Dienstag, 13. Juli 2010

Nachbetrachtung und Kurzkommentar zur WM

Das Spiel der Holländer im sogenannten WM-Finale, hat mir bestätigt was heute unter Fussball verstanden wird. Randale innerhalb und ausserhalb der Stadien. Was sich die Holländer da an Fouls geleistet haben, grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung. Herr Bommel hat ja im Vorfeld schon angekündigt, dass es ein schmutziges Finale wird.Einzig Blatter und seinen Altherrenriege verdienten sich wieder ein goldiges Näschen.

Grundsätzlich habe ich mein Problem mit solchen Grossanlässen. Mit billigsten Arbeitskräften wurden Stadien gebaut, wovon man heute schon weiss, dass sie sicher nicht mehr gebraucht werden. Grosszügige Sponsoren (Kundengelder für überteuerte Produkte, Marken), Geldvergeudung von zwangsbeglückten Gebührenzahlern aller Länder für überzogene Fernsehrechte und ein Grossaufgebot an Polizei und Sicherheitskräften erlaubten diese Weltmeisterschaften. In einem Kontinent, der trotz der WM nicht aus seiner Armut und Kinderreichtum finden wird. Trotzdem konnte die grosse Anzahl an Diebstählen nicht verhindert werden. Vom Fernsehreporter bis zum extra angereisten, zahlenden Zuschauer wurden ihre Wertsachen los. Das Land hat Naschholbedarf. Die WM wird das nicht richten. Noch immer leben viele Menschen in Bruchbuden ohne Strom und fliessend Wasser, ohne Arbeit und mit schlechter medizinischer Versorgung und mangelhaften Schulen. Ein einheimischer Gegenerder WM : "Wir leben in einer der ungleichsten Gesellschaften der Welt, und die WM hat diese Tendenz noch verstärkt! ".

Auf Wiedersehen Südafrika, auf Wiedersehen Vuvuzela. Die Fußball-Weltmeisterschaft ist vorbei. Süchtige, die ohne Fußball partout nicht mehr leben wollen oder können, müssen in der Schweiz ohnehin nicht lange auf den nächsten Schuss und Schlägerei vor dem Stadien warten. Vielleicht kurz für ein paar Tage mal wieder um die Familie oder Frau kümmern, die Pfandflaschen zurückbringen und die Kühlschränke auffüllen.

Und die Stars am Beispiel des Dritten BRD - einige hundert hatten sich auf den Weg gemacht und auch am Morgen nach dem Finale noch mal ihre schwarz-rot-goldene Tracht angelegt. Dass es für sie keine Chance geben würde, die Spieler und den Trainer zu sehen, erfuhren sie erst an Ort und Stelle. Sehr enttäuscht sei er darüber, beklagten sich. So könne man doch nicht mit den eigenen Anhängern umgehen, sagte der 16 Jahre alte Fußball-Fan beim Verlassen der Flughafenhalle. Oh doch, können sie.

Schnöde Zuschauer haben gefälligst im Stadion zu erscheinen, teure Tickets zu kaufen, Schnarchfussball und Schwalbenflüge anzuschauen und sich dann wieder heim zu Mamie zu begeben. Der Fussballstar als solches mag scheinbar keinen allzu nahen Kontakt mit seinen Fans. Er ist mit sich selbst, mit sich selbst und seiner internationalen Karriere beschäftigt. Ja und nach dieser WM werden die Gagen wieder steigen. Löw wird sicher wissen wie er sich teuer verkaufen muss. Die Stars mit ihren Nobelhobels sowieso. Wird ja alles bezahlt. Was schert uns das Sparen im Rest der Gesellschaft. Wir sind wir.  

Was zurück bleibt ist ein Kontinent in Armut, HIV und mit wenig Perspektive. Gebeutelt von Bürgerkriegen, Diktatoren, Menschenrechtsverletzungen und Hungerkrisen. Andererseits kassiert der Südafrikanische Präsident um die 270.000 Dollar jährlich. Daran wird sich nichts ändern. Was soll`s. Das Runde muss in das Eckige. Alles andere wird sich schon richten.