Donnerstag, 23. Dezember 2010

Märchenstunde mit dem Hauseigentümerverband-Direktor

«Wir erwarten von den Vermietern, dass sie berechtigte Mietzinssenkungen automatisch weitergeben», sagt Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbands im heutigen «Blick». Wenn sie das nicht tun, müssten Mieter aktiv werden. «Sie können sich gratis an die Schlichtungsstelle wenden», so Gmür.


Mag es an der vorweihnachtlichen Adventstimmung liegen, aber Herr Gmür sie haben ihre Verbands-Vermieter offenbar nicht im Griff. Die Realität sieht anders aus. Besonders einige Verwaltungen scheren sich einen Deut drum, ob die Mieter eine Senkung gut haben. Viele Mieter hätten Angst vor einer Kündigung und würden ihr Recht deshalb nicht einfordern, antwortet er: «Das mag sein, ist aber völlig unbegründet. Der Vermieter kann den Mieter nicht aus Rache auf die Strasse stellen.» Oh doch er kann. Es findet sich immer ein Grund. In den letzten Jahren war Herr Dölf Früh Eigentümer unserer Liegenschaft. In dieser Zeit haben wir nachweislich keinen Mietzinssenkung erhalten. "Seine" beauftragte Verwaltung, die grosse Intercity-Verwaltungs AG, zeigte den Mietern immer die kalte Schulter bei Mietzinsansuchen.

Jetzt haben wir ab 01.01.2011einen neuen Eigentümer, weil der bisherige, Herr Dölf Früh die Liegenschaft überraschend verkauft hat, um sich offenbar voll auf seine Tätigkeit als Präsident beim FC St.Gallen zu konzentrieren. Interessant dabei, wir haben über ein Jahrzehnt Miete und Verwaltungskosten bezahlt. Er hat uns bei Problemen immer auf die "professionelle Verwaltung " verwiesen. Das Geld hat er aber umgekehrt gerne genommen, wie auch die Intercity. Wir waren seine Kunden, so wie wir Kunden der Verwaltungen sind, was diese gerne vergessen. Wir sind nicht Bittsteller. Nur ein bisschen des Engagements welches er heute beim FC St.Gallen an den Tag legt und wir wären zufriedener gewesen. So aber liess er die Verwaltung schalten und walten und es kam sogar zu einer Kündigung ein paar Tage vor Weihnachten wegen Reklamierens an uns. Die neueste Statistik zeigt, sogar in Zürich kostet eine 4-Zimmer-Wohnung nur 1730 Franken im Schnitt. Das beweist, dass es auch sehr viele günstige Wohnungen gibt, meint Herr Gmür weiter. Es ist bloss die Frage für wem ?

Beim neuen Vermieter (privaten) klappt es von selbst

Jedenfalls hat die neue Eigentümerin ohne wenn und aber die Mietzinssenkungen durchgerechnet und noch vor den Feiertagen zu Gunsten der Mieter erledigt. Die schwarzen Schafe aber schliessen sich immer mehr zu Molochen im Immobereich zusammen und haben ihre eigene Rechtsabteilung. Obwohl Mieter monatelang nachweislich ihre Miete bezahlt haben, werden sie mal schnell fristlos gekündigt. Offenbar braucht es ein paar gute Buchhalter um den Saustall in einigen Verwaltungen aufzuräumen. Andere wieder, halten sich nicht einmal bei den Verwaltungskosten an Höchstgerichtliche Entscheide.

Dann kommt noch dazu, dass die Verwaltung sehr rasch beim Betreiben sind. Dies geht ja sehr einfach in der Schweiz. Bis das wieder gelöscht und verschwunden ist, sollte Herr Gmür mal mit der Kündigung im Nacken eine Wohnung suchen. Also nicht die Angst vor der Kündigung, sondern wie komme ich zu einer neuen Wohnung. Da können sie im Fragebogen hundertmal ausfüllen, dass sie den Vorvermieter nicht angeben möchten. Einen heimlichen Anruf können sie nicht verhindern. Es stellen sich noch viele Fragen über die schwarzen Schafe in der Vermieterschaft. Nur in Stichwörtern möchte ich hier Haftpflichtversicherung, Reparaturbeteiligung, Mietübernahme Sozialhilfe, Ergänzungsleistung, Nebenkosten, Schlichtungsstellen und Mieterverband anführen. Erlebnisse würden Bücher füllen.

Heute bin ich schwer krank und kann, bzw. möchte mich nicht mehr diesem Stress unterwerfen, weil ich dadurch mein Leben gefährde. Das wäre es nicht wert. Nur packt es mich, wenn ich dieses Interview des Herrn Gmürs lese, der scheinbar auf einem anderen Planeten zu leben scheint. Ansgar Gmür ist Direktor des Hauseigentümerverbandes und erwartet von seinen Mitgliedern, dass sie Mietzinssenkungen von sich aus weitergeben. Und wenn sie es nicht tun, dann passiert nichts. Dessen muss er sich sicher bewusst sein. Die Mieter haben einen Vertrag mit gegenseitigen Rechten und Pflichten abgeschlossen. In vielen Punkten, tun sich aber auch die Schlichtungsstellen schwer, Vermieter auf den Boden der Tatsachen zu holen. Die Mieter zahlen Verwaltungskosten und müssen oder sollen dann noch zusätzlich für ihre Rechte eintreten. Vorerst gratis (Schlichtungsstelle) und dann aber kräftig wenn es weitergeht. Die Gemeinden und Kantone sollten weit mehr in den sozialen Wohnungsbau einsteigen und solche schwarzen Schafe vom Markt ausschliessen oder die Zulassung zu entziehen.  Ghetto hin oder her. Heute haben wir in den Quartieren schon Verhältnisse wie in den Schulklassen.

Herr Gmür - ein Glück sind sie beim Hauseigentümerverband und haben keinen Sorge ihre Miete zu bezahlen - als Märchenonkel sind sie eher unglaubwürdig und überbezahlt.