Rita Fuhrer (SVP) ist seit 100 Tagen Alt-Regierungsrätin. Sie versucht, trotz lebensbedrohlicher Krankheit zu ihrem alten Tatendrang zurückzufinden. So kann man es dieser Tage in einem Interview des Tagesanzeigers online nachlesen, nachdem sie ja letztes Jahr die Diagnose Brustkrebs erhielt.
Ist sie jetzt mutig, wie der TA schreibt, weil sie sich nach der Chemo fast haarlos ablichten lassen?
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Nein. Aber das hängt wahrscheinlich mit meiner Krankheit zusammen. Ich habe schliesslich nicht mit Arbeiten aufgehört, weil ich alt bin. Und ich habe mir auch zum Ziel gesetzt, mir wieder eine Arbeitswelt aufzubauen. Aber ich muss zugeben, dank meiner Rente kann ich Dinge tun, ohne dabei ans Geld zu denken – Dinge, die zum Beispiel einen sozialen Aspekt haben.
Ein heisses Thema und lediglich 9 genehme Kommentare für den Redaktor. Dabei birgt ja die obige Antwort schon jede Menge Sprengstoff in sich. Vor allem zeigt die Praxis, wie sich die Spreu vom Weizen trennt. Pardon, der Prominente vom Normalbürger. Hier Kritik anzubringen scheint dem TA offenbar Majestätsbeleidigung. Umsomehr es weniger eine Sache des Mutes ist, sich nach der Chemo eines Kopfschutzes zu bedienen oder nicht, sowie das wieder spriessende Haar mit einer Perücke zu bedecken, als der schmale Grat zwischen Ego und Realität.
Sie versucht, trotz lebensbedrohlicher Krankheit zu ihrem alten Tatendrang zurückzufinden.
Ja sicher ist das ganze kein Honigschlecken. Meine Frau könnte Bücher davon erzählen. Ihr entfernte man die ganze Speiseröhre und modellierte aus einem Teil des Magens eine neue. Sie ist halt keine Politikerin, schon etwas älter und vor allem nicht in ein soziales Umfeld wie Frau Fuhrer gebettet. Veröffentlicht hat den Artikel die TA. Mit Billigung von Frau Fuhrer. Geschichten Prominenter lassen sich halt besser verkaufen. Ich finde es in diesem Zusammenhang trotzdem stossend, dass meine Frau keine IV und Rente erhält. Solche Wahrheiten wird man doch in einem Leserbrief noch schreiben dürfen. Nichts anstössiges also. Zensur ?!
(Fuhrer) Aber jetzt, wo ich selber krank bin, haben mir solche «Aufmunterungen» das Gefühl gegeben, allein für meine Genesung verantwortlich zu sein. Ich war sehr verunsichert und hoffte auf Hilfe von meinen Bekannten und natürlich von der Medizin. Ja man vertraut den Ärzten und freut sich bei jeder Kontrolle über einen positiven Bescheid.
Krank macht einen eher das ganze Drumherum. Die Bürokratie. Das Bitten, die Unsicherheit über das Fortkommen. Warten. Dazu ein schwer herzkranken Mann. Ich liebe meine Frau. Sie stellt den Rest ihre Lebenszeit zur Verfügung, damit sie mir noch helfen kann. Verzicht. Da lässt sich nicht in Worte fassen. Es geht ums persönliche Überleben. Wir werden beide geplant, verwaltet. Die SVP, die Mutterpartei von Frau Fuhrer kritisierte doch permanent zu Scheininvaliden die das Sozialwerk in die Schieflage gebracht haben. Man sollte mal die Auswirkungen der IV-Revision an der Basis recherchieren, so erleben wie jetzt Frau Fuhrer. Da hat niemand Zeit sich über banale Dinge wie Kopfbedeckung, Perücke oder Aussehen zu machen. Das ist Knochenarbeit. Befund um Befund beibringen und irgendwo entscheidend dann ein Arzt ohne persönlichen Untersuch – nein, diese Frau erhält keine IV. Ausgemustert. Sind wir jetzt laut Parteivater Blocher Scheininvalide ?
Krank macht einen eher das ganze Drumherum. Die Bürokratie. Das Bitten, die Unsicherheit über das Fortkommen. Warten. Dazu ein schwer herzkranken Mann. Ich liebe meine Frau. Sie stellt den Rest ihre Lebenszeit zur Verfügung, damit sie mir noch helfen kann. Verzicht. Da lässt sich nicht in Worte fassen. Es geht ums persönliche Überleben. Wir werden beide geplant, verwaltet. Die SVP, die Mutterpartei von Frau Fuhrer kritisierte doch permanent zu Scheininvaliden die das Sozialwerk in die Schieflage gebracht haben. Man sollte mal die Auswirkungen der IV-Revision an der Basis recherchieren, so erleben wie jetzt Frau Fuhrer. Da hat niemand Zeit sich über banale Dinge wie Kopfbedeckung, Perücke oder Aussehen zu machen. Das ist Knochenarbeit. Befund um Befund beibringen und irgendwo entscheidend dann ein Arzt ohne persönlichen Untersuch – nein, diese Frau erhält keine IV. Ausgemustert. Sind wir jetzt laut Parteivater Blocher Scheininvalide ?
Das ist halt in meinen Augen der kleine Unterschied. Nichts für ungut Frau Fuhrer. Aber da lupft es mir den Deckel über die Scheinheiligkeit der SVP-Politik für ihre kranken Schweizer Mitbürger an der Basis.
