Langläufig spricht man ja von der Servicewüste Schweiz. Das schöne daran ist man muss sich in kein Flugzeug setzen, einen Lastminute-Flug buchen und über das Mittelmeer fliegen um an den nördlichen Rand des Wüstenkontinents zu kommen um im Sand zu stochern. Gaddafi könnte es nicht besser inszenieren, was der Konsument so täglich in den Schweizer Konsumtempeln und Anbieteroasen erleben darf oder besser gesagt muss.
Dabei haben sie gestern in der Zeitung geschrieben, dass die Zuwanderung aus Deutschland und den anderen Staaten leicht rückläufig sei. Wir werden es also künftig wieder mit mehr hoch ausgebildeten, schweizerischen Fachkräften zu tun haben. Einen Teil davon sind Langzeitarbeitslose oder andere hat man im Rahmen der Einsparmassnahmen die IV gestrichen und setzt sie jetzt bis zum erhöhten Rentenalter von 67 im Telefonsupport ein. Wahrscheinlich sind es aber Studenten, die sich ihre Semester finanzieren.
Jedenfalls scheine ich derzeit nicht ganz unfreiwillig eine Affinität zu Telekommunikationsunternehmen zu entwickeln. Letzte Woche die Swisscom. Dazwischen die Cablecom und heute Orange. Nein, ich habe keine drei Telefonanschlüsse, obwohl ich mindestens 8 haben könnte - ohne Google (Coop, Aldi usw) . Wir verfügen nur über ein ganz banales, einfaches Handy mit Prepaidkarte, welches wir uns für Notfälle unterwegs angeschafft haben. Das für mich Positive – ich musste es im letzten Jahr nicht aufladen. Erst vor Wochen waren es noch FR 19.-.
Leider kein Anschluss - Patient tot
Das beschert uns/mir einerseits Freude, welches aber mangels aufgeladener Prepaidkarte von Orange suspiert wurde. Das heisst meine Frau trägt schon (vertrauensvoll) seit Wochen ein Notfallhandy bei sich, welches sie aber im Notfall gar nicht verwenden hätte können, weil sie eben ein Jahr überschritten hat und dazwischen nicht aufgeladen wurde. Irgendwo soll sich dieses Vorgehen in den AGB`s finden. Oder, der Anwender hat so etwas einfach zu wissen. Nun, FR 19.- Guthaben sind weg und deshalb scheinbar nicht mehr zu verbrauchen. Egal ob ein Mensch stirbt oder nicht – Schweigen seitens Orange.
Vor dem Aufladen hat mir heute Orange allerdings 2 Std. meiner kostbaren Zeit gestohlen. Von wegen computerisierte Abläufe. Frei nach der Anleitung des gekauften Guthabens und dem Aufdruck die Nummer 121 eingegeben, anschliessend die Handynummer, die Rautetaste und Wähltaste. Zuerst rührte sich nichts, dann erschien die Meldung " Kann ich nicht entziffern" und Ende. 5 Versuche. Beim neuerlichen Durchlesen fand ich eine Servicenummer, an die ich mich wenden kann oder darf wenn es beim Aufladen Probleme gibt. Sie kennen die Fragen ja sicher, betrifft ihr Anruf Telefon dann die 1 drücken, für deutsch die 1 drücken und Servicemitarbeiter die 2. Doch die (zwei!!!) Servicemitarbeiter waren offenbar besetzt. In etwa 5 Minuten wird dann einer frei. Woher die Computerstimme dieses schon vorab wissen wollte, entzieht sich meiner Kenntnis. Letztendlich waren es 32 Minuten, die ich in der Warteschleife verbrachte und nebenbei alle Angebote von Orange kennen lernen durfte. Wahrscheinlich ist die Sanduhr noch nicht mit dem System verbunden. Ob jetzt schon der angetönte Mitschnitt lief, war nicht ersichtlich. Würde aber für den Zweck des Mitschnittes zur Qualitätsprüfung und Schulung wahrscheinlich sowieso null Zweck erfüllen.
Please wait ( 30 Minuten)
Und dann, nachdem ich von der Toilette zurückkehrte, piepste auf einmal eine Stimme "Wie kann ich helfen?". Geschichte der ergebnislosen Versuche erzählt. Ja, ja – sie sind ja suspiert. Oh Gott, ich stehe doch gar nicht mehr im Berufsleben. Nein – wenn ich 1 Jahr nichts dazu auflade (was mir nachher gestohlen wird) darf ich mich dem oben geschilderten Prozedere wieder melden. Dann schaltete sie mich frei, ich mein Handy aus und wieder ein. Dann darf ich das Guthaben aufladen.
Mit diesem Service kann man nur punkten. Der Datenhunger dieser Unternehmen ist so gross und trotzdem findet sich scheinbar niemand, der dieses Prozedere wegrationalisiert oder einen Weg zum Kunden findet. Mit Werbeanrufen trotz Sternchen haben sie keine Probleme. Nein, der Kunde muss ja zu Orange kommen, wenn er telefonieren will. Dabei ist dieses Prepaid gar nicht so billig.
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