Vielen Versicherten ist nicht klar, welche Rechte und Pflichten sie als Patienten haben. Oft lassen sie sich von harschen Sprechstundenhilfen und Schwestern allzu schnell abfertigen.
Was im Umgang mit Ärzten wichtig ist.
Soweit die Theorie
Persönlich blicke ich ja selbst auf eine mehr als 15 jährige Arzt- und Krankenhauskarriere zurück. Auf der einen Seite der Hausarzt, welcher nach jedem Krankenhausaufenthalt die erste Anlaufstelle ist. Er bekommt die Befunde und Berichte nach dem Austritt. Schon hiebei wird das erste Mal der Patient ins Abseits gestellt. Er bekommt nämlich keine Kopie des Befundes. Warum ? Der Fehler liegt hier weniger beim Hausarzt, denn beim Krankenhaus. Was laut Patientenrechten automatisch der Informationspflicht unterliegt, dient hier dem Kontakt der Ärzte untereinander. Auch wenn sie explizit eine Kopie verlangen, bekommen sie eventuell den Austrittsbericht. Nicht dass ich meinem Hausarzt nicht trauen würde, aber ich hätte doch gerne nachgelesen, wie es um meinen gesundheitlichen Zustand steht. Er könnte mir auch dazu dienen, mir eventuell einen Zweitmeinung einzuholen, was solcherart erschwert wird.
Das Gespräch
Auf allen Webseiten von Krankenhäusern in nah und fern wir auf das besondere Verhältnis Patient und Arzt verwiesen. Der Patient wird als Mensch gesehen und als solcher soll er auch ganzheitlich behandelt werden. Gespräche sind wichtig. Speziell vor einem operativen Eingriff. Leider lässt unser derzeitiges Gesundheitssystem dies nur mehr im eingeschränkten Umfang zu. Zeit für ein Gespräch kostet Geld und Arbeitszeit. Auch eventuelle Risken des Eingriffs wären Inhalt solcher Gespräche. Hier schlummert ein weiterer Fehler im System. Überlastete Assistenzärzte betreuen grossteils den/die Patienten. Je grösser die Klinik, desto kürzer die Gespräche.
Zur Ehrenrettung möchte ich aber hier festhalten, dass es auch durchaus Krankenhäuser gibt, die einen familiären, persönlichen Charakter pflegen. Hier kommt auch mal der Chefarzt ans Bett um sich persönlich nach dem Wohlergehen zu erkundigen. In der Atmosphäre eines Krankenhauses herrscht für den Patienten eine Ausnahmesituation, die er grossteils nicht selbst beeinflussen kann. Schon manches Grossmaul wurde zum Duckmäuser. Man kann heute im Internet einiges nachlesen und rückt so auf eine höhere Stufe. Viele Ärzte mögen das überhaupt nicht, ein anderer sagte mir einmal “ Umso besser, dann können wir schneller auf den Punkt kommen“. Der Patient möchte möglichst rasch gesund werden oder dass seine Leiden gelindert werden. Der Assistenzarzt möchte gerne Oberarzt werden oder seine Pflichtjahre absolvieren. Nicht immer die ideale Mischung. Neu kommt jetzt die Fallpauschale dazu.
Gepaart mit der Nervosität des Patienten kann schnell mal ein Spannungsfeld zwischen den beiden entstehen. Einweiterer Faktor ist heute das Pflegepersonal. Bei manchen hat man das Gefühl, sie sind sich ihrer Stellung sicher bei dem Personalmangel. Sie sind keck und lassen den Patienten schon gerne mal warten. Gott sei Dank gibt es aber auch Pflegepersonal, dem man die Freude im Umgang mit kranken Menschen ansieht. Die ihre Arbeit mit Freude und Respekt zum Wohlergehen des Patienten ausüben. Die auch nicht schnorren, wenn es beim Verbandwechsel mal länger dauert, oder die Urinflasche mal umfällt.
(Demnächst folgt an dieser Stelle die Fortsetzung)