Die Stärke einer Gesellschaft misst sich am Wohl der Schwachen (Art.1)
Armut in der reichen Schweiz ist ein Tabu. Wir wissen genau, wie viele Autos und Motorräder auf unseren Strassen verkehren, aber wir wissen nicht genau, wie viele Menschen in unserem Land arm sind.
Jede zehnte Person gilt als arm. Das bestätigen auch die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik BFS (siehe Link). Armut kann jeden und jede treffen: Von Armut bedroht ist, wer arbeitslos oder krank ist, wer ungenügend ausgebildet ist, drei oder mehr Kinder hat, eine Scheidung durchmacht oder Opfer der Wirtschaftskrise wird. (Abriss Caritas Schweiz)
Man muss wohl selbst erst in diesen Schuhen stecken, um das ganze Ausmass von Armut so zu verstehen, zu empfinden wie es zahlreiche Menschen in der Schweiz am eigenen Leib erfahren müssen. Gerade jetzt zur Adventzeit eine bittere Zeit. Nicht einfach und selbstverschuldet. Sondern durch unser gesellschaftliches Umfeld von Menschen verursacht, die noch Geld dafür bekommen, dass sie Arbeitsplätze abbauen. Verursacht von Männern, die sich plötzlich aus ihrer Verantwortung stehlen möchten und Frauen mit drei und mehr Kinder sich selbst überlassen. Von einer Politik, die zwar Ahnung hätte, was es heisst armutsbetroffen zu sein. Die aber in Interviews ständig ausweichen, weil es so nicht in ihre heile Politikerwelt passt wie viel Armut im Lande eigentlich wirklich herrscht.
Dieser Podcast-Beitrag von SF-DRS gibt einen kleinen Einblick, wie Politiker Armut aus ihrer Sicht sehen. Zitat Reg. Rat. Katrin Hilber “ Die Armut hat verschiedene Gesichter. Bei uns sieht man sie nicht “ ….. „Armut hat ein diffuses Gesicht “ ?? (sh. Beitrag DRS).
Die Schweiz muss alles unternehmen, um Armut an der Wurzel zu bekämpfen. In einer Woche ist heiliger Abend. Eine zusätzliche Belastung für viele Familien. Hier ist nicht die erste Frage was schenken zum Fest, sondern was koche ich am Abend. Menschen in Armut verlieren nicht nur ihre persönliche Motivation. Sie werden auch als unzuverlässig und wenig glaubwürdig eingestuft. Gerade zu Weihnachtsfest sollten wir uns darauf besinnen, dass auch diese Menschen Bedürfnisse haben. Nur wer seinen Kindern einmal im Leben erklären musste, warum es am heiligen Abend keinen Geschenke gibt, sieht Weihnachten mit anderen Augen. Da ist nichts mit Konsumwut, mit Ausgelassenheit. Gottseidank haben zahlreiche betroffene Mitbürger trotz ihrer prekären Situation nicht den Kontakt zur Kirche, zu Gott verloren.
Armut soll bis 2020 (also in rund 10 Jahren) nach dem Willen der Politik in der Schweiz halbiert werden. Wenn wir aber die IV-Revision, die Teuerung und die Spekulationsgeschäfte, die Lage der Wirtschaft mit ins Kalkül ziehen, sehe ich da eher schwarz. Ausser es würden keine neuen Bürger mehr invalid, gekündigt oder sozialhilfeabhängig. Keine Familien getrennt. Ihr Einkommen als Nicht-Working-Poors das Auskommen finden. Politiker 10 % ihres Einkommens in einen Solidaritätsfond (Verantwortungsfond) einzahlen.
Ja sonst könnte ich 2020 diese Zeilen hier einfach nochmals veröffentlichen. Noch glaube ich an die grosse Wende und hoffe auf alle möglichen Kräfte im Lande.
Die Caritas ruft zu einer Dekade der Armutsbekämpfung auf: Bis 2020 soll die Armut in der Schweiz halbiert werden! Ein unmöglicher Wunsch ans Christkind, wenn man sich die weltweite Situation betrachtet und einzelne Parteien ihr eigenes Süppchen kochen.