Es hätte eine grosse Veranstaltung werden sollen. Doch es kam bei der Love Paradein Düsseldorf zur Katastrophe. Die Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet, prüft die Genehmigungsunterlagen - die Polizei warnte vor der Millionenparty Vorort , scheiterte aber mit einem umfassenden Sicherheitskonzept. Der Kommerz hat wieder einmal gesiegt. Ob er der egentliche Auslöser war, möchte ich an dieser Stelle nicht behaupten. Ein ursächlicher Zusammenhang ist aber nicht von der Hand zu weisen.
@ Monsieur Fischer Blog : Traurig. Und jetzt machen wieder alle einen auf "sowas von betroffen", die Medien überbieten sich mit Opferzahlen und geschmacklosen Bildern. Mir bleibt ausser einem Kopfschütteln nicht viel... ausser dass ich die Frage stelle, warum das liebe Geld einmal mehr vor der Sicherheit gekommen ist? Es gab - neben dem gesunden Menschenverstand - durchaus Hinweise dass diese Loveparade mit 1,4 Mio Menschen die Dimensionen sprengen könnte.
@Side Effects Blog: Die Duisburger Love-Parade hätte ein Freudenfest werden sollen. Doch eine Massenpanik forderte zehn Menschenleben und mindestens zehn Menschen schweben in Lebensgefahr.
Man könnte hier noch mehr Schlagzeilen und Berichte zu diesem unsäglichen Fest online stellen. Erstens aber waren wir nicht Vorort und zweitens würde es nichts an dem Verlust von inzwischen 19 Menschenleben ändern. Über Schuld und Unschuld kann man nur spekulieren. Endgültig klären wird sich das nie mehr lassen. Es war einen kommerzielle Veranstaltung und die Versuchung, die Besucher über diesen Tunnel zu ventilieren und einzulassen, damit ja kein Euro verloren geht, war sicher gegeben. Genauso wie man auch wusste, wer die Zielgruppe dieser Love Parade war und dass soviele junge Leute auf engsten Raum ein immenses Sicherheitsrisiko darstellen. Es sei ein Skandal, die Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände am alten Güterbahnhof zu lassen. "Da ging es doch nur ums Geldmachen. Die Veranstalter haben nicht das geringste Verantwortungsgefühl für die Menschen gezeigt."
Bei allem Wenn und Aber frägt man sich, warum man heute nur mehr Open Airs , Freiluftkonzerte, StreetParade und Konzerte usw. generell nur mehr an den unmöglichsten Orten abhält. Kein See, keinen Alm bleibt vor den Massen verschont. Wobei wir angeblich alle so grün veranlagt sind. Die Tonnen an Müll und diversen Utensilien bleiben in der Landschaft verstreut zurück und es braucht Monate , wenn nicht Jahre bis sich die Flora wieder erholt hat. Können wir nur mehr via lauter Musik, Rekordjagd und Apres Ski Menschen zur Unterhaltung animieren. Je mehr Besucher , desto höher das Risiko einer Panik. All die obergescheiten Analysen machen die Toten auch nicht mehr lebendig.
Genau sowenig wie die Wracks welche man vor Discos abstellt um die Jugendlichen von Alkoholfahrten und Autorennen abzuhalten. Wir sollten nicht richten und vorverurteilen - wir sollten helfen das ganze Dilemma wieder in normale Bahnen zu lenken und dieser Form von einseitigen Kommerz die Latte ganz hoch zu legen, damit solche Schlagzeilen erst gar nicht gedruckt werden müssen.