Mittwoch, 31. März 2010

Blognachlese : Mein Herz stand still

Autor : Bea Heim  Blog/ Bea Heim

Der plötzliche Herztod ist die häufigste außerklinische Todesursache.

Die überwiegende Mehrzahl aller Patienten mit plötzlichem Herztod weist initial ein Kammerflimmern auf. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist ohne Reanimation das Kammerflimmern nicht selten in eine Asystolie übergegangen. Die einzige wirksame Behandlung im Rahmen der Reanimation stellt die Defibrillation dar. Je früher die Defibrillation erfolgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens ohne bleibende körperliche Schäden. Jede Minute ohne wirksame Reanimation reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10%.

SP-Nationalrätin Bea Heim schrieb dazu in ihrem Blog über dieses Erlebnis in der Wandelhalle :

Es geschah an einem ganz gewöhnlichen Sessionstag. Gegen Abend war die Revision der Bundespensionskasse traktandiert und ich hatte einige Anträge am Rednerpult zu vertreten. Ich spürte einen leichten Druck auf der Brust.

Das Herz? Wohl kaum, ich hatte ja keine Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Übergewicht. «Ich habe wohl zu wenig getrunken», dachte ich und ging ans Rednerpult. Als ich wieder an meinem Platz im Ratsaal sass, passierte es: Mein Herz stand still. Ich spürte weder Angst noch Schmerzen. Als ich nach wenigen Minuten in der Wandelhalle erwachte, wollte ich sogleich zur Tagesordnung zurück: «Los, rein in den Saal, es wird abgestimmt!» – Dann realisierte ich: Nur dank der raschen Hilfe meiner Kollegen Franco Cavalli, Paul Günter, Felix Gutzwiller und dank des Vorhandenseins eines Defibrillators hatte ich einen Herzstillstand überlebt.

Steht das Herz plötzlich still, führt dies in neun von zehn Fällen zum Tod, wenn sich das Unglück daheim oder auf der Strasse ereignet. Die Rettung ist ein Wettlauf mit der Zeit. Mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage können die überlebenswichtigen Minuten bis zum Einsatz eines Defibrillators überbrückt werden. Dieses Gerät bringt durch Stromstösse das Herz wieder zum Schlagen.

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in der Schweiz. Nur die wenigsten Patienten werden durch die Rettungsdienste rechtzeitig, das heisst innerhalb von 3 bis 5 Minuten, erreicht. Darum braucht es den Einsatz von geschulten Laien-Nothelfern und eine bessere Verbreitung der automatischen externen Defibrillatoren (AED). Diese laientauglichen Geräte sollten überall dort in greifbarer Nähe sein, wo viele Menschen zusammenkommen. Experten schätzen, dass dadurch jährlich rund 5000 Todesfälle vermieden werden können.

Ich hatte Glück. Im Parlamentsgebäude gibt es zwei gut erreichbare AED. Diesem Umstand habe ich mein Leben zu verdanken. Deshalb setze ich mich als Nationalrätin für die Verbreitung von AED und für die Ziele des ersten nationalen Lebensrettungsprogramms «Help» der Schweizerischen Herzstiftung ein: Die Bevölkerung der Schweiz soll die Symptome eines Herz-Kreislauf-Stillstandes erkennen und über die Notrufnummer 144 unverzüglich die Sanität alarmieren. Nur so kann das Leben vieler Mitmenschen gerettet werden.

IM: Nun kann sich nicht jeder Bürger für zuHause solch ein Gerät zulegen, damit es im Notfall eingesetzt werden kann. Was wir aber tun können, das noch mehr solcher Geräte im öffentlichen Raum aufgehängt werden. Selbst hatte ich ja vor Jahren während eines Kathereingriffes auch einen Herzstillstand . Ein interessantes Naherlebnis, welches speziell das Verhältnis zum Tod auf eine andere Ebene hieft.

Montag, 29. März 2010

Verkehrsprognosen für die Osterzeit 2010

Während der Osterferien wird auf dem Schweizer Strassennetz ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet.

Insbesondere auf der Nord-Süd-Achse, aber auch auf den Hauptstrassen rund um die grösseren Wintersportorte ist mit viel Verkehr zu rechnen. Die meisten Pässe haben noch immer Wintersperre.

Weitere Informationen

Sprachgesteuerter Telefondienst von Viasuisse (Nummer 163, 50 Rappen pro Anruf und Minute); Schweizer Radio DRS/RSR/RSI; im Internet: www.tcs.ch, www.sbb.ch, www.teletext.ch (Schienenverkehr: S. 486-487; Strassenverkehr: 491 - 498) und http://www.bls.ch/

Hier finden Sie eine Übersicht wo Staus und Behinderungen zu erwarten sind

Bundesamt für Strassen ASTRA
Internet: http://www.astra.admin.ch

Arbeiten für lau - ausgebeutet ?

Illegale Arbeitsverträge: Angestellte ausgebeutet (SFDRS)

Sie schiessen in Zeiten der Krisen und hohen Arbeitslosenzahlen wie Pilze aus dem Boden : Arbeitsvermittlungs- und Zeitarbeitsfirmen. Via Stelleninseraten verspricht man einen hohen Stundenlohn mit zusätzlichen Provisionen. Doch nachdem ein Arbeitnehmer mehrere Tage gratis auf Probe gearbeitet hat, stellt ihn die Firma nicht an. Immer mehr Firmen nützen Angestellte mit Gratis-Probetagen aus. «Kassensturz» sagt: Das ist illegal.

IM: Ein Thema über das wir schon mehrmals berichtet haben:

Von der ABB entlassene Mitarbeiter müssen in einem Beschäftigungsprogramm der regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) gratis die identische Tätigkeit ausführen, für die sie zuvor von der ABB angestellt und bezahlt waren. Stellt sich nur die Frage auf welcher Seite hier wohl die oft zitierten Schmarotzer sitzen. Verweigerung kostet Einstelltage.  (Quelle : 20 min.ch)

Kassensturz vom 23.03.2010
SF Schweizer Fernsehen Videobeitrag zu illegalen Arbeitsverträgen

Sonntag, 28. März 2010

Hilfe - bin ich ein Auto ??!!

Man hört ja und liest soviel zu unserem teuren Gesundheitssystem. Nun habe ich meinen Krankenhausaufenthaltstage dazu benutzt, meinen Arzt- und Apothekenrechnungen genauer durchzustöbern.

Nicht ganz ohne Grund, da meinen Blutzuckerwerte neu eingestellt wurden und es in der Medikation kleine Änderungen gibt.Sind wir uns doch ehrlich. Wer kontrolliert im Normalfall seine durch die Krankenkasse bezahlten Rechnungen Punkt für Punkt. Dank der Computer ist es zwar heute leichter, etwas Licht ins Dunkel der medizinischen Fachausdrücke zu bringen. Aber lückenlos mag es selten gelingen. Auf einer Apothekenrechnung fand ich folgende Posten, wobei ich hier lediglich benötigte Insulinampullen bezogen habe, also nur Rezept abgeben und ein zweites Mal hinfahren und diese am nächsten Tag abholen:

Medikamenten-Check          4.30 .- FR
Bezugs-Check                      3.25.- FR
Mittel und Gegenstände    136.60.- FR
+ der Insulinkosten

Jetzt stellt sich für mich die grosse Frage, welche Positionen und Leistungen bei einer Apotheke für Kosten für Mittel und Gegenstände bei den Umtrieben anstehen. Apotheker bestellt verpackte Insulinampullen – bekommt sie geliefert – kurz Kühlschrank und an den Patienten abgeben – fertig.

Man kennt das ja sicher von Rechnungen der Autoreparaturwerkstätten. Auch hier fand/findet man nicht selten die Position Kleinmaterial. Angeblich Schrauben und Dichtungsringe. Soweit bin ich meines Wissens nach noch halbwegsdicht. Das mit dem Check ist ja inzwischen Tagesordnung. Mit den Mittel und Gegenständen verstehe ich eher als Phantomschmerzen. Hauptsache es wird bezahlt und die Prämien steigen.

Zum Thema : Vertrauen ist gut, Tiers Garant ist besser !

Samstag, 27. März 2010

Rücktritt um Disziplinarverfahren zu entgehen ?

Der Direktor der St. Galler Sozialversicherungsanstalt (SVA) Linus Dermont tritt per Ende 2010 zurück.

Der Kanton stellt dafür das gegen Dermont angestrengte Disziplinarverfahren ein. Den in der Aufsichtkommission vertretenen grossen Parteien werden Unterlassungen vorgeworfen: «Ein solches Gremium sollte das Gras wachsen hören und den Finger darauf halten, wenn Dinge falsch laufen. Es darf kein sein, den braucht niemand», sagt Denoth (EVP). Die SVA arbeitet für die Bürgerinnen und Bürger, da muss Transparenz herrschen. Nun entsteht der Anschein, als ob da gemauscherlt würde. Dermonts Nachfolger müsse Transparenz schaffen und wieder Vertrauen aufbauen. Fachlich könnte man dem Direktor nichts vorwerfen. (Abriss Artikel Tagblatt)

Erster wichtiger Schritt - externe Finanzkontrolle ?

Zweigeteilt sieht man auch die Rolle der Verwaltungskommission im «Fall Dermont» als Aufsichtsgremium der SVA. Behauptungen, wonach das Gremium unter Leitung von Regierungsrätin Kathrin Hilber über längere Zeit in zwei Lager gespalten und damit nur beschränkt in der Lage war, seiner Aufgabe gerecht zu werden, wurden nie dementiert. Die Vorwürfe gegen Linus Dermont waren im Frühherbst letzten Jahres publik geworden. Es wurden ihm «Vetterliwirtschaft», ein unsensibler Umgang mit Ausgaben sowie die doppelte Auszahlung von Leistungsprämien vorgeworfen.

Tagblatt Online.ch :  Fall Dermont:  Alle wollen Transparenz   /  Prämien als Stolperstein
Infomagazin : Es rappelt im Karton bei der SVA

Freitag, 26. März 2010

Die Ausgrenzung geht weiter

Wir mögen keine Stinker !!

Nachdem man sich die Raucher endlich vom Hals geschafft hat, geht es der nächsten Gruppe von Arbeitnehmern an den Kragen. Der als Architekt tätige Mann roch angeblich unter den Achseln. “Sie sind gefeuert, weil Sie nach Schweiss riechen !“ teilte ihm die Amtsleiterin in Köln mit . Er ging vor Gericht, weil er mit dieser Begründung einen Eingriff in seine Privatsphäre sah. Wieviele  Schubladen wären noch frei in die man Menschen reinstecken kann. Beitrag auf RTL Punkt 12 Videos

Zum Thema : Spiegel Online

150 Jahre Bundesamt für Statistik (BFS)

Ein moderner Staat ist heute ohne statistische Daten, die sowohl den Entscheidungsträger/innen als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, nicht mehr denkbar.

Bereits 1860 hat der Bundesrat dies erkannt und das Statistische Bureau im Eidgenössischen Departement des Innern gegründet. Die heutige Themenbreite der öffentlichen Statistik ist eine Antwort auf das stark gestiegene Informationsbedürfnis von Staat und Gesellschaft. Mit umfassenden Projekten zur Datenbeschaffung und -publikation nutzt das BFS moderne Technologien und trägt wesentlich zur Entwicklung des E-Governments bei. Dank den bilateralen Abkommen im Bereich der Statistik ist ein besserer Vergleich unter den Staaten gewährleistet. Im Jubiläumsjahr 2010 wird das BFS mit einzelnen Aktivitäten und Angeboten sowohl auf die Geschichte als auch auf die herausforderungsreiche Zukunft der öffentlichen Statistik eingehen. (http://www.bfs150jahre.ch/ (153 KB)

Bundesamt für Statistik

Sonntag, 21. März 2010

Vom Banker zum Schnitzelwirt

3 Karrieren nach der Kündigung oder mach was draus

Viele Menschen haben in der Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren. Manche haben ihre Kündigung als Chance begriffen, um sich selbständig zu machen. Drei New Yorker erzählen von ihrem Sprung in eine neue Karriere. Amerika wäre nicht Amerika, wenn solche Karrierewechsel dort nicht möglich wären und dabei zum Erfolg führten. Z.B. Investmentbanker O.V. verkauft heute Wiener Schnitzel in New York. Eigentlich war es ursprünglich nur eine Schnapsidee. ( Quelle : FAZ.Net )

Samstag, 20. März 2010

Klares Nein zum Sozialabbau

Die SP kann dieser Tage einen grossen Abstimmungssieg feiern

Das Volk hat den Sozialabbauern ein klares Signal gegeben, dass es solide und verlässliche Sozialwerke will. Das heutige Nein ist damit gleichzeitig auch eine Absage an weitere Abbauvorlagen. Die SP wird sich umso stärker gegen die geplanten Kürzungen bei der Arbeitslosenversicherung und bei der AHV wehren und freut sich, dass eine Mehrheit der Bevölkerung diese Position teilt.

Das Abstimmungsresultat zur Senkung des Umwandlungssatzes und die Debatte im Zuge der Kampagne zeigen aber auch, dass es in der zweiten Säule einen grossen Handlungsbedarf gibt. Das Nein ist Ausdruck einer Vertrauenskrise gegenüber den Vermögensverwaltern und Lebensversicherern, die die 2.Säule zur eigenen Bereicherung missbrauchen.

Es stehen vier Punkte im Vordergrund:

1. Es braucht in der zweiten Säule mehr Transparenz: Die Berater- und Vermögensverwalterszene haben die Pensionskassen zu einem Selbstbedienungsladen umfunktioniert. Dies gilt es nun zu korrigieren.
2. Es braucht strengere Anlagevorschriften: Investitionen in hochriskante Hedge Funds und strukturierte Finanzmarktinstrumente sind zu verbieten. Hingegen braucht es mehr Möglichkeiten für Anlagen in Liegenschaften und Wohnbauten.
3. Es braucht eine Limitierung der Verwaltungskosten und der Gewinne: Die Gewinne der Lebensversicherer sollen beschränkt werden und die Verwaltungskosten gehören auf das vertragliche Niveau gesenkt.
4. Es braucht eine unabhängige Aufsichtsbehörde: Dringend notwendig ist eine klare Trennung zwischen gesetzgeberischer Tätigkeit und Aufsicht und darum eine neue unabhängige Aufsichtsbehörde.Schliesslich ist auch die Annahme des Verfassungsartikels zur Forschung am Menschen ein wichtiger Entscheid, damit wir gleichzeitig Würde und Persönlichkeit schützen und die Forschung am Menschen zulassen können – allerdings mit klaren, landesweit geltenden Regeln, die keine Lücken aufweisen. (Quelle: SP Schweiz)Zum Thema : Volk entscheidet über Sanierung der ALV (News.ch)

Freitag, 19. März 2010

Psychische Behinderung und Integration


Die Integration psychisch behinderter Menschen stand im Zentrum der internationalen Konferenz "Mental Disability and Work: Breaking the Barriers". Die vom Eidgenössischen Departement des Innern organisierte Konferenz fand dieser Tage in Zürich in Anwesenheit von Bundesrat Didier Burkhalter und dem niederländischen Minister für Soziale Angelegenheiten Piet Hein Donner statt.

Rund 350 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, darunter medizinische Fachpersonen, Arbeitgeber und Integrationsfachleute.Die Konferenz verfolgte zwei Ziele: einerseits den Teilnehmenden bestehende Barrieren aufzeigen und die schwierige Situation psychisch Behinderter näherbringen, andererseits gemeinsam über konkrete Lösungen zu diskutieren.

Die in der Schweiz mit der 5. IV-Revision eingeführten Instrumente, die auf die Integration psychisch behinderter Menschen abzielen, werden mit der 6. IV-Revision ergänzt. Mit diesen Integrationsmassnahmen nimmt die Schweiz auf internationaler Ebene eine Vorreiterrolle ein. In der Schweiz hat sich die Zahl der psychisch behinderten Menschen in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht. Die OECD spricht von psychischen Erkrankungen als der grössten neuen Herausforderung für die soziale Sicherheit.

Psychische Erkrankungen treten oft sehr früh auf. Bei den 20- bis 34-Jährigen sind sie in der Schweiz bei weitem der Hauptgrund für die Ausrichtung einer IV-Rente. In den OECD-Ländern ist die Tendenz vergleichbar. Nicht nur auf menschlicher, sondern auch auf finanzieller Ebene hat dies Auswirkungen. Denn die berufliche Integration von IV-Rentnerinnen und IV-Rentnern ist nicht einfach, vor allem bei jungen Menschen ohne Berufserfahrung. Die Wiedereingliederung psychisch Kranker ermöglicht es aber den Betroffenen, ihre beruflichen Fähigkeiten zu verwerten. Die Verantwortlichen der Invalidenversicherung wiederum können ihren Eingliederungsauftrag erfüllen und gleichzeitig zur Sicherung der IV beitragen.

Die verschiedenen Akteure - Versicherte, Ärzteschaft, Eingliederungsfachleute, Arbeitgeber, Entscheidungsträger - müssen auf die Bedeutung der Integration und jeweiligen Bedürfnisse sensibilisiert werden. Die Schweiz führte 2008 mit der 5. IV-Revision Früherkennungs- und Frühinterventionsmassnahmen ein, die mit neuen Integrationsmassnahmen speziell für psychisch Kranke ergänzt wurden. Die Schweiz verfügt somit über eine solide Grundlage, um rasch zu intervenieren und das Invaliditätsrisiko zu mindern. Die 6. IV-Revision setzt die Bestrebungen der 5. IV-Revision fort und stärkt dabei die für psychisch behinderte Menschen vorgesehenen Instrumente.

Die internationale Konferenz bot Gelegenheit zu einem intensiven Austausch. Die Teilnehmenden konnten sich anhand konkreter Fachbeiträge mit dem Thema psychische Behinderung auseinandersetzen und intensiv über Lösungsansätze diskutieren, welche dem Ziel dienen, psychische Behinderung und Arbeit in Einklang zu bringen.


Eidgenössisches Departement des Innern

Donnerstag, 18. März 2010

Blognachlese: Abschied vom Verfassungsauftrag ?


Autor: Andreas Rieger Blog / CO-Präsident Unia

In der aktuellen Auseinandersetzung um die BVG-Revision kümmert die Befürworter nur eine Frage: „Was muss getan werden, damit die 2. Säule weiterhin stabil bleibt und sich für die beteiligten Versicherungsgesellschaften noch rechnet?“ Die Frage, „Was muss getan werden, dass die Renten für die Betroffenen genügen und nicht neue Altersarmut und Altersprekarität entsteht?“ wird gar nicht erst gestellt.

Die 2. Säule soll gemäss unserer Verfassung zusammen mit der AHV garantieren, dass alle im Alter „die gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise“ fortsetzen können. Dies wurde in der Vergangenheit konkretisiert mit der Annahme, dass die Renten mindestens 60% des Lohnes der letzten Erwerbsjahre betragen sollte. Bei höheren und mittleren Einkommen mag das vielleicht genügen. Aber wer z.B. 5′000.- im Monat (12x) verdient hat, wird mit 3′000.- Franken Renten seine gewohnte Lebenshaltung sicher nicht aufrechterhalten können, dafür braucht es mindestens 70%.

Was bewirkt nun die vorgesehene Senkung des Umwandlungssatzes für die Rentenhöhe und sodann für den Verfassungsauftrag? Natürlich werden die Renten um 5% kleiner und die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung wird für einige Gruppen prekärer. Die Befürworter, welche doch mit Millionenaufwendungen für ein Ja zu werben nicht müde werden und viele Experten mobilisieren, umgehen diese Frage wie der Teufel das Weihwasser. Dies nicht nur in der Abstimmungskampagne, in welcher eine Rentensenkung natürlich nicht populär ist. Auch in all den Grundlagenpapieren und Berechnungen, welche derzeit ins Feld geführt werden, wird nicht einmal der Versuch gemacht, das Problem der sinkenden Renten zu verwedeln.

Dafür gibt es zwei Gründe: Der Mindestumwandlungssatz schien nur jene zu treffen, welche allein zum BVG-Minimalstandard versichert sind. D.h. VerkäuferInnen, Chauffeure, Angestellte im Gewerbe etc. Diese unteren Schichten der Lohnabhängigen kaum eine Lobby, ausser den Gewerkschaften. Die „Mittelschichten“ sind dagegen meist in Pensionskassen mit überobligatorischen Leistungen versichert, oder über die 3. Säule. Diese Schichten sehen sich jetzt aber – zu Recht – auch bedroht durch die Verschlechterung im BVG, was sich in der Opposition an der Basis der gewerblich geprägten SVP und CVP ausdrückt. Die Befürworter haben sich hier verrechnet.

Der zweite Grund liegt darin, dass die Versicherer geradezu daran interessiert sind, dass das Verfassungsziel gar nicht mehr erreicht wird: Sie müssen nämlich damit rechnen, dass das Geschäft mit der 2. Säule früher oder später vermehrt stärker kontrolliert wird (insbes. der Überschuss-Anteil und die verrechenbaren Verwaltungskosten). Die dritte Säule und das reine Alterssparen sind demgegenüber weit interessanter. Darauf hin zielt denn auch die Strategie der Versicherer.

Die AXA Winterthur ist in dieser Sache völlig hemmungslos und wirbt direkt mit der entstehenden Versicherungslücke: „Die Renten aus der staatlichen und beruflichen Vorsorge decken in der Regel nur ca. 40-60% des bisherigen Einkommens ab. Schliessen Sie diese Lücke mit privater Vorsorge.“

Hier liegt des Pudels Kern: Decken die Sozialversicherungen der ersten und zweiten Säule das Verfassungsziel nicht mehr ab, dann soll nach Meinung der Privatversicherer nicht der Verfassung Nachhaltung verschafft, sondern aus der Lücke ein Geschäft gemacht werden.
( sh.Bloggroll rechte Spalte )

Information zur AHV


Die AHV – von der Solidarität geprägt

Die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV ist der bedeutendste Pfeiler der sozialen Vorsorge in der Schweiz. Mit den Altersrenten trägt sie dazu bei, den Versicherten im Alter den Rückzug aus dem Berufsleben zu ermöglichen und einen materiell gesicherten Ruhestand zu gewährleisten. Die Hinterlassenenrenten sollen verhindern, dass zum menschlichen Leid, das der Tod eines Elternteils oder des Ehegatten über die Familie bringt, auch noch eine finanzielle Notlage hinzukommt.

Die AHV basiert in erster Linie auf der Solidarität zwischen den Generationen: Die laufenden Renten werden vor allem durch die so genannte aktive Bevölkerung finanziert. Dies im Vertrauen darauf, dass spätere Generationen das Gleiche tun und das Werk weiterführen werden. Diese Solidarität zwischen den Generationen wird auch Generationenvertrag genannt. Aber Solidarität in der AHV geht noch weiter: Besserverdienende unterstützen schlechter gestellte Versicherte. Sie entrichten mehr Beiträge, als zur Finanzierung ihrer eigenen Rente nötig wäre, während wirtschaftlich schlechter Gestellte mehr Leistungen beziehen, als es ihren Beiträgen entsprechen würde. So findet ein Ausgleich zwischen Arm und Reich statt.Die AHV ist eine allgemeine und obligatorische Volksversicherung, die alle Personen umfasst, die in der Schweiz wohnen oder erwerbstätig sind.

Obligatorisch bei der AHV versichert sind Frauen und Männer, die in der Schweiz erwerbstätig sind unabhängig vom Wohnsitz.Personen, die in der Schweiz wohnen, also auch Kinder und andere Nichterwerbstätige wie Studierende, Invalide, Rentner und Rentnerinnen, Hausfrauen und Hausmänner.

Für einen materiell gesicherten Ruhestand. Alle, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben, erhalten eine monatliche Altersrente. Das Rentenalter beträgt für Männer 65 Jahre und für Frauen 64 Jahre. Dazu ein Beispiel: Ein Mann, der am 26. April 1945 geboren wurde, erhält seine erste ordentliche Altersrente am 1. Mai 2010 ausbezahlt.

Mittwoch, 17. März 2010

Glücksmomente

Gastbeitrag Frau Elfriede Hammerl / Profil.at *

Wer die Sinnhaftigkeit von Therapien mit der Kostenfrage verknüpft, hat keine Ahnung.

Im Herbst 2003 erfuhr meine Freundin Moni, dass sie Darmkrebs hat. Fortgeschrittenes Stadium. In der Leber zeigten sich bereits Metastasen. Moni wurde operiert und 41 Wochen lang chemotherapiert. Die Lebermetastasen wurden in einem neuen – und weltweit einzigartigen – Hightech-Verfahren verkocht, so der Fachausdruck.

Diese Behandlung ist seitdem immer wieder einmal notwendig. Sie ist nicht ohne Risiko und muss mit äußerster Präzision durchgeführt werden. Aber sie sorgt dafür, dass sich das Karzinom in der Leber nicht ausbreiten kann. Zurzeit braucht Moni – nach fünf Jahren, in denen sie auf Krebsmedikamente völlig verzichten konnte – wieder eine Chemo, weil nun auch kleinste Metastasen in ihrer Lunge festgestellt wurden. Die Behandlung kann diesmal kurz gehalten werden, denn die Metastasen wurden zum frühestmöglichen Zeitpunkt entdeckt (ein Effekt der häufigen Kontrollen) und zeigen keine Tendenz zur raschen Vermehrung. Alle diese Behandlungen sind aufwändig und teuer. Moni muss immer wieder zu (kostspieligen) Untersuchungen und Eingriffen ins Spital. Die Chemotherapien verursachen Hautausschläge, Durchfall und chronische Nervenschmerzen. Ja, und? Wer jetzt dumm daherredet und fragt, ob denn ein Leben unter solchen Belastungen überhaupt lebenswert sei, hat ­keine Ahnung.

Moni war doch in den letzten sieben Jahren nicht ausschließlich Patientin! Sie hat auch mit Freude gear­beitet, ihr Familienleben genossen und Freundschaften gepflegt. Sie hat sich im Senat der Uni Innsbruck engagiert, mit ihrem Mann in Wien eine kleine Zweitwohnung saniert und über ihre abenteuerlichen Erfahrungen dabei ein Buch geschrieben1. Sie ist jeden Sommer mit einem Schippel Freundinnen nach Istrien gefahren, wir sind im Meer geschwommen, haben uns wilde Turniere im Bauernschnapsen geliefert und wunderbare Konzerte in der Basilika von Porec gehört.

Sieben Jahre, voll mit größeren und kleineren Glücksmomenten – Ausstellungen, Kino, Geburtstagsfeste, Spargel­essen, verregnete Sonntage auf der Couch mit Büchern, ein Ausflug nach Venedig. Will sich irgendjemand anmaßen, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen, nachrechnen zu wollen, ab wann sich all das Geld, der Hightech-Aufwand anfangen zu lohnen – für wie viele Jahre Überleben, für welche Anzahl Glücksmomente minus wie viele Einheiten Schmerz und Sorgen? Jeder Cent, der zu einem noch so kurzen Augenblick Glück beiträgt, ist eine gute Investition. Das müsste unsere grundsätzliche Haltung zur Finanzierung des Gesundheitswesens sein. Wenn wir von diesem Konsens abgehen – und wie es aussieht, sind wir dabei, ihn aufzugeben –, wird es ­bedrohlich.

Bedroht sind wir alle. Krankheit kann jeden und jede treffen. Warum realisieren das Gesunde so selten? Warum gehen sie so häufig arrogant und ignorant davon aus, dass sie selber davor geschützt sind, jemals auf die Solidarität (ja, es geht um die gute, alte altmodische Solidarität) der anderen angewiesen zu sein? Woher nehmen sie die Kaltschnäuzigkeit, mit der sie Menschenleben in qualitativ annehmbare und unannehmbare einteilen, woher nehmen sie die Gewissheit, dass sie selber sich lieber gleich umbringen würden, als belastende Therapien zu erdulden? (Im Ernstfall, als Kranke, sind übrigens gerade die vorher Kaltschnäuzigen meist besonders panisch ums Überleben bemüht. Ist ja auch okay. Aber warum haben sie kein bisschen Empathie aufgebracht, als sie noch nicht selber betroffen waren?)

Glücklichsein kann man nicht von außen messen oder beurteilen. Wer die Kostenfrage mit dem Beschwören gequälter Kreaturen an Apparaturen verknüpft, ist verdächtig. Die Zulässigkeit und Sinnhaftigkeit invasiver Behandlungsmethoden zu debattieren muss erlaubt sein, aber nicht, wenn dahinter der Gedanke an Geldersparnis lauert. Über Kosten und ihre Tragbarkeit nachzudenken ist ebenfalls erlaubt, aber nicht unter der Prämisse, dass nach auszusortierenden hoffnungslosen Fällen zu suchen sei. Hoffnung ist so was wie ein Menschenrecht.

Moni hat mittlerweile sämtliche Statistiken über den Haufen geworfen, und wir alle, die sie kennen und mögen, hoffen zuversichtlich, dass ihre Krankheit weiter unter Kontrolle gehalten werden kann. Sie hatte Glück im Unglück: eine stabile Familie, gute Freundinnen und Freunde, eine hervorragende ärztliche Betreuung. Rundum Zuneigung. Sogar der Wirt vom Mittagsstammtisch trägt das Seine bei und gibt Monis Sohn Menüs ins Krankenhaus mit, die sich wohltuend von der Spitalskost unterscheiden. Geborgenheit. Wenn medizinische Fragen auftauchen, mobilisiert Grete, die befreundete Internistin, alles, was an Know-how und Kapazundern verfügbar ist. Das gibt ein beträchtliches Maß an Sicherheit trotz der Ungewissheit, die die Krankheit mit sich bringt.

Die positive Wirkung all dieser Faktoren lässt sich vielleicht nicht streng naturwissenschaftlich beweisen, aber der Schluss liegt nahe, dass Verunsicherung das Gegenteil bewirkt. Wer bangen muss, ob er als möglicherweise aussichts­loser Fall teure Behandlungen wert sein wird, büßt tatsächlich seine Lebensqualität ein, aber daran sind dann nicht die Therapien schuld.
 ( * mit freundlicher Genehmigung E.Hammerl / Profil.at )

Montag, 15. März 2010

Lange ersehnt, liebgewonnen und doch wieder weg.


Seit Beginn der Computerei sind wir (ich) dabei. Es begann mit einem Atari, dem dann mehrere Modelle des Commodore folgten, bis hin zum Amiga 500. Zurückblickend einen schöne, lehrreiche Zeit. Eine Zeit, wo man noch viel tippen musste, bevor man seine Programme nutzen konnte. Handarbeit war angesagt. (Bild by Apple)

Blass noch die Erinnerung an den Summenzähler usw. der half, die Eingabefehler stundenlanger Tipperei zu finden. Gespeichert wurde noch auf MC-Kassettten – ja dieselben, worauf wir auch unsere Songs speicherten. Bald folgten die 3,5 Zoll Disketten. Amiga stand damals für Spiel und Spass. Noch weit entfernt von Zeiten eines Officepaketes, Internet und E-Mail. Meine damaligen Spieleklassiker – Emirald Mind und Impossible Mission. Spiele, die man monatelang spielen konnte. Level für Level. Der TV-Bildschirm zeigte schon damals wunderbare Grafiken, die man heute nur bei einem Mac findet. Doch statt dem Mac folgte der klassische IBM und in weiterer Folge noch weitere microsoftabhängige Geräte diversester Firmen. Manche gehörten zum Haus, manche wurden nur getestet und einen grosse Anzahl wurde schweizweit gesammelt, repariert und im Rahmen unserer Projektarbeit Team Projekt an Bedürftige gratis abgegeben.

Ein Mac war all die Jahre leider nicht dabei. Er spukte in meinem Kopf herum. Einmal wollte ich auch so einen Mac haben. Umso mehr er ja auch mit Windows lauffähig sein sollte. Für mich als Windowsuser de rersten Stunde eine Vorstellung die mich reizte. Inzwischen war ich durch meine Krankheit immer mehr an die Wohnung gebunden. Und oh wunder - zusammen mit einem grosszügigem Beitrag meiner Kindern und ein paar selbst mühsam gesparter Franken war es dann vor Jahren Weihnachten endlich soweit. Ein I-Mac wurde gekauft und ich begann mich mit der Materie zu befassen. Doch irgendwie schien der Wurm in dem Gerät zu sein. Er brummte im Betrieb wie ein altes Umspannwerk. Eingesandt an Apple Schweiz kam er mit dem Vermerk “Das reklamierte Geräusch sei innerhalb der Toleranz!“ zurück. Sollte das schon das vorzeitige Ende unserer jungen Zusammenarbeit sein?

Nein, so nicht. Nicht mit mir. Nach all den Jahren. Rein auf die Webseite von Apple und einen bitterbösen Brief an einen der ausgewiesenen Topmanager des Aufsichtsrates, worin ich auch meine gesundheitliche Situation beschrieb. Es klappte wider Erwarten. Einige Tage später erhielt ich einen freundlichen Brief. Der von mir ausgewählte Herr sei zwar nicht im operativen Geschäft tätig, aber er würde mein Schreiben an eine kompetente interne Stelle weiterleiten. Dabei dachte ich bei Gott nicht daran, dass diese in Irland sein würde. Tage später bekam ich von ebenort einen Anruf einer freundlichen Dame mit leichter bayrischer Färbung in der Stimme. (Das Gespräch ergab dass es sie aus München nach Irland verschlagen hatte). Zufälle gibt es. Langer Rede - kurzer Weg. Das Gerät wurde ausgetauscht auf ein fabrikneues. So stand meinen ersten Erfahrungen nichts mehr im Wege. Fast. Umsteiger kennen das ja sicher. Es war wie meistens doch etwas schwieriger sich in die Macwelt einzuarbeiten, als ich es mir vorgestellt hatte. Bücher und LernCDs sollten mich unterstützen. Doch mir fehlte die körperliche Fitness mich stundenlang einzuarbeiten. Ja das mit Windows parallel installieren klappte zwar. Doch die Feinheiten des OS blieben mir soweit verborgen, um damit richtig zu umgehen zu können. Umgekehrt war ich so begeistert von der Qualität des Bildes, dem Styl des Gerätes, den vielen Zusatzprogrammen und Möglichkeiten. Warum fand ich nicht früher diesen Weg, in einer Zeit als meinen Gehirnzellen und der Körper noch voll funktionierten. Diese Frage wird wohl auf ewig unbeantwortet bleiben. Beim Surfen im Internet kam er des Öfteren noch zu Ehren. Der Rest klappte aber nie so richtig. Grossteils stand er verhüllt am Schreibtisch, bis ich in dann letztlich wieder in den Originalkarton verräumte, in der Hoffnung auf bessere Tage.

Nun ja, das war`s mit Mac und Apple. All die Hürden bis er endlich bei mir am Tisch stand und nun das ? Zwei Monate vergingen – ich kramte in wieder aus der Verpackung und wir verbrachten gemeinsam einen ganzen Sonntag. Es sollten die Abschiedstunden sein. Schweren Herzens gab ich w.o. Zum verschenken war er mir zu teuer. Zu mühsam der steinige Weg. Verkaufen bei diesen Preisen. Meinen Frau meinte ins Internet stellen. Mir erschien das zu unsicher. Das hat er sich nicht verdient, bei irgendjemand zu landen der mich dann noch um den kargen Lohn bringt. Man hört ja soviel schlimmes. Trau keinem über 12.

Letzlich entschlossen wir uns zu einem Inserat im Flohmarkt bei der Fa. Letec. Es harzte. Wochen vergingen. Zwischendurch schriftliche Anfragen. Aber dann hörte man wieder nichts. Letztes Wochenende klappte es dann doch. Er steht nun im Züricher Unterland und die Familie welche ihm bei uns abgeholt hatte, schrieb Tage später in einer E-Mail : “ Das iMac-Schätzchen wurde geduscht und geföhnt und mit SnowLeopard vermählt. Es bewährt sich und macht meiner Frau Ann bereits nach kurzer Zeit schon sehr viel Freude ! “. Wunderbar – und die Geschichte ist euch zu kitschig und banal. Macht nichts – man gönnt sich ja sonst nichts.

Montag, 8. März 2010

Abstimmungsklatsche des Souveräns


Grundsätzlich wäre ja vorab einzuschieben, dass diese Abstimmung vom Sonntag überhaupt nicht notwendig war. Man hätte somit einige Fränkli  sparen können. Umsomehr das deutliche Ergebnis gezeigt hat, wie weit die Bevölkerung derzeit Vertrauen in das momentanen politischen Umfeld mit Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Diskussion um Managerlöhne grundsätzlich hat.

Ehrlich gesagt, man kann es ihr nicht verübeln. Eine solch bittere Pille liesse sich nur mit Vertrauen schlucken. Dieses wurde ja leider wiederholt verspielt. Im Vorfeld wurde über die Gewinnausschüttung der Versicherungen, die Verwaltungskosten der Pensionskassen, Hedge-Funds, den generellen Sozialabbau debattiert – nicht aber über das riskante, verantwortungslose Renditeziel von 5 Prozent, das der geltende Umwandlungssatz impliziert. Da der Umwandlungssatz derzeit bereits auf 6,8 Prozent gesenkt werde, sei es schwierig, dem Volk eine zweite, überlappende Senkung auf 6,4 Prozent schmackhaft zu machen. Die Senkung des Umwandlungssatzes wurde mit 72,7 Prozent Nein-Stimmen wuchtig abgelehnt.

Vergeblich argumentierten die Befürworter eines tieferen BVG-Satzes, dass dieser Schritt wegen der gestiegenen Lebenserwartung und den gesunkenen Renditeaussichten nötig sei. Diese Argumente verfingen trotz intensiver und teurer Kampagne nicht. So lässt sich ein aufgeklärtes Volk nicht mehr so ohne wenn und aber vor einen BVG-Karren spannen. Künftig wird sich sicher die Notwendigkeit ergeben, eine Senkung des Umwandlungssatzes ins Auge zu fassen. Eine Notwendigkeit wird im Grundsatz nicht bestritten. Nur derzeit besteht keine Gefahr.

Hier geht es um den Sozialstaat, um die Sozialwerke. Das Nein zu Leistungskürzungen bedeutet nicht einen Ausbau des Sozialstaats, aber umgekehrt auch keinen weitere geplanten Aushöhlung und Senkung desselben, während gewisse Manager weiterwerkeln als gäbe es kein Morgen. Das Florianiprinzip kann solcherart nicht mehr weiter am laufen gehalten werden. IV-Rentner, Rentner, Arbeitslose haben die Politik nicht mitbestimmt. Deshalb auch verständlich, wenn sie die Ernte nicht alleine einfahren möchten, für einen Saat die sie nie gesät haben. Das lässt sich nicht mit einer Abstimmung regeln. Die Sanierung der Sozialwerke hat sicher Priorität. Dazu braucht es realistische Modelle und einen langen Atem. Vor allem müssen alle Beteiligten selbstkritisch ihre Fakten einbringen.

Zum Thema:
Souverän sagt wuchtig Nein zu Rentenkürzung - Klatsche für Behörden (bluewin.ch)

Sonntag, 7. März 2010

DER SPRUNG IN DER SCHÜSSEL

. . und wenn es manchmal auch nicht ganz einfach ist:


Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei grosse Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über den Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich. Die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: “Ich schäme mich so, wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu Deinem Haus immer Wasser läuft.” Die alte Frau lächelte. “Ist Dir aufgefallen, dass auf Deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf Deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir Deines Fehlers bewusst war. Nun giesst Du sie jeden Tag, wenn wir nach hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn Du nicht genau wärst, wie Du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.”

Jeder von uns hat seine eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen. Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.

Also, an alle Freunde mit einem Sprung in der Schüssel, habt einen wundervollen Tag und vergesst nicht, den Duft der Blumen auf Eurer Seite des Pfades zu geniessen.

Stressfreies Winterwochenende

Freitag, 5. März 2010

Sozialabbau geht munter weiter...........


Das Parlament setzt munter den Sozialabbau fort und will die Schere zwischen Arm und Reich weiter erhöhen. Sowohl im Nationalrat, der die 11. AHV-Revision behandelte, als auch im Ständerat, welcher die AVIG-Revision beriet, obsiegten die Abzocker und bürgerlichen Ideologen. Der Nationalrat hat aus der 11. AHV-Revision eine massive Abbauvorlage gemacht.

Das Rentenalter der Frauen wird ohne jede Kompensation erhöht, das flexible Rentenalter für kleine und mittlere Einkommen verhindert und die Renten werden gesenkt, indem die Mischindex manipuliert wird. Die Renten werden kaum noch der Teuerung angepasst. Nicht besser war der Ständerat, der die Arbeitslosen-Taggelder zusammenstreichen will und die Arbeitslosenversicherung einzig zu Lasten der Betroffenen, insbesondere der arbeitslosen Jugendlichen und der Langzeitarbeitslosen sanieren will. Dieser Kampf der Bürgerlichen gegen die arbeitnehmende Bevölkerung muss gestoppt werden. Gegen beide Vorlagen wird nötigenfalls das Referendum ergriffen. Und einen ersten Denkzettel können wir den Sozialabbauern schon am 7. März mit einem NEIN zum Rentenklau geben

Quelle: adriandurtschi blog

Donnerstag, 4. März 2010

Die EU investiert in Menschen – ESF


Über den Europäischen Sozialfonds arbeitet die EU mit den 27 Mitgliedstaaten zusammen, um ihre Bürger in die Lage zu versetzen, ihr Berufsleben und ihren Lebensstandard zu verbessern. Der ESF unterstützt Unternehmen in Europa bei der Anpassung an die zunehmend globalisierte Wirtschaft und investiert in Menschen, indem lebenslanges Lernen und der Erwerb neuer Qualifikationen gefördert werden.

Arbeitslosigkeit soll u. a. dadurch vorgebeugt werden, dass sowohl der Zugang zum Arbeitsmarkt als auch der Verbleib im Arbeitsmarkt erleichtert werden. Die Kurzfilme berichten von Menschen, deren Privat- und Berufsleben sich durch die Teilnahme an ESF-Projekten verändert hat.

Nach langer Krankheit eröffnete Anne-Lie Thuvesson mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds ihren eigenen Käseladen in Hässleholm, Schweden. Über den Europäischen Sozialfonds arbeitet die EU mit Schweden zusammen, um den Menschen bessere Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben und ihren Lebensstandard zu erhöhen.

Europäischen Sozialfonds

Schwarzer Dienstag für die soziale Gerechtigkeit

Der Sessionstag vom Dienstag war geprägt vom Geist der bürgerlichen Sozialabbauer. Sowohl im Nationalrat, der die 11. AHV-Revision behandelte, als auch im Ständerat, welcher die AVIG-Revision beriet, obsiegte die Sparwut.

Der Nationalrat hat die 11. AHV-Revision zur Abbauvorlage verkommen lassen. Das Rentenalter der Frauen wird ohne jede Kompensation erhöht, das flexible Rentenalter für kleine und mittlere Einkommen verhindert und die Renten werden gesenkt, indem die Bürgerlichen am Mischindex manipulieren. Nicht besser der Ständerat, der die Arbeitslosen-Taggelder zusammenstreichen will und die Arbeitslosenversicherung einzig zu Lasten der Betroffenen, insbesondere der arbeitslosen Jugendlichen und der Langzeitarbeitslosen sanieren möchte. Die SP macht da nicht mit: Die Schweiz braucht mitten in der Rezession sicher keine Arbeitslosen-Verunsicherung! Das Referendum gegen die unsoziale Vorlage wurde von den SP-Delegierten bereits letzten Samstag beschlossen.

Mittwoch, 3. März 2010

Panorama-Fotos Tipps (PC-WeltTV-Video)

In den Video-Anleitungen auf PC-WELT.tv lernen Sie, wie Sie spezielle Aufgaben in gängigen Anwendungs-Programmen geschickt bewältigen.

Dieses Mal richten wir uns an Hobby-Fotografen. Sie erfahren, wie Sie beeindruckende Panorama-Fotos erstellen. Wir erklären Ihnen anschaulich, wie Sie mehrere Einzelfotos zu einem Panorama-Bild zusammensetzen. Damit Sie hierbei ein gutes Ergebnis erzielen, gilt es schon beim Fotografieren einige Dinge zu beachten. Welche das sind, erfahren Sie ebenfalls in unserer Video-Anleitung.

Quelle by Pcwelt.tv

Dienstag, 2. März 2010

Widerstand im Oberland Olympia 2018

Olympia - nein danke . Nicht um jeden Preis. Erhaltung von touristischen Kapital gegen Kommerz. Oberammergau sammelt sich zum öffentlichen Ungehorsam gegen das "Weltereignis der Olympiafans nach dem Florianiprinzip" .



Der Fluch von Olympia
BR

Willkommen im realen Leben

Zumindest was grossportliche Anlässe 2010 betrifft, kehren jetzt wieder ein paar Tage des Stopps unnötiger Milliardenausgaben ins Land. Als würde nicht die Wirtschaftskrise im Einzelnen, verbunden und ausgelöst durch die Bankenkrise schon für das ganze Jahr reichen, um die Last auf den Schultern der Bürger der betroffenen Ausrichterländer zu mildern.

Es war wieder wunderschön und alles war toll organisiert. Was würde die Presse sonst aus Vancouver anderes berichten (müssen). Auch nicht davon, dass bei diesem einmaligen Anlass im Leben eines Spitzensportlers schon ein grosser Teil im heimischen Wohnzimmer die Abschieds-Zeremonie via TV genoss – getreu dem olympischen Gedanken, dabei sein war alles. Man war ja schliesslich eingeladen und die Reise war bezahlt und gebucht.

Jetzt kann man in Gastown wieder die Strassensperren öffnen. Das erschütternde Bild der Armut wollte der Stadtrat während den Olympischen Spielen den Touristen nicht «zumuten» und putzt das verruchte Gastown so richtig heraus. Schliesslich ist dieses Viertel im Zentrum von Vancouver historisch überaus bedeutsam für die Stadt.

Jedenfalls, mein Kopf wird langsam wieder freier. Meinen Gedanken klarer. Vorbei die Zeit der endlosen Wiederholungen und die zahlreichen Verschiebungen ,die aus allen Kanälen auf einen einstürmten. Ein paar Tausend Olympioniken gaben sich ein Stelldichein, kämpften um Edelmetall, welches schlussendlich vielen versagt blieb. In meinen Erinnerungen kehren wieder die Wochen vor den olympischen Tagen auf. Die Zeit der Sozialdiskussionen. Von wegen Schmarotzer die auf unsere Kosten leben. Dem Staat und dem Steuerzahler auf der Tasche liegen.

Ich möchte sie nicht gerade Schamrotzer nennen. Aber irgendwie sind es doch glückliche Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen können. Der Amateurstatus ist schon lange passe. So einen Medaille bringt schon ein paar Millionen. Da muss einen alte Frau lange stricken. Nein nicht
Neid lässt mir diese Worte schrieben. Sondern Unverständnis. Bei Sozialhilfeempfängern, IV-Rentnern spricht man schnell mal von Sozialschmarotzern, die auf unsere Kosten leben. . Vergessen, das die meisten zumindest Beiträge bezahlt haben und jetzt einfach Versicherungsleistungen beziehen. Umgekehrt - eben !

Aber bei den Sportlern sehen wir das anders. Die werden vergöttert. Plötzlich spricht man vom „Wir“, vom Kollektiv. Ist doch etwas ungerecht. Vor dem Sozialamt parkt kein Hubschrauber. In der Gemeinden gibt es keinen Empfang für Sozialtouristen. Nur scheele Blicke von der Seite.
Aber seien wir uns doch mal ehrlich. Ist das wirklich noch zeitgemäss. Ist das wirklich Balsam auf unsere Seelen ? Gerade dieser Tage, wo wir uns so intensiv mit Steuererklärungen abmühen müssen, stellen sich da schon einige Fragen, die man bei objektiver Betrachtung in den Fokus stellen sollten. Überall soll du muss gespart werden. Wer hätte da nicht noch so den ein oder anderen Wunsche ?

Auf dem Klaus J. Stöhlker Blog fand ich heute einen möglichen Ansatz für die Zukunft. Ein Gedanke, der uns (Infomagazin) solcherart schon lange durch den Kopf ging und welchen wir schon lange vor der Weltpresse hier festhielen ( sh. hier : Bericht Olympische Ruinen - na und ?  und Vancouvers Glanz verblasst) .

Nachstehend der angetönte  Abriss aus dem Stöhlker Blog:

Es ist die Idee des US-Ruderers Charles Banks, der vorgeschlagen hat, die Schweiz, als Sitz des IOC, auch zum festen Gastgeber künftiger Olympiaden zu machen. Damit liessen sich Milliarden-Ausgaben vermeiden, die zum Bankrott von Städten und Staaten führen können, ganz wie Athen, das sich 2004 mit über USD 14 Mia. verschuldete, Geld, das es heute dringend brauchen könnte. Die Schweiz könnte eine olympische Infrastruktur aufbauen und unterhalten; sie kann auch während der Spiele touristisch und sportlich genutzt werden. Die Winterspiele für die Schweiz, vielleicht sogar die Sommerspiele, dies wäre eine Perspektive, die dem “City State Switzerland” entsprechen würde. Dieses Modell würde unseren Möglichkeiten entsprechen, weshalb ich empfehle, dass Bundesrat und kantonale Regierungen eine Olympia- Sonderkommission bilden, um dieses Zukunftsprogramm mindestens zu prüfen. Vancouver klagt unter den jetzt angefallenen Kosten, Beijing hat bisher wenig von den riesigen Stadien profitiert. Die Sport- und Tourismusnation Schweiz wäre das richtige neue Olympia des beginnenden 21. Jahrhunderts.

Ich wäre dabei meinen Stimme zu geben. Denn so wie derzeit praktiziert, ist es das Privileg weniger, die in den Genuss des “vierjährigen“ Erlebnisses kommen. Ein Milliardenspektakel auf Pump. Wenn schon dann so, oder ähnlich. Es gab schon schlechtere Ideen. Ein kleiner Schritt für ein paar Sportler , aber ein grosser Schritt für die Stabilität der Weltfinanzen. Das wäre eine tolle Goldmedaille - diesmal wirklich für alle Schweizer.

Zum Thema :  Vancouvers Glanz verblasst  (Video SF Schweiz / Infomagazin.ch)

Montag, 1. März 2010

HP-Support am Limit

Jetzt ist es amtlich

HP kämpft zwar wacker um seine Marktanteile. Doch wie schon öfters an dieser Stelle berichtet, leidet dabei  öfters mal die Qualität. Man kann halt nicht mit weniger Leuten und mehr sparen, immer mehr Geräte bauen ohne dass was daneben geht.

Deshalb verwundert die Meldung aus Amerika nicht : Macs sind zuverlässig, HP-PCs nicht. Wer sich einen Mac kauft, erhält ein zuverlässiges Gerät. Nicht so, wer einen PC von Hewlett-Packard (HP) ersteht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des US-PC-Support-Unternehmens Rescuecom, wie PC-Tipp.ch berichtet.

Nach dem Zuverlässigkeitsbericht (Computer Reliability Report) von Rescuecom, der diese Woche veröffentlicht wurde, sind Macs am zuverlässigsten, gefolgt von Asus und Lenovo. Öfter den Support bemühen müssen dagegen Besitzer von PCs der Marken Toshiba und HP. Rescuecom ist eine Firma, die in den USA herstellerunabhängigen Support anbietet. In ihrem Report vergleicht das Unternehmen den Marktanteil des Rechnerherstellers mit der Häufigkeit der Support-Anfragen von Besitzern entsprechender Geräte.

Was sagt uns die Geschichte: Man kann sich eine Zeit auf seinen einmal durchaus berechtigten Qualitätsansprüchen ausruhen. Irgendwann ist aber Schluss damit. Vor allem Kundennähe und Kundendienst laufen heute anders ab, wenn man punkten möchte. Ja und da wäre noch die leidige Recovery-Geschichte. Normalerweise selber machen, teuer nachkaufen (ohne Funktionsgarantie) oder hoffen, dass man sie im Fall der Fälle einsetzen kann. Es ist nebenbei dann doch etwas komisch, wenn man sich die Garantie teuer nachkaufen muss. Mein Arzt würde sagen – mangelndes Selbstvertrauen. Ich sage – legt anstatt der vielen Goddies doch wieder die Recoverys gratis bei. Das bringt Punkte bei Kunden.

Man kann aber sicher nicht nur über HP meckern. Es war sehr Innovatives dabei, was da die letzten Monate auf den Markt kam. Auch das Design ist durchaus ansprechend und gelungen, wenn auch nicht sehr pflegeleicht und teilweise schlampig verbaut. Vielleicht etwas zu zügig ist der laufende Wechsel in der Modellpolitik. Für mich die grösste Irritation - die Preispolitik. Teure Basispreise und dann diverse Gruppierung von Personengruppen, die gestaffelte Preise nach unten bezahlen. Ein Arbeitsloser und Lehrling muss den vollen Preis zahlen, Studenten und Lehrer (?) weniger und TCS-Mitglieder u.a. dürfen auch am Prozentekuchen naschen. Das ist wie bei Fust – Kunden. Die dürfen auch in verschiedenen Ligen spielen und zahlen. Stammkunde was ist das bitte ??