Dienstag, 28. September 2010

Departementsverteilung nach der Mengenlehre

Jeder kann alles, was kümmert mich der andere. Andersrum – man nehme einen grossen Topf und gebe verschiedene Früchte hinein. Die Früchte, die jeder Bundesrat mit seiner Wahl geerntet hat. Die Summe aller Früchte muss aber laut Mengenlehre eine Potenzmenge ergeben. Eine einzelne Teilungsmenge ist nicht vorgesehen. Als wichtige Frucht ist noch der Beamtenapparat jedes Departements, der bloss seine Führung wechselt als Schnittmenge beizufügen. Fertig ist der Bundesrat.

Als nichtpolitischer Mensch könnte man meinen, egal wer welchem Departement vorsteht. Wichtig ist der Mitarbeiterstab und die Partei im Hintergrund. Also könnte man frech gesagt, jeden Bundesrat wo man möchte einsetzen. Denn was für einen Eindruck ergibt das, wenn ein Nichtjurist das Justizministerium bekommt, die andere noch schnell vor der nächsten Wahl zu den Finanzen wechselt, weil sich das in der Biografie besser macht. Noch vor Tagen hat man die Bundespräsidentin gelobt wie sie die Schweiz im Ausland präsentiert. Dabei entstehen Begehrlichkeiten, Wünsche, die plötzlich und überraschend in Erfüllung gehen. Nicht das Wirtschaftsdepartement, nein das UVEK sollte es sein.

Seit 1960 hat sich das Rad nicht wieder so gedreht wie dieser Tage. Der Nachteil von Früchten ist aber, je reifer sie werden, bekommen sie da und dort Druckstellen. Nicht jede Frucht verträgt es schadlos, so knapp an einen andere anzuliegen. Das schadet aber bei der Präsentation. Sprich das Volk fühlt sich nicht so gut bedient , wie es sich eigentlich erhofft hatte. Trotz aller Beteuerungen der "Kollegialität" sieht das Ganze eher nach einem Egowettkampf aus. Man hört schon erste Stimmen, die die Mehrheit von Frauen als nicht so ideal erachten. Die Departementsverteilung ging offensichtlich nicht reibungslos über die Bühne: Der Bundesrat musste darüber abstimmen, wie die Bundeskanzlei mitteilte. Dem Entscheid sei eine intensive Diskussion vorangegangen, er sei jedoch «auf kollegiale Weise» getroffen worden. Die Regierungsmitglieder würden ihn nicht weiter kommentieren.

Letzendlich stimmt die Menge. 7 Bundesräte braucht das Land. 7 Bundesräte hat es bekommen. Lediglich die Teilungsmengen haben sich verändert. Was zurückbleibt sind gemischte Gefühle und die Hoffnung, dass von den imaginären Früchten nicht einen vorzeitig verfault – sprich zurücktritt. Die Früchte dienen nur zum Rechnen. Der Bundesrat neu ist real. Die Realität wird noch sehr viel zu reden geben. War das jetzt ein Sieg der Mittelparteien, die mit Frau Leuthard offenbar einen Senkrechtstarter gesetzt haben. Sie ist ja auch die einzige, welche auf dem ersten öffentlichen Bild ein weisses Kostüm, wie eine jungfräuliche Braut, die vor den Traualtar tritt, trägt. Was sie uns wohl damit sagen möchte. Herr Brunner wird uns dazu schon seine Meinung mitteilen. Mathematik ist ja sein Spezialgebiet.