Brasiliens größte Favela ist online: Die Aktion ist Teil des Programms "Rio Estado Digital", über das sich die "Internautas" (Internetnutzer) vor allem über Kurse zu Berufsausbildung und Fortbildung informieren sollen. Seit dieser Woche stehen für die mehr als 100.000 Bewohner der Armensiedlung Rocinha in Rio de Janeiro kosten- und kabellos ein Internetzugang zur Verfügung.
Im Juni wurde zudem mit der Installierung von 14 Sendern das Zentrum der "Stadt am Zuckerhut" fürs kabellose "Gratis-Surfen" freigeschaltet. Einige Teile der in Rios Süden gelegenen Siedlung sind bereits seit März online. Auch in den Favelas Dona Marta und Cidade de Deus in Rio gibt es bereits gratis Internet-Zugang. Dies ist eine Initiative des Gouverneurs des Bundesstaates Rio, Sergio Cabral. Er hat sich hatte das ehrgeizige Ziel gesetzt, der erste Bundesstaat mit 100-prozentiger kostenloser Breitband-Internet-Versorgung zu werden.
IM: Für uns ein Schritt in die richtige Richtung. Viel wurde ja von Armutsbekämpfung berichtet. Das 100 Dollarlaptop bestimmte eine kurze Zeit die Schlagzeilen. Umgekehrt jammert die Wirtschaft über mangelnde Ausbildung der Jugend. Gouverneur Cabral ist nicht nur ein Mann des Volkes, erkennt auch deren Probleme. Vielleicht ein Ideeanstoss an Herrn Bill Gates seinen überteuerten Produkte zu leistbaren Preisen zu verkaufen. So braucht er sich nicht mit Milliardenspenden und Anrufen in die Presse drängen, den Wohltäter zu mimen, sondern kann hier praktische Hilfe Vorort leisten. Den der Internetzugang alleine wird auf Dauer nicht reichen.
EU: Bis 2013 Breitband-Internet für alle Bürger (Krone.at)
