Mittwoch, 25. August 2010

Der Staat googelt schon seit Jahren und keinen hat es gestört

Die Diskussion um „Google Street View" und den Datenschutz reißt nicht ab. „Der eifrigste Sammler von sogenannten Geodaten ist der Staat“, heißt es im Flensburger Tagblatt. Und weiter: „Seit Jahren fliegen Flugzeuge – ausgerüstet mit hochauflösenden Kameras – auch über Schleswig-Holstein und nehmen im Auftrag der Landesregierung jedes Detail auf.“ Mit diesen Daten wird dann ein ertragreicher Handel betrieben. Suchdienste im Internet verbinden persönliche Daten mit den Häuser-Fotos. (Bild.de)


Gerade in Deutschland wo die Wogen am höchsten gehen. Da nutzen auch nichts, die scheinheiligen Reporterfahrten von RTL mit einem nachgebauten Cameraauto wenig, die zeigen sollen, was den Bürger erwartet. Vor allem die Argumente in den Interviews mit den Anrainern sind schon hinlänglich bekannt. Da stört es wenig, dass heute bei jeder Telefonnummernsuche die Adresse via Satelitenaufnahme erscheint und zwar aus jeder Himmelsrichtung. So sind auch Details, wie Balkone, Gärten, Fenster und Eingänge zu erkennen. Also.

Daten sind ein gutes Geschäft für den Staat

2 DVDs mit Datenaufnahmen (GPS-Daten für jedes Haus in Deutschland) kosteten 2007 stolze 140 000 Euro. In Schleswig-Holstein via Flugzeug schon ein Fünftel des Landes erfasst. In den nächsten Jahren möchte die Flächenerfassung abschliessen. Auch das Landwirtschaftsministerium in Kiel nutzt Satellitenfotos, um Subventionsbetrug bei Stilllegungsprämien auf die Schliche zu kommen. In Niedersachsen wurden von einer Kommune Wärmebilder von Privat-Häusern erstellt, um deren Wärmeverluste zu erkennen. Bundesweit werden Häuser aus Flugzeugen fotografiert und die Dächer mit Laserstrahlen vermessen. Anschließend wird farblich dargestellt, wie gut oder schlecht jedes einzelne Dach für die Erzeugung von Solarstrom geeignet ist. Die Daten werden dann zur Freude von Handwerk und Banken online zur Geschäftsanbahnung veröffentlicht.

Private Daten

Luftaufnahmen unterliegen keiner Genehmigungspflicht. Dieses Prinzip nutzt auch Google Earth. Im Internet gilt es einen Balance der Daten zwischen wirtschaftlichem Interesse, Informationsbedürfnis der Allgemeinheit und dem Schutz der Privatsphäre zu finden. Manche dieser Daten werden heute schon für diverse private Marketingaktivitäten (zB Geoscoring – Festsstellung der Kaufkraft einer Region) Fahrzeugbestand nach Marken usw. verwendet.

Hier wäre es Aufgabe der Medien in allen Facetten objektiv aufzuklären. Bin schon gespannt, wie es hier in der Schweiz weitergeht. Nur weil sich Prominente in ihren mit der Öffentlichkeit, sprich Fans, gekauften Häusern gestört fühlen. Inmobile Menschen werden solcherart vom sozialen Leben ausgeschlossen. Jedoch die Hoffnung stirbt zuletzt.