC mit einem Solid State Drive (SSD) aufzurüsten. In vier Beispielen demonstrieren wir den dadurch entstandenen Geschwindigkeitsgewinn im Vergleich mit einer klassischen Festplatte (HDD).


Quelle : PC-Welt TV

Freitag, 19. November 2010

Mit Kindern reden ist Silber - Ihnen zuhören Gold

Die diesjährige Tagung der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen EKKJ dreht sich um das zentrale Recht von Kindern und Jugendlichen angehört zu werden und ihre Meinung zu äussern. Nicht nur ab und zu und irgendwo, sondern so oft wie möglich und sicher dann, wenn es direkt um sie geht. Dazu entsteht am 18. und 19. November 2010 ein Ideenlabor im Kongresshaus Biel, wo Fachleute aus Politik, Rechtssprechung, Sozialarbeit und Psychologie sich aktiv dem Thema nähern, und ganz im Sinne der Tagung: Zuhören, mitreden, mitmachen.

Im Zentrum der diesjährigen Tagung der EKKJ steht Artikel 12 der Kinderrechtskonvention: Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Meinungsäusserung und Anhörung, in allen Angelegenheiten welche ihr Leben betreffen – in der Schule, der Familie, der Gemeinde, aber auch bei Scheidungen und allen weiteren rechtlichen Verfahren. Kommunizieren – in den verschiedensten Kanälen und Technologien - ist heute so essenziell, dass nicht umsonst von Kommunikationszeitalter die Rede ist, und Descartes leicht abgeändert lauten könnte: „Ich kommuniziere, also bin ich“. Umso erstaunlicher also, dass Kinder und Jugendliche oft gerade dort nicht zu Worte kommen, wo ihre Stimme sehr wichtig wäre: So wurde gemäss einer Studie des Nationalen Forschungsprogramms 52 (2002) nur jedes zehnte Kind vom Gericht bei einer Scheidung angehört. Neun zu wenig.

Gründe dafür finden sich einerseits in der allgemeinen Haltung der Gesellschaft gegenüber Kindern und Jugendlichen: Letztere haben nach wie vor nicht den gleich hohen Status wie Erwachsene. Andererseits ist es auch nicht immer ganz einfach mit Kindern zu sprechen, sie zum Reden zu bringen, ihre Meinung zu erfahren. Gerade in heiklen Situationen, z.B. Konflikten braucht es viel Fingerspitzengefühl dafür. Expertinnen und Experten aus Politik (Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss), Rechtssprechung (Jean Zermatten, UNO-Ausschuss für die Rechte des Kindes; Michelle Cottier, Uni Basel), Psychologie (Heidi Simoni und Maria Teresa Diez, Marie-Meierhofer Institut für das Kind Zürich) referieren und diskutieren Hintergründe und Fragen rund um das Thema.

In moderierten Gruppendiskussionen kommen die Teilnehmenden zu Wort und erarbeiten Denkanstösse und konkrete Lösungsvorschläge. Kinder und Jugendliche selber wurden im Vorfeld der Tagung befragt. In zwei Blöcken von Points of Interest werden unterschiedlichste Aspekte beleuchtet: Kindesschutz, Scheidungsverfahren, Schule, Familie, Stadtentwicklung, Kinderanwaltschaft u.v.m.

Die Tagung endet am 19. November, nicht aber die Arbeiten zum Thema: Im Herbst 2011 veröffentlicht die EKKJ einen Bericht aufgrund der Tagungsresultate mit Ideen und Forderungen an Politik und Gesellschaft, damit das Recht auf Meinungsäusserung und Anhörung je länger je weniger toter Buchstabe bleibt, sondern immer mehr in der Praxis gelebt wird - zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen .

Zum Schluss das Wort einer direkt Betroffenen: „ (…) da möchte ich gerne auch dabei sein, wenn es um mich geht. Ich bin ja nicht nur ein Stofftier, das man einfach so schnell verschenkt.“

Donnerstag, 18. November 2010

Es muss auch mal fertig sein !!!!!!!

Der Bundesrat empfiehlt die Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. Mit dem am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen existiert bereits eine ausreichende, bundesweite Minimalregelung.

Am 18. Mai 2010 wurde mit 133'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei die Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen eingereicht. Laut den Autoren bietet das Bundesgesetz keinen ausreichenden Schutz vor dem schädlichen Passivrauch, insbesondere nicht für Arbeitnehmende in der Gastronomie.

Der Bundesrat empfiehlt die Initiative ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. Mit dem am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen existiert bereits jetzt eine ausreichende bundesweite Minimalregelung. Zudem bietet das geltende Bundesgesetz den Kantonen die Möglichkeit, weitergehende Regelungen zum Schutz der Gesundheit zu erlassen.

Das Eidgenössische Departement des Innern wurde beauftragt, bis Anfang 2011 eine entsprechende Botschaft vorzulegen.


Eidgenössisches Departement des Innern

Internet: http://www.edi.admin.ch
Zum Thema : Tagesanzeiger.ch

Mittwoch, 17. November 2010

Glanz und Blaulicht

Eine Moderatorin des SF scheint sich dieser Tage einige Problem eingehandelt zu haben, die sie lt. den Zeitungsberichten voll selbst zu verantworten hat. Es reicht eben nicht "schön" zu sein und einen Schickimicky-Sendung im Schweizer Fernsehen zu moderieren. Jener Fernsehanstalt, die laut unserer Zwangsgebühren einen Bildungsauftrag hat und zumindest von ihren Mitarbeitern ein gewisses Mass an Anstand verlangen darf. Beim Durchlesen des betreffenden Blogbeitrages der 29-jährigen mag man zwar vorerst denken, ja die Polizei. Scheinbar hat sich die Dame geärgert, dass die drei Polizisten sie so gar nicht als prominent sahen, als jene die sie offenbar den ganzen Tag umgeben. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Egal ob Schicky oder Micky. 

"Sie nimmt kein Blatt vor den Mund" wird sie beschrieben. Anfangs November wurde Frau Annina Frey (29) von der Polizei angehalten wurde und musste sich einem Alkoholtest unterziehen. Sie war vorher im Verkehr mit ihrer Fahrweise aufgefallen. Und es kam was kommen musste. Die junge Dame schien offenbar überarbeitet gewesen zu sein, oder wie sie selbst schreibt müde. Müde sollte und darf man kein Auto lenken. Das ist keinen Erfindung der Züricher Polizei, sondern Strassenverkehrsrecht. Öffentlich lässt sie sich auf ihrem Blog über das Erlebte aus. Seitenhiebe sind das eine .Dieses Geschreibsel kann aber kein Vorbild für unsere Jugendlichen sein. Offenbar funktionieren nur mehr zwei Reflexe in ihrem Gehirn – Männer haben mich schön und reizend zu finden und dazu ihre sexuellen Fantasie-Ergüsse. So dürfte sie im SF nicht einmal die Werbung kommentieren. Schöne Frauen haben keine Sonderprivilegien. Nicht vor der Polizei. Noch weniger vor ihren Kunden, dem zahlenden Fernsehzuschauern.

«Bis heute ist mir nicht klar, was genau der Antrieb ist, Polizist zu werden. Der Wunsch, die Menschheit zu verbessern, kann es offensichtlich nicht sein. Denn wären wir alle so, wäre die Welt eine Katastrophe. Oder vielleicht ist es einfach der Frust, im privaten Leben niemanden rumkommandieren zu können.» Ja es muss schon hart sein, wenn ihr Outfit nicht wirkt. Umgekehrt haben wir noch andere Werte in unserer Gesellschaft, die nicht nur Glanz und Glorie heissen. Geflissentlich verheimlicht sie zu guter Letzt, dass sie den weiteren Weg per Strassenbahn fortsetzen musste und ihren geilen Mini stehen lassen musste.

Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich bestätigt: «Es stimmt, Annina Frey wurde von uns kontrolliert, weil sie den Verkehr behindert hat. Sie wurde verzeigt, jetzt nimmt sich ein Richter dieser Sache an.» Man kann vieles entschuldigen - aber solches Benehmen ist einfach einer Moderatorin, die dazu noch eine Vorbildfunktion ausüben sollte, nicht würdig und keinesfalls tragbar. Erst dieser Tage mussten wir lesen, dass es in Zürich zu viele Taxler gäbe. Zahlt das SF so schlecht, dass sie sich ein solches nicht leisten wollte. Obwohl schon weit über Mitternacht, hatte sie noch die Energie ihren Blogeintrag zu verfassen, obwohl sie sooooo müde war.

«Logisches Denken scheint den Jungs (..Polizisten Red.) nicht zu liegen. Klar, wenn man als Mann 10 cm sowieso des öfteren für 20 cm hält» schreibt sie weiter. Stellt sich nur die Frage wer hier logisch gedacht hat. So gehört sie aus dem Fernsehen entfernt, damit unsere Kinder und Enkel nicht mit solchen Fantasien eines präpotenten Frau(lein)s aufwachsen müssen. Solche unqualifizierten Hasstiraden gehören auf einen anderen Kanal. Mitten in der Wüste.

Abrisse : Blick.ch

Dienstag, 16. November 2010

Montag, 15. November 2010

Die Migros garantiert ihren Mitarbeitenden nicht einmal den Teuerungsausgleich

Wie schon in den vergangenen Jahren gewährt die Migros ihren Angestellten lediglich individuelle Lohnerhöhungen. Die Mindestlöhne werden nicht angehoben. Die Migros-Beschäftigten sind damit auch bei der diesjährigen Lohnrunde völlig vom Goodwill ihrer Vorgesetzten abhängig.


Die Migros rühmt sich ihrer genossenschafltichen Tradition und beruft sich auf Gottlieb Duttweilers Erbe. Die Gewerkschaft Unia setzt sich mit ihren Mitgliedern dafür ein, dass Migros ihren Wurzeln wirklich treu bleibt.
Die von der Migros angekündigte Erhöhung der Lohnsumme um 1.25 bis 1.75% (je nach Geschäftseinheit) für das kommende Jahr ist enttäuschend und liegt klar unter dem Ergebnis des Konkurrenten Coop, der die Lohnsumme um fast 3 Prozent erhöht. Tatsache ist: Nicht einmal der Teuerungsausgleich wird allen Mitarbeitenden gewährt. Ein Teil der Migros-Angestellten wird darum einmal mehr leer ausgehen.

Wie schon in den vergangenen Jahren gewährt die Migros keine generelle Lohnerhöhung. Die Löhne werden nur individuell angepasst. Das macht die angekündigten Lohnanpassungen nicht überprüfbar. Vor allem aber sind die rund 80'000 Migros-Beschäftigten auch bei der diesjährigen Lohnrunde völlig vom Goodwill ihrer Vorgesetzten abhängig.

Keine Erhöhung der Mindestlöhne

Betroffen davon sind auch die tiefsten Löhne. Dies ist umso schwerwiegender als die auch Migros die Mindestlöhne erneut nicht anhebt. Der sogenannte «Bruttomindestlohn» stagniert damit seit 2009 bei 3700 Franken. Allerdings kann dieser Mindestlohn in einzelnen Betrieben unterschritten und bis 3300 Franken gesenkt werden. Die von der Migros gewährte Einmalzahlung von 750 Franken pro Mitarbeitenden ist zwar ein Trostpflaster, ist aber im Hinblick auf die künftige Lohnentwicklung nicht wirksam.

Die Unia war an der Aushandlung dieses ungenügenden Lohnabschlusses nicht beteiligt. Zwar ist die Unia die Mehrheitsgewerkschaft der Migros-Angestellten, doch schliesst die Migros die Unia systematisch von der Sozialpartnerschaft aus.

Sonntag, 14. November 2010

Die Schweiz und das ausländische Gesundheitspersonal: Präsentation von drei neuen Studien

Die Arbeitstagung Nationale Gesundheitspolitik ist Teil der Bestrebungen von Bund und Kantonen, eine gemeinsame nationale Gesundheitspolitik weiter zu entwickeln und zu stärken. Dieses Jahr widmet sich die Arbeitstagung der Versorgung mit Gesundheitspersonal. Im Fokus stehen die Massnahmen zur Sicherung des steigenden Bedarfs an qualifiziertem Personal im Bereich der Gesundheitsversorgung und – damit verbunden – Fragestellungen rund um die Migration von Gesundheitspersonal. Drei neue Studien wurden anlässlich der 12. Arbeitstagung in Bern vorgestellt.

Unter dem Titel "Personalrekrutierung und Personalmigration im Gesundheitswesen" befasste sich die Arbeitstagung mit den Folgen einer zu grossen Abhängigkeit von im Ausland ausgebildeten Fachleuten für das schweizerische Gesundheitssystem. Bundesrat Didier Burkhalter, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern, legt in seinem Einführungsreferat den Fokus auf den Nachwuchs für die Gesundheit von morgen. Staatsrat Pierre-Yves Maillard, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Waadt und Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), hat aufgezeigt, was die Kantone gegen den Personalmangel im Gesundheitswesen unternehmen können.

Angesichts des weltweiten Mangels an Gesundheitspersonal, der zurzeit auf mehr als vier Millionen Personen geschätzt wird, haben die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai 2010 einen globalen Kodex für die grenzüberschreitende Anwerbung von Gesundheitsfachkräften verabschiedet. Dieser nicht verbindliche Kodex soll die Mitgliedstaaten dazu bewegen, ethische Grundsätze für die internationale Rekrutierung zu fördern, um so die Gesundheitssysteme der Entwicklungsländer zu stärken. Insbesondere empfiehlt er den Mitgliedstaaten, nicht in den Entwicklungsländern mit besonders gravierendem Personalmangel im Gesundheitsbereich zu rekrutieren, die Arbeitsbedingungen für das zugewanderte Gesundheitspersonal zu verbessern, im Rahmen des Möglichen inländische Arbeitskräfte anzustellen und die Datenerhebung zu verbessern. Bis 2012 muss der WHO ein Bericht zur Situation in der Schweiz zugestellt werden.

Im Rahmen ihrer Gesundheitsaussenpolitik hat die Schweiz 2008 unter der Federführung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eine interdepartementale Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Umsetzung dieses Kodexes vorzubereiten. Diese Arbeitsgruppe, die aufzeigen soll, welche Rolle die Schweiz in Bezug auf die weltweite Personalknappheit spielt, hat drei Institutionen mit der Prüfung von drei Aspekten beauftragt: der statistischen Dokumentierung, den Vorgehensweisen bei der Rekrutierung und den Formen der Zusammenarbeit der Schweiz. Diese Arbeiten konzentrieren sich auf das ärztliche Personal und das diplomierte Pflegefachpersonal. Die drei Berichte wurden an der 12. Arbeitstagung Nationale Gesundheitspolitik präsentiert.

Der erste Bericht, der vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium erstellt wurde, bietet eine statistische Beschreibung der Migration des Gesundheitspersonals in der Schweiz. Er bestätigt die Abhängigkeit des schweizerischen Gesundheitssystems von im Ausland ausgebildetem Gesundheitspersonal. Grösstenteils stammt dieses aus den angrenzenden Ländern; nur ein sehr kleiner Teil stammt aus aussereuropäischen Ländern. Der Bericht zeigt ebenfalls, dass die in der Schweiz absolvierten Ausbildungen zwischen 2002 und 2008 zurückgingen, während die Immigration zugenommen hat. Schliesslich empfiehlt der Bericht, eine strategische Planung einzuführen, die sowohl den Bildungsfragen als auch der Personalerhaltung im Gesundheitswesen Rechnung trägt.
Der zweite Bericht wurde von der GDK verfasst. Er bietet eine qualitative Analyse der Standpunkte der Arbeitgeber und der zugewanderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Rekrutierung und zum Berufsleben in der Schweiz. Die meisten Arbeitgeber geben an, nicht aktiv im Ausland zu rekrutieren, da die Schweiz auf europäischer Ebene von einer gewissen Attraktivität profitiert. Sie sind hingegen schlecht informiert über die globalen Auswirkungen dieser Migration (den so genannten "Domino-Effekt"). Die Migrantinnen und Migranten sind im Allgemeinen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, abgesehen von der Lohngleichheit. Zudem stehen sie der Einführung einer "zirkulären" Migration, von der sowohl die Herkunfts- als auch die Aufnahmeländer profitieren würden, skeptisch gegenüber.
Der dritte Bericht wurde vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) erarbeitet. Darin wird die schweizerische Praxis der internationalen Zusammenarbeit untersucht, die Auswirkungen auf die personalpolitischen Konzepte im Gesundheitsbereich einiger Entwicklungsländer hat. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die öffentlichen und privaten Akteure in der Schweiz zahlreiche bilaterale und multilaterale Initiativen unterstützen. Diese Initiativen sind jedoch nur wenig koordiniert und haben nicht in erster Linie zum Ziel, der Migration des Gesundheitspersonals entgegenzuwirken.

Hinweis: Alle Berichte sind auf den Internetseiten des BAG, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und jenen der drei Institutionen verfügbar.

Freitag, 12. November 2010

Kurze Augenblicke


NEU NEU NEU NEU ...............

Vier Tage Zwischenstopp im Spital - Teil 2    ( Teil 1 )

Der Nachbar rechts träumt sich dem neuen Morgen entgegen. Doch um etwa 6 Uhr ist es plötzlich vorbei mit der Stille. Mit einem freundlichen "Guten Morgen !" werden die Patienten in den Tag geschickt. 

In einen Tag, der für den einen noch eine Menge Untersuchungen bereit hält oder es ist der grosse OP Tag. Erste zaghafte Schritte zur Morgentoilette. Mühsam verlassen diejenigen, welche noch selbstständig können, ihre Betten um sich der Post veröffentlichenKörperpflege zu widmen. Anderen wird von den Schwestern dabei geholfen. Das ist auf den Stationen dasselbe Prozedere wie auf der Intensivstation. Langsam erwacht der Moloch aus seiner nächtlichen Verschnaufpause. Bald folgt die Frühstückszeit. Nicht das feine Buffet mit Wurst, Schinken und Kaviar. Zwei Brötchen, ein kl. Becherchen Marmelade und eines mit Butter und dazu wahlweise Kaffee mit heisser Milch oder Tee. Noch sind die Gespräche zurückhaltend. Stumm sitzt man am Tisch neben seinem Zimmerkollegen und hängt seinen eigenen Gedanken nach. Tageszeitungen gibt es erst später. So wird das einzige, abgegriffene Magazin im Zimmer zu fünften Mal gelesen, um die Zeit bis zum ersten Termin zu verkürzen. Rund um 9 Uhr beginnen die ersten Visiten. Einmal wöchentlich die sogenannte Chefarztvisite. Mit der oder dem Leiter der Abteilung, die man sonst während eines Aufenthaltes nur selten zu Gesicht bekommt. Ausser man geniesst Prominentenstatus wie zB. Herr Felix.

In erster Linie betreuen Assistenzärzte die Patienten. Sie untersuchen, bereiten Ergebnisse von Laboruntersuchungen vor, halten kurze Patientengespräche. Sammeln Daten, die dann bei den morgendlichen Arztmeetings besprochen werden. Das ganze läuft ab wie ein Uhrwerk. Man könnte fast die Uhr danach stellen. Ruhe findet man zwar zwischendurch. Sie ist aber meistens von kurzer Dauer. Da einen Blutentnahme, dort wird der Blutdruck gemessen oder Verbände gewechselt. Es ist ein Kommen und Gehen. Zwischendurch nickt man kurz ein, um dann wieder aus irgendwelchen Gründen geweckt zu werden. Kurzweiliger ist es in jenen Zimmern, wo Fernsehgeräte installiert sind. Für Dauerschläfer ist so ein Krankenhaus nicht geeignet. Mit der Fallkostenpauschale wird das wahrscheinlich noch intensiver. Denn nur dann können die Spitäler sparen. Je schneller behandelt wird, je mehr bleibt von der Pauschale. Blutige Entlassungen hört man da und dort. Steht nichts Wichtiges an, entschlüpft man für kurze Zeit seinen paar Quadratmetern, um sich an die frische Luft oder einen kleinen Cafe zu begeben – durchzuatmen. Vorher abmelden nicht vergessen. Fast wie beim Bund. Aber für den reibungslosen Ablauf verständlich. Nur kurz während der Mittagsstunden wird es auf den Stationen etwas ruhiger. Dann gehen alle von der ärztlichen und Pflegeriege zu Tisch. Zurück bleibt nur eine Stationswache. Nachmittags empfangen die meisten Besuch ihrer Familien. Je nach Temperament kann es da schon mal lauter werden. Einzelne Patienten liegen auf ihren in ihren Betten und dösen vor sich hin oder betrachten das bunte Treiben. Sie haben wenig bis fast keinen Besuch. Schmerzvoller eher für Frischoperierte.

Ein Krankenhaus dieser Grösse hat auch einen Ausbildungsauftrag. Sei es im Schwesternbereich, als auch bei den Ärzten. Da läuft es halt nicht immer rund. Aber Hektik und Unwirschsein wäre dabei fehl am Platz. Diese Nachwuchskräfte müssen ihr Metier ebenso lernen, wie tausende vor ihnen. Da und dort wird ein anders gefärbtes Deutsch gesprochen. Immer mehr aus dem grossen Nachbarkanton suchen und finden Arbeit im Schweizer Gesundheitswesen. Und sie werden gebraucht. Ärztemangel macht sich auch in der Schweiz bemerkbar. Detto beim Pflegepersonal. Ein gefährlicher Weg ,wenn der Zustrom plötzlich ändert oder abreisst.

Nach ein paar Tagen ist bei den meisten Patienten die Unruhe und Hektik am verblassen. Man hat sich an den Tagesablauf gewöhnt. Hat den grossen Komplex halbwegs erforscht. Weis, dass die Handytarife inzwischen teurer sind , als die Krankenhaustarife. Ebenso hat man die letzten Eckchen erforscht wo man in Ruhe und unbeobachtet seine Zigarette rauchen kann. Die Schmerzen haben sich bei den meisten beruhigt und der Stalldrang meldet sich. Man möchte am liebsten gleich nach Hause. Raus. Heim zu Mutti.

Teil 3 demnächst

Augenblicke eines Krankenhausaufenthaltes

Zum Thema : Die 7 Todsünden im Gesundheitswesen (Tagesanzeiger.ch)

Mittwoch, 10. November 2010

Ran an die Bullen

Da streiten sich die Leut’ herum wohl um den Wert des Glücks,
der eine heißt den andern dumm, am End’ weiß keiner nix.
Da ist der aller ärmste Mann dem andern viel zu reich.
Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich.
Ferdinand Raimund in seinem Zaubermärchen »Der Verschwender«, 1834

So beginnt das bekannte Hobellied im Verschwender, geschrieben 1834. Vielleicht ahnte der Gute schon damals, wie sich unsere Welt verändern würde. Nur das mit dem Gleichhobeln funktioniert dann doch nicht so in der Praxis. Es wird gestritten, es wird demonstriert und man geht auf die Barrikaden. Aber länger wie mehr, verlagert sich das eigentlich Thema in den Hintergrund. Von wegen gleichhobeln. Da wird lieber vom sogenannten schwarzen Block randaliert, der die eigentlichen friedlichen Demonstranten an den Rand der eigentlichen Demo drängt. Ein Fressen für die Medien, die uns dann die Bilder in Sondersendungen, Nachrichtensonderberichterstattung und Newsblocks von dieser Randale, sinnloser Zerstörung und den agierenden Polizisten zeigen. Stuttgart 21 ist ein Paradebeispiel, wie hier grosszügig Steuergelder verprasst werden. In einer Zeit wo Hartz IV- und Sozialleistungen gekürzt werden ein glatter Hohn. Hier werden unbeteiligte Mitbürger zur Kasse gebeten und können sich unabhängig ihrer persönlichen Meinung, nicht dagegen wehren. Umgekehrt schimpft man auf Sozialhilfebezieher. Verwundert vernimmt man die Zahlen, welche zur Sicherung eines Fussballspiels an Polizeieinsatz notwendig sind. 1Million wie in St.Gallen. Wo bleibt da der Sport ?

Das dort Bürger wie du und ich, ihren schweren Dienst in Uniform versehen, stört niemand. Gerade die jüngsten Atomlagertransporte haben gezeigt, dass die Polizei weit über ihrer Belastungsgrenze in Anspruch genommen wird. Sie müssen die „Spinner“ von den Gleisen durch die Landschaft wegschleppen, während die getragenen "Demonstranten" freundlich in die Gegend winken.

Das hat nichts mehr mit dem Demokratieverständnis unserer Väter zu tun. Das ist reiner Chaotentourismus. Chaotentum. Randalle pur. Die Politiker wurden gewählt. Man kann das bei der nächsten Wahl korrigieren. Nur wer stellt sich dann künftig überhaupt noch für Politik zur Verfügung. Wer möchte noch “Freund und Helfer“ zum seinem Berufsziel wählen. Frauen und Mütter müssen um ihre Söhne bangen. Schuld ist immer die Staatsmacht. So leicht ist es nicht, künftig die Probleme am Schopf zu packen. Alles was grösser als ein Einfamilienhaus gebaut wird, da ist mit einer Demo zu rechnen. Es mag ja ein verbrieftes Recht sein, das mit der Meinungs- und Redefreiheit. Es ist aber umgekehrt auch das gleiche Recht, wenn sich Polizisten gegen persönliche und lebensgefährliche Angriffe wehren. Ich bin Sohn eines Polizisten und weis von was ich schreibe.

“Bei mir zu Hause kommt der Strom sowieso aus der Steckdose“. Also sind wir gegen Atomkraft. Wasserkraftwerke verschandeln die Umwelt. Windkraft stört die Anwohner. Das kann auch nicht die Lösung sein. Denn da müssten alle Demonstranten zu Hause in ungeheizten Höhlen leben. Bei Kerzenlicht ihr Tagwerk verbringen und abends vorm Lagerfeuer sitzen. Tun sie aber nicht. Heute wird aus jeder Mücke ein Elefant geschrieben. Die Leute folgen brav den Vorgaben der Medien. Sie sind die grösste Glaubensgemeinschaft. Denken lass sie auswärts. 

Die Schweizer Bauern bleiben vom internationalen Preissturz im Landwirtschaftssektor weitgehend verschont: 2009 verdienten sie durchschnittlich 60'000 Franken, wie aus dem Agrarbericht 2010 hervorgeht. Bänker versüssen sich schon wieder ihr Leben mit Sonderzahlungen und Zulagen. Am unteren Ende der Bevölkerungspyramide hat sich wenig geändert. Im Gegenteil. Bei ihnen beginnt man zuerst zu sparen. Ausgesteuert, IV-Revision, Gesundheitskosten, Arbeitslosigkeit bremst die Euphorie der Einzelnen. gehen aber nicht auf die Strasse. Sie haben gar nicht die Zeit dazu. Bewerben, vorstellen, Bewerbungen schreiben, Behördenwege. Schriftverkehr mit dem Grundversicherer um Medikamente, Therapien usw. Und kalt ist es sowieso bei den meisten in der Wohnung. Man kann vieles gleichhobeln, aber manches Astloch widersetzt sich den Bemühungen.

Zum Thema:
http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/armutsrisiko-fuer-familien-waechst-160368

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/11/10/castor-transport-aktuelle-stunde-im-bundestag-parteien/zoff-um-atom-politik-der-bundesregierung-kosten-einsatz.html

Dienstag, 9. November 2010

Tierwelt

Montag, 8. November 2010

Kurze Augenblicke

Vier Tage Zwischenstopp im Spital - Teil 1

I`m back! Es lupft einem den Hut, was man derzeit in den Printmedien nachliest ( ja richtig im Krankenhaus gibt es kein Internet - und wenn wird es sehr umständlich und komplizert) was derzeit rund um uns in der Gesellschaft, in Europa und auf der Welt passiert. Bei den Printmedien findet man kaum einen Unterschied zu den Onlinemedien. Teils steht dem gedruckten Wort ein Pendant im Internet entgegen. Soweit zum Thema Qualitätsjournalismus. 

Wenn man nahe an der Schwelle zum Tod steht, werden viele dieser Headnews oder sogenannten Topnachrichten klein und unwichtig. Man beginnt sich zu fragen, was ist bloss los mit unserer Menschheit . Es geht nicht mehr normal ab. Was ist schon normal ? Arm gegen Reich, nein,  jeder gegen jeden. Der Stärkere oder Bessergestellte obsiegt meistens. Sei es als Person, als Politiker oder in der Arbeitswelt. Der Vorteil eines Krankenhauses mag ja darin liegen, dass zumindest nach 20 Uhr Ruhe auf den Gängen einkehrt und das hektische Treiben des Tages sich eine kurze Verschnaufpause nimmt. Da und dort sind OP`s noch hell erleuchtet. Unfälle passieren nicht nur zu Bürozeiten. Andernorts sind die halben Fensterfronten schon dunkel. Die Stille wird nur durch die Rundgänge der Nachtschwestern von Zimmer zu Zimmer oder durch das Martinshorn der Sanitätsfahrzeuge unterbrochen, die zur Notfallaufnahme eilen. Sogar Hubschrauber bringen um diese späte Stunde noch Schwerverletzte. Der Moloch hat seinen Betrieb runter gefahren. Zur Ruhe kommt er aber trotzdem nicht. Noch hunderte dienstbare Geister, die ihren anstrengenden Nachdienst zum Wohle der Patientinnen absolvieren und deren Schlaf überwachen. Da und dort huscht noch ärztliches Personal in ihren weissen, wehenden Mäntel schnellen Schrittes über das gefallene bunte Herbstlaub über Wegen und Rasen, welche durch die Wegbeleuchtung gespenstisch beleuchtet werden. Ein romantisches  Bild, eine besondere Stimmung, auch wenn es bitter kalt ist und man nicht gerne an diesem Ort verweilt.

Die Raucher wurden ja in die Raucherzone ausserhalb der Gebäude verbannt. Frierend stehen sie da und ziehen hastig an ihren Zigaretten. Jene Raucher, welche früher bis zur letzten Minute um 22 Uhr vor Torschluss den Freigang mit ihren Glimmstengel ausgereizt haben, sind jetzt ab 20 Uhr in ihren Zimmer verschwunden. So ein Krankenhaus ruht nie. Je nach Abteilung oder gesundheitlichem Zustand geht die Betreuung einzelner Patienten die ganze Nacht hindurch weiter. Da eine Messung, dort ein Verbandwechsel. Eine Infusion muss gewechselt werden.

Man liegt im Bett und die Bilder des Tages holen einem vor dem geistigen Auge ein. Man erkennt, selbst Teil dieses Räderwerks zu sein und durchläuft verschiedene Untersuchungen im Laufe der OP-Vorbereitung. Lotsen holen einem im Zimmer ab und dann geht es ab ins unterirdische System mit seinen weitverzweigten Tunnels. Nur an den Wegweisern erkennt man, wo man sich ungefähr befindet. Auch hier unten herrscht ein kaltes Lüftlein, welches auch über der Erde die Körperempfindungen strapaziert. Schnell wird der Rollstuhl oder das Bett vor Elektrokarren gespannt, eingeklickt und von dem grossteils ausländischen Personal über die Gänge „gejagt“. Die Frauen haben offenbar grossen Spass, wenn sie flott die ein oder andere Kurve nehmen. Ich hoffe bei jeder Kreuzung, dass sie bei den Spiegeln rechtzeitig den Querverkehr erkennen, damit sie noch rechtzeitig reagieren könne. Sie sind gefragt. Permant tönt es aus den Lautsprechern ihrer Funkgeräte. A nach B, Lungenröntgen muss noch warten …..

Während man wartet, sieht man auf den einzelnen Spezial-Abteilungen Menschen, die ihr Leiden nicht mehr so verbergen können und dass sie grosse Schmerzen haben. Es ist immer alles relativ. Viele schwere Krankheiten sieht man den Menschen nicht auf den ersten Blick an. Erst in kurzen Gesprächen, um die Wartezeit zu verkürzen, erfährt man Genaueres. Manchmal ist man dann mit seinem Päckchen mehr als zufrieden. Eines aber tragen sie wie einen Orden in ihrem Ausdruck – den Willen wieder halbwegs gesund zu werden. Einfach noch ein Zipfelchen von Lebensqualität zu erhaschen und ein vielleicht paar Jährchen anzuhängen.

Abends liegt man in seinem Bett und versucht im schwummrigen Licht der Bettleuchte die Gratiszeitungen zum dritten Mal zu lesen. Sie sind praktisch zum Halten im Bett. Der Inhalt ist fürs Erste nicht so wichtig. Ablenkung um die nötige Bettschwere zu bekommen, wäre da schon eher angebracht. Morgen um 8 Uhr ist die Operation angesetzt. 6 Uhr wecken – nüchtern bleiben – wenig Wasser trinken und in den tollen Nachthemden mit offener Kehrseite auf die Abholung warten. Morgentoilette muss heute stark reduziert werden. Ich bin schon an einen Tropf angehängt und das ist nicht so praktisch dabei. Mein Gott was gehen einem da für Gedanken durch den Kopf. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube es ist die 10-te Dillertation. Eine der letzten Möglichkeiten, die letzten Reserven zu aktivieren, sie mittels Stent zu stabilisieren. Fünf Bypässe, diverse Stents verschiedener Bauart, ein paar Infarkte. Ich habe das Herz zu meinem Lieblingsorgan erkoren. Ein visierter Kardiologe nimmt sich meiner Baustelle aus. Nur mehr eine der Hauptstrassen ist frei.

Vorbei die Zweifel im Vorfeld. Soll ich es noch einmal machen lassen oder es so belassen wie es ist. Risiko ist so oder so.

Teil 2 demnächst

Sonntag, 7. November 2010

„AHVplus“ – höhere Renten für tiefere Einkommen

Bes s er e Al t er s v o r s o r ge d u r c h AHV-Au s b a u

Die SGB-Delegierten haben ein starkes Zeichen für eine bessere Altersvorsorge gesetzt. Die heutige Ersatzquote von 60 % soll erst für Einkommen über 7000 Franken gültig sein. Für darunter liegende Einkommen sollen die Leistungsziele erhöht werden – bis zu 80 % für Einkommen unter 5000 Franken pro Monat.

Wie kann man mit 60 % von 5000 Franken die „bisherige Lebenshaltung fortsetzen“, fragte ein Delegierter – und gab gleich selbst die Antwort: „Man kann nicht!“

Die SGB-Delegierten wollen dies nicht mehr akzeptieren. Jetzt, nach den abgewehrten jüngsten Angriffen auf die Altersvorsorge, der vom Volk verworfenen Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der Zweiten Säule und dem Schiffbruch der 11. AHV-Revision, sollen die Gewerkschaften für einen Weg sorgen, der aus der rentenpolitischen Eiszeit herausführt, hin zum nötigen Sozialausbau.
Deshalb verabschiedeten die Delegierten „Thesen zu einer neuen Rentenpolitik“ und ein Positionspapier „für eine stabile und leistungsfähige Altersvorsorge“. 

Darin ist kritisch festgehalten, dass das heutige Leistungsziel von 60 % des letzten Erwerbseinkommens nur den hohen Einkommen die von der Verfassung festgehaltene „Fortsetzung der gewohnten Lebensweise“ ermöglicht. Die Delegierten forderten neu nach Einkommen differenzierte Leistungsziele, und dies innerhalb der folgenden Eckwerte:

- Ersatzquote von 80 % für Einkommen unter 5000.-/Monat
- Ersatzquote von 60 % für Einkommen über 7000.-/Monat

Um dieses Ziel zu erreichen, lanciert der SGB ein Projekt „AHVplus“. Das Projekt verlangt einen Zuschlag zur AHV. Der Kongress beauftragte die Organe des SGB, „AHVplus“ im kommendenJahr zu vertiefen, dessen Kosten abzuschätzen und ein Modell für Erwerbstätige mit unteren und mittleren Einkommen vorzuschlagen. Dabei wird auch geprüft, inwieweit eine Umverlagerung von der Zeiten zur Ersten Säule nötig ist.

SCHWEIZERISCHER GEWERKSCHAFTSBUND  
http://www.sgb.ch