Montag, 16. August 2010

Sonderbares Internet oder verrückte Blogwelt

Es ist doch einen sonderbare Welt , dieses Internet. Es ermöglicht die Nutzung von Internetdiensten wie E-Mail, Telnet, Usenet, Dateiübertragung, WWW und in letzter Zeit zunehmend auch Telefonie, Radio und Fernsehen. Im Prinzip kann dabei jeder Rechner weltweit mit jedem anderen Rechner verbunden werden. Der Datenaustausch zwischen den einzelnen Internet-Rechnern erfolgt über die technisch normierten Internetprotokolle.

Die Älteren mögen es für ein revolutionäres Medium halten, von den Segnungen der Blogs schwärmen. Andere aus diesem Kreis wieder quälten sich die letzten Jahre vor der Pension mit diesem "neumodischen Zeugs". Doch die, welche an den Möglichkeiten des Mediums Gefallen fanden, haben sich organisiert und verwenden das Internet heute für vielerlei Dinge im Alltag. Bekannt sind in der Schweiz die Computerias, der Kontakt zu Kindern,Enkeln und Freunden in aller Welt.

Die Jugend, zur "Netzgeneration" verklärt, hat in Wahrheit vom Internet wenig Ahnung. Und die Moden des Web 2.0 - von Bloggen bis Twittern - sind den Teenagern egal. Neue Studien zeigen: Es gibt für sie immer noch Wichtigeres im Leben. Aber wann, dann wird auf allen Kanälen gechatet. Freunde und Bekannte schreiben da gleichzeitig durcheinander. Gefahr für die deutsche Sprache. Man unterhält sich Halbsätzen und Abkürzungen. Nebenher klickt man sich noch durch die Videosclips bei YouTube.

Trotzdem geben sie dem echtem Leben wider erwarten noch breiten Raum. "Der Verein geht vor", "Nie würde ich ein Training auslassen." Auch sonst hat das echte Leben Vorrechte: "Wenn sich jemand mit mir treffen will, mache ich sofort die Kiste aus." bestätigt ein Jugendlicher.

Die Älteren mögen es für ein revolutionäres Medium halten, von den Segnungen schwärmen und vielleicht noch um die Wette twittern. Den Jungen würde es nie einfallen einen Blog zu schreiben. Und wenn, dann sind die Inhalte ein Spiegelbild der eignen Vorlieben. Blogs sind quantitativ nicht weniger geworden. Doch die Qualitätsblog werden immer rarer. Vom Apple-Jünger bis zum Hobbyphilosophen findet sich ein breiter Querschnitt. Jeder Politiker hat einen, braucht einen oder eben nicht. Internet vergisst nicht, was bei dem ein oder anderen Beitrag vielleicht erwünscht wäre.

Privat und Privat

Persönlich finde ich das Internet als unendliche Quelle von Wissen über Fauna und Flora, die Evolution des Menschens und Technik usw. Am meisten erfreuen mich persönlich die zahlreichen Fotos und Landschaftsaufnahmen. Sich an einem verregneten Tag hinzusetzen und virtuell durch ferne Städte streifen, fast wie in einer Parallelwelt zu urlauben. Normalerweise käme ich an diese Orte gar nie mehr. Google Street View, welches einen Teil dieser meiner Bedürfnisse abdeckt, wird hier im deutschsprachigen Raum leider abgelehnt. Unverständlich. Tausende inmobile Menschen sitzen enttäuscht zu Hause und verstehen diese Ablehnung nicht. Ja ich weis, die Welt ist schlecht. Man könnte von zu Hause aus ein nächstes Einbruchobjekt ausspionieren. Als ob erst seit der Erfindung des Internets eingebrochen wird? Nein, das Finanzamt könnte den Schwarzbau im Garten entdecken, oder den Pool welche rumänische Tagelöhner um ein Butterbrot gebaut haben. Den Sportwagen vor der Garage, welcher auf die Grossi angemeldet ist.

Gutachten bestätigt Google

Ein im Auftrag des Unternehmens erstelltes Gutachten des Instituts für Rechtsinformatik Hannover bestätigt die Konzernsicht: Demnach handele es sich bei den Aufnahmen von Gebäuden um Sachdaten, nicht um personenbezogene Daten ( SZ.de )

Man schreit nach dem Schutz der Privatssphäre, hat aber nebenbei mehr als nur den eigenen Lebenslauf in Facebook veröffentlicht. Die Camera-Autos nehmen nicht mehr auf, als ich als zufälliger Spaziergänger ebenort auch sehen würde*. WLAN ausschnüffeln genügt ein Laptop und einen Auto. Und wer glaubt noch an das das Märchen vom Datenschutz.  Der müsste auch noch an`s Christkind glauben. Dazu könnte ich seitenweise Geschichten und Artikel aus dem realen Leben schreiben. Ich finde es einfach schade, dass man einen Teil der Menschen ausgrenzt, für die das Internet der verlängerte Arm ins soziale Leben bedeutet. Vielleicht muss man sich erst selbst in einer ähnlichen Situation befinden um umzudenken. So wie man es die letzten Tage über bekannte Politikerinnen nachlesen konnte, die an Krebs erkrankten. Andererseits sehe ich darin ein Spiegelbild unserer wachsenden Egogesellschaft, die mehr und mehr um sich greift. Schade um eine gesellschaftlich und fremdenverkehrspolitisch einmalige Chance für unser Land. Umgekehrt geben wir Millionen für Fremdenverkehrswerbung aus und wundern uns andererseits trotz Minimalsteuersatz , über rückläufige Nächtigungszahlen.

Zum Thema :
*BILD klärt die größten Missverständnisse auf - Bild.de
Bürger sagen Google Street View den Kampf an - Sueddeutsche.de
De Maizière lehnt spezielles Gesetz ab - Focus.de