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Landauf. Landab kann man derzeit die unterschiedlichsten Kommentare zum angekündigten Rücktritt des einzigen bloggenden Bundesrat Leuenberger lesen.
Beim StöhlkerBlog: Moritz Leuenberger tritt nach der Herbstsession zurück, weil seine Partei, die SP, befürchten musste, mit ihm in die nächste Wahlniederlage zu gehen. Er hat seiner Partei seit Jahren nur noch schlechten Dienst geleistet.Als Narziss, der sich zwischen Yves Saint Laurent und Christoph Marthaler positioniert hat, ist er auch als Rhetoriker* nicht sehr weit gekommen. Er wie seine Reden werden bald vergessen sein.
arlesheimreloaded: Dass Herr Leuenberger zurücktritt ist überfällig gewesen. Und er hat das so getan, wie es von ihm zu erwarten war, überraschend, eigenbrödlerisch, ätschig.Das Ärgerliche an der Sache ist etwas Grundsätzliches: dass nämlich so ein Bundesrat nach Lust und Laune zurücktreten kann, also wann auch immer es ihr/ihm passt.
Die Kommentatoren der Schweizer Tageszeitungen haben den angekündigten Rücktritt von Bundesrat Moritz Leuenberger am Samstag ausnahmslos begrüsst, schreibt der Tagesanzeiger. Einzig freundlichere Töne schlägt seine Kantonalpartei an. Diese würdigt Leuenberger als «starken Vertreter eines urbanen und weltoffenen Kantons Zürich». Die SP lobt seine Fähigkeiten als Redner, verneigt sich vor seiner nachhaltigen Klima- und Verkehrspolitik – verliert aber kein Wort über die Fluglärmfrage (IM: wird auch von einem Nachfolger nicht gelöst werden, ausser man verlegt den Züricher Airport nach Lybien). Bild: 20 min Screenshoot
*2003 wurde Leuenberger mit dem Cicero-Preis für die beste politische Rede im deutschsprachigen Raum ("Das Gute, das Böse, die Politik") ausgezeichnet. Also so ein schlimmer Redner kann er doch nicht gewesen sein. Seinen Bloggerqualitäten waren durchwachsen. Zumindest hat er sich der Herausforderung gestellt. Viele seiner Beiträge wussten zu begeistern. Im März des Jahres war jedoch plötzlich Schluss. Begann er da schon seinen möglichen Rücktritt vorzubereiten. Böse Zungen behaupten er war/ist ein Edelsozialist, der den Genossen nicht einmal die Hände schütteln wollte. Also bitte ?!!!
Für mich war er das Salz im Bundesrat. Man konnte ihn nie so richtig in einen Schublade einordnen. Vielleicht war es dies, was seine Gegner verunsicherte. Gerne hätte ich einmal persönlich kennen gelernt. Für mich war er ein moderner Bundesrat, der keine Konfrontation scheute und sich den neuen Kommunikationsmitteln nicht verwehrte. Seinen Mimik und Gestik : einzigartig. So sei allen die heute ihre Giftpfeile ausgepackt haben ins Stammbuch geschrieben: Moritz Leuenberger war ein guter Bundesrat – wirklich schlecht war er nicht. An seinem politischen Wirken wird man ihn künftig in den Geschichtsbüchern messen. An alle anderen kann ich nur sagen: Besser machen !
Eine Analyse Leuenbergers über sein Amt (Abriss aus seinem Blog)
Ein Bundesrat ist kein Minister, kein Diener oder Gehilfe des Premierministers oder Ministerpräsidenten, der ihm Weisungen erteilen oder ihn gar ersetzen könnte. Der schweizerische Bundesrat ist ein Präsidialkollegium, das gemeinsam die Geschicke des Landes leitet und die Regierungsverantwortung trägt. Deshalb steht jedes Mitglied des Bundesrates nicht nur seinem Departement vor, sondern ist immer auch - als Teil des Kollegiums - Regierungsoberhaupt.
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