Montag, 15. November 2010

Die Migros garantiert ihren Mitarbeitenden nicht einmal den Teuerungsausgleich

Wie schon in den vergangenen Jahren gewährt die Migros ihren Angestellten lediglich individuelle Lohnerhöhungen. Die Mindestlöhne werden nicht angehoben. Die Migros-Beschäftigten sind damit auch bei der diesjährigen Lohnrunde völlig vom Goodwill ihrer Vorgesetzten abhängig.


Die Migros rühmt sich ihrer genossenschafltichen Tradition und beruft sich auf Gottlieb Duttweilers Erbe. Die Gewerkschaft Unia setzt sich mit ihren Mitgliedern dafür ein, dass Migros ihren Wurzeln wirklich treu bleibt.
Die von der Migros angekündigte Erhöhung der Lohnsumme um 1.25 bis 1.75% (je nach Geschäftseinheit) für das kommende Jahr ist enttäuschend und liegt klar unter dem Ergebnis des Konkurrenten Coop, der die Lohnsumme um fast 3 Prozent erhöht. Tatsache ist: Nicht einmal der Teuerungsausgleich wird allen Mitarbeitenden gewährt. Ein Teil der Migros-Angestellten wird darum einmal mehr leer ausgehen.

Wie schon in den vergangenen Jahren gewährt die Migros keine generelle Lohnerhöhung. Die Löhne werden nur individuell angepasst. Das macht die angekündigten Lohnanpassungen nicht überprüfbar. Vor allem aber sind die rund 80'000 Migros-Beschäftigten auch bei der diesjährigen Lohnrunde völlig vom Goodwill ihrer Vorgesetzten abhängig.

Keine Erhöhung der Mindestlöhne

Betroffen davon sind auch die tiefsten Löhne. Dies ist umso schwerwiegender als die auch Migros die Mindestlöhne erneut nicht anhebt. Der sogenannte «Bruttomindestlohn» stagniert damit seit 2009 bei 3700 Franken. Allerdings kann dieser Mindestlohn in einzelnen Betrieben unterschritten und bis 3300 Franken gesenkt werden. Die von der Migros gewährte Einmalzahlung von 750 Franken pro Mitarbeitenden ist zwar ein Trostpflaster, ist aber im Hinblick auf die künftige Lohnentwicklung nicht wirksam.

Die Unia war an der Aushandlung dieses ungenügenden Lohnabschlusses nicht beteiligt. Zwar ist die Unia die Mehrheitsgewerkschaft der Migros-Angestellten, doch schliesst die Migros die Unia systematisch von der Sozialpartnerschaft aus.