Da streiten sich die Leut’ herum wohl um den Wert des Glücks,
der eine heißt den andern dumm, am End’ weiß keiner nix.
Da ist der aller ärmste Mann dem andern viel zu reich.
Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich.
Ferdinand Raimund in seinem Zaubermärchen »Der Verschwender«, 1834
So beginnt das bekannte Hobellied im Verschwender, geschrieben 1834. Vielleicht ahnte der Gute schon damals, wie sich unsere Welt verändern würde. Nur das mit dem Gleichhobeln funktioniert dann doch nicht so in der Praxis. Es wird gestritten, es wird demonstriert und man geht auf die Barrikaden. Aber länger wie mehr, verlagert sich das eigentlich Thema in den Hintergrund. Von wegen gleichhobeln. Da wird lieber vom sogenannten schwarzen Block randaliert, der die eigentlichen friedlichen Demonstranten an den Rand der eigentlichen Demo drängt. Ein Fressen für die Medien, die uns dann die Bilder in Sondersendungen, Nachrichtensonderberichterstattung und Newsblocks von dieser Randale, sinnloser Zerstörung und den agierenden Polizisten zeigen. Stuttgart 21 ist ein Paradebeispiel, wie hier grosszügig Steuergelder verprasst werden. In einer Zeit wo Hartz IV- und Sozialleistungen gekürzt werden ein glatter Hohn. Hier werden unbeteiligte Mitbürger zur Kasse gebeten und können sich unabhängig ihrer persönlichen Meinung, nicht dagegen wehren. Umgekehrt schimpft man auf Sozialhilfebezieher. Verwundert vernimmt man die Zahlen, welche zur Sicherung eines Fussballspiels an Polizeieinsatz notwendig sind. 1Million wie in St.Gallen. Wo bleibt da der Sport ?
Das dort Bürger wie du und ich, ihren schweren Dienst in Uniform versehen, stört niemand. Gerade die jüngsten Atomlagertransporte haben gezeigt, dass die Polizei weit über ihrer Belastungsgrenze in Anspruch genommen wird. Sie müssen die „Spinner“ von den Gleisen durch die Landschaft wegschleppen, während die getragenen "Demonstranten" freundlich in die Gegend winken.
Das hat nichts mehr mit dem Demokratieverständnis unserer Väter zu tun. Das ist reiner Chaotentourismus. Chaotentum. Randalle pur. Die Politiker wurden gewählt. Man kann das bei der nächsten Wahl korrigieren. Nur wer stellt sich dann künftig überhaupt noch für Politik zur Verfügung. Wer möchte noch “Freund und Helfer“ zum seinem Berufsziel wählen. Frauen und Mütter müssen um ihre Söhne bangen. Schuld ist immer die Staatsmacht. So leicht ist es nicht, künftig die Probleme am Schopf zu packen. Alles was grösser als ein Einfamilienhaus gebaut wird, da ist mit einer Demo zu rechnen. Es mag ja ein verbrieftes Recht sein, das mit der Meinungs- und Redefreiheit. Es ist aber umgekehrt auch das gleiche Recht, wenn sich Polizisten gegen persönliche und lebensgefährliche Angriffe wehren. Ich bin Sohn eines Polizisten und weis von was ich schreibe.
“Bei mir zu Hause kommt der Strom sowieso aus der Steckdose“. Also sind wir gegen Atomkraft. Wasserkraftwerke verschandeln die Umwelt. Windkraft stört die Anwohner. Das kann auch nicht die Lösung sein. Denn da müssten alle Demonstranten zu Hause in ungeheizten Höhlen leben. Bei Kerzenlicht ihr Tagwerk verbringen und abends vorm Lagerfeuer sitzen. Tun sie aber nicht. Heute wird aus jeder Mücke ein Elefant geschrieben. Die Leute folgen brav den Vorgaben der Medien. Sie sind die grösste Glaubensgemeinschaft. Denken lass sie auswärts.
Die Schweizer Bauern bleiben vom internationalen Preissturz im Landwirtschaftssektor weitgehend verschont: 2009 verdienten sie durchschnittlich 60'000 Franken, wie aus dem Agrarbericht 2010 hervorgeht. Bänker versüssen sich schon wieder ihr Leben mit Sonderzahlungen und Zulagen. Am unteren Ende der Bevölkerungspyramide hat sich wenig geändert. Im Gegenteil. Bei ihnen beginnt man zuerst zu sparen. Ausgesteuert, IV-Revision, Gesundheitskosten, Arbeitslosigkeit bremst die Euphorie der Einzelnen. gehen aber nicht auf die Strasse. Sie haben gar nicht die Zeit dazu. Bewerben, vorstellen, Bewerbungen schreiben, Behördenwege. Schriftverkehr mit dem Grundversicherer um Medikamente, Therapien usw. Und kalt ist es sowieso bei den meisten in der Wohnung. Man kann vieles gleichhobeln, aber manches Astloch widersetzt sich den Bemühungen.
Zum Thema:
http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/armutsrisiko-fuer-familien-waechst-160368
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/11/10/castor-transport-aktuelle-stunde-im-bundestag-parteien/zoff-um-atom-politik-der-bundesregierung-kosten-einsatz.html
Zum Thema:
http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/armutsrisiko-fuer-familien-waechst-160368
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/11/10/castor-transport-aktuelle-stunde-im-bundestag-parteien/zoff-um-atom-politik-der-bundesregierung-kosten-einsatz.html
