Montag, 22. November 2010

Schon mit einer Gesprächstheraphie versucht ?

Kommentar zur Abstimmung


Jeder versucht seine Ansicht, seine Ideen und Konzepte unters Volk zu streuen. Am radikalsten die SVP. Ich wäre ja der Meinung, dass man vor der Abstimmung die 650.000 Auslandsschweizer befragen hätte sollen. Wie geht es ihnen im gewählten Land? Wie werden sie dort von der einheimischen Bevölkerung anerkannt. Wie leicht ist es ihnen bei der Niederlassung ergangen oder wurden ihnen bürokratische Hindernisse in den Weg gestellt ?

Wer die bösen Geister rief, muss mit ihnen leben. Hauptsächlich in der Industrie und Handwerk setzt man die Zugewanderten ein. Dort tragen sie einen nicht unerheblichen Teil zum Bruttosozialprodukt der Schweiz bei und helfen auch dank ihrer Arbeit den Millionären als billigste Arbeitskraft zu weiterem Einkommen. Inwieweit ist es überhaupt im Zuge all der bestehenden Menschenrechtsorganisationen überhaupt möglich sein sollte,  eine solche Abstimmung durchzuführen ohne das dabei Menschenrechte verletzt werden, steht auf einem anderen Blatt Papier. 

Ich kenne genug Schweizer IV-Antragsteller und Menschen am Rande der Gesellschaft, die auch gerne ihre Argumente anders vortragen möchten. Nur dank der Erziehung unserer Eltern haben wir dabei andere Hemmschwellen. Statistiken gibt es keinen verlässlichen. Für Schlagzeilen eigenen sich natürlich bei Straftaten, Rasereien oder Alkoholexessen ausländsiche Bürger besser. Das bringt Quote. Im Umkehrschluss heisst das aber keineswegs, dass die seit Generationen ansässigen nicht auch solche Verstösse verüben.

Lassen wir einmal für drei Tage die Arbeit, welche von Ausländern erfüllt werden ruhen. Bald würden wir merken wo diese Menschen sich ihr Brot verdienen. In erster Linie sind es Menschen. Religionen sind ein heikles Thema und in 2000 Jahren bis heute nicht gelöst werden. Paradoxerweise hofieren wir die sogenannten VIPS, welche nur pauschal besteuert werden. Unabhängig davon ob alle Menschen laut Verfassung gleich sind. Es gibt genug ausländische Mitbürger, die mehr hinter ihrer neuen Heimat Schweiz stehen, als mancher Schweizer. Ohne den roten Pass.

Paradox, in die Herkunftsländer fahren wir gerne auf Urlaub. Aber als Nachbarn in der Schweiz möchten wir sie nicht haben. Plötzlich haben wir Probleme mit deren Kultur usw. Laut Medien mag es mehr ausländische Straftäter geben. Dazu haben wir aber heute schon ausreichende Mittel um sie aus der Schweiz abzuschieben. Oder wie ein Leserbriefschreiber festhielt – "Was machen wir mit den straffällig gewordenen Schweizern?".

Ich glaube, dass wir im aktuellen Tagesgeschäft noch genug dringendere Problem haben und diese Abstimmung nur davon ablenken soll. Vor allem im Sozialbereich, die Zahl der Armutsbetroffenen und die Rentner , die man immer mehr zur Kasse bittet, weil zu viele Jugendliche sich in die Hängematte hängen. Im Gesundheitsbereich wäre es schlichtweg eine Katastrophe, ohne die deutschen und österreichischen Fachkräfte. Sorgen mache ich mir weniger ob ein paar Reiche die Schweiz verlassen, sondern, ob diejenigen welche hier brav ihrer Arbeit nachgehen, leistungsgerecht entlöhnt werden um die steigenden Grundlebenskosten zu stemmen. Als Beispiel sei hier nur Krankenkassenprämien, Wohnungsmieten, sozialer Wohnungsbau u.v.a.m. zu benennen. 

84 Prozent der Befragten haben lt. Umfrage mit Einwanderern gute Erfahrungen gemacht. Also bitte Herr Brunner & Co. Ihre Kühe berieseln sie mit Musik. Die Menschen geausserhalb der SVP gehen ihnen anscheinend am berühmten A… vorbei. Die klugen Köpfe des Landes sollen sich an einen Tisch zusammensetzen und Konzepte erarbeiten. Nur gemeinsam und in einem harmonischen Verhältnis wird es gelingen, die Schweiz wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Vergesst dabei nicht die armen, sozial schwachen  Menschen in der Schweiz. Wie wäre es heuer mal mit einer Patenschaft für ein Schweizer Kind? Vielleicht hilft dem ein oder anderen eine Gesprächstheraphie an der Notrufsäule.