Samstag, 28. August 2010

Hilfe, ich werde gezwungen und brauche Hilfe ?

Gewerkschaft Unia kämpft gegen 24-Stunden-Arbeitszeit im Verkauf

Die Gewerkschaft Unia meldet Widerstand an gegen die ihrer Ansicht nach immer heftiger werdenden Angriffe auf den Arbeitnehmerschutz im Detailhandel. Wie sie am Freitag vor den Medien darlegte, ist sie vor allem gegen einen "24-Stunden-Arbeitszwang im Verkauf".

Auf den Schweizer Autobahnen darf man 120 km/h fahren – man muss aber nicht. Zuwenig geht aber auch nicht. Mit 40 km/h auf der Autobahn wäre zuwenig, auch wenn sie mit einem Auto auf der Autobahn gefahren werden. Vielleicht hinkt dieser Vergleich. Andererseits zeigt er, dass ich könnte wenn ich wollte und mich trotzdem im Rahmen der Gesetze fortzubewege.

"24-Stunden-Arbeitszwang im Verkauf"

Hier, liebe UNIA schiesst ihr etwas übers Ziel. Es gibt grundsätzlich überhaupt keinen Zwang, zu arbeiten. Mache ich das z.B. gegen die Anweisung des RAV, werden mir Leistungen gekürzt oder gestrichen. Bei Arbeitszwang seitens des Arbeitsgebers kommen Gesetze zum Tragen, die bisher scheinbar ausgereicht haben. Es muss aber im Zuge von wirtschaftlicher Notwendigkeit möglich sein, auch mehr zu arbeiten als 42 Std. die Woche und zwar freiwillig.

Geht es wirklich um das Wohl der Familie ? Ist zuwenig Geld in der Haushaltskasse, leiden zuerst die Kinder. Werden unter anderem in der Schule gemobbt, wenn sie nicht die Bekleidung tragen, die angesagt ist. Aber die GAV Löhne geben oft nicht mehr her, und mancher Familienvater muss trotz Vollzeitstelle beim Sozialamt vorstellig werden, um seinen Miete bezahlen zu können. Hier sehe ich die eigentliche Kernkompetenz von Gewerkschaften, dass dem nciht so ist. Selbst habe ich ja auch vier Kinder gross gezogen. Nebenbei musste ich zusätzlich da und dort auf ein paar Stunden schaffen gehen, um die Familie über die Runde zu bringen. Keinen hat`s gestört. Nicht immer aber gab es solche Nebenjobs.

Ginge es jetzt nach der UNIA, dann arbeite ich meine vorgeschrieben Stunden und melde mich für den Rest beim Sozialamt. Die verteilen dann bei Bedarf Steuergelder. Vielleicht mit ein Grund warum Mehrkinderfamilien heute schief angeschaut werden. Denn die UNIA möchte nicht, dass ich zu etwas gezwungen was nicht gesetzlich wäre. Es liegt in der Natur des Menschen mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel am Monatsende in der Lohntüte zu haben. Bei dem ein oder anderen reicht es aber nicht.

Bedarf auf beiden Seiten

Sollte jetzt seitens der Unternehmer der Wunsch bestehen und weil es scheinbar den Umsatz steigern könnte wenn längere Öffnungszeiten möglich wären, ist es ebenso seine freie, unternehmerische Entscheidung dies zu tun. Umgekehrt würde es ja langfristig eine fahrlässige Krida auslösen. Zusammenfassend also, wenn der Bedarf gegeben ist, längere Öffnungszeiten - dann ja. Es muss aber nicht der gleiche Arbeitnehmer sein, der sonst hauptberuflich beschäftigt ist. Er kann es aber sein, wenn er es möchte. Ich war lange genug im Fremdenverkehr tätig und weis ob der familienfeindlichen Arbeitszeiten. Es hat mich aber niemand gezwungen das zu tun. Ich hätte auch Strassen kehren können und wäre dann mehr bei der Familie gewesen. So gab es viele Weihnachtsfeste wo der Papa eben erst später nach Hause kam. Die Kinder wuchsen trotzdem ohne Alkohol, Drogen, Gewaltexesse auf und gehen heute einem geregelten Beruf nach.

Egal ob Detailhandel, Fremdenverkehr, Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr. Die Liste liese sich beliebig fortsetzen. Wenn alle so denken würden wie der Einzelhandel -  lieb Heimatland ade. Es gibt eine Lösung. Entsprechende Gesetze für den Schutz der Arbeitnehmer vor Ausbeutung, aber auch mit Weitsicht für einen tragfähige Gesellschaft und Wirtschaft. Zu mehr können wir nicht gezwungen werden. Basta. Das Ganze nennt man dann Eigenverantwortung.