Ist es nicht eine etwas einfache Lösung, Google mit seinem Street View alle Schuld an Datenverletzungen im Persönlichkeitsbereich des Internets in die Schuhe zu schieben. Persönlichkeitsrecht läuft meiner Meinung nach anders ab.
Im August letzten Jahres schaltete Google den Dienst Street View online. Er wies aus datenschutzrechtlicher Sicht erhebliche Mängel auf, und zahlreiche Betroffene gelangten mit Beschwerden an den EDÖB (Datenschutzbeauftragten). Nachdem Google verschiedene Empfehlungen zur Verbesserung des Persönlichkeitsschutzes mehrheitlich ablehnte, reichte der EDÖB Klage vor Bundesverwaltungsgericht ein.
Was passiert genau bei diesen Aufnahmen. Die Autos von Google fahren durch die Strassen und nehmen deren Verlauf und die Häuser in 3D auf. Also alles, was der interessierte Bürger nicht selbst auch jederzeit machen könnte. ZB ein Einbrecher, im Vorfeld um das Terrain zu sondieren. Dieses Argument steht auf schwachen Füssen. Man erkennt Personen. Man erkennt Autonummern. Dazu gibt es übrigens in den meisten Kantonen ein Verzeichnis der Strassenverkehrsämter, worin man sich über die einzelnen Zulassungsbesitzer informieren kann, jederzeit und ohne Interessensnachweis. Man erfährt den Namen, wo der Halter wohnt uvm.. Also auch nichts Spezielles, welches man nur Google vorwerfen könnte, wobei dies natürlich auch Safari oder Firefox ebenso machen könnte, so wie andere Anbieter.
Anderer Schauplatz, andere Ausgangssituation. TV-Übertragung von der Sendung "Wetten dass !". Mehrfach schwenken die Cameras ins Publikum. Man kann Personen erkennen und zufällig auch, dass der Nachbar neben einer hübschen Frau sitzt, mi ihr Händchen hält, jedoch nicht seinen Angetraute ist. Das Ganze passiert live ohne Korrekturmöglichkeit. Gleiches mit den Zuschauern am Bildschirm passiert in allen möglichen Shows, Sendungen, Motorsportveranstaltungen usw. Die Bilder gehen live in den Äther - unverpixelt.
Dritte Situation im öffentlichen Raum. Die Hubschrauberflüge über die Schweizer Landschaft und Städte. Manchmal verharrt der Hubschrauber und zoomt den Besitzern beim Sonnebaden oder z`Vieri auf der heimischen Terrasse. Für mich sind die Bilder der Landschaften im Fernsehen eine tolle Werbung für die Schönheiten unseres Landes. Man(n)/Frau kann sich schon zu Hause ein Bild vom künftigen Urlaubsort machen. Für viele behinderte , inmobile Menschen wird solcherart die Einzigartigkeit der Schweiz gezeigt, die sonst nur schwer erreichen könnten. Nur bei der unterlegten Musik sollte man sich mal künftig den Kopf zerbrechen. Ich bezweifle aber, dass man von allen Haus- und Villenbesitzern vorab Drehgenehmigungen eingeholt hat. Herr BR Maurer wird auch nicht eben erfreut sein un d fürhctet um sein bestes Heer.
Jetzt kommt der Auftrag, wegen des persönlichen Datenschutzes Personen, Autos und Kennzeichen zu verpixeln und so die Leute unkenntlich zu machen. Klingeling. Ist es den Leuten wirklich ernst, oder haben sie Angst vor der Tätigkeit von Google, Daten zu sammeln und anderen zur Verfügung und Ansicht bereitzustellen. Heisst das jetzt im Umkehrschluss nur mehr verpixelte Kameraschwenks in die Zuschauer bei Sendungen ? Oder gar ohne Publikum. Oder holt man gar vorher das Einverständnis aller Besucher. Ich kann Autonummern ablesen und sie via Behörde zuordnen. Wer oder was verursacht also die Beschwerden?
Ich bin ein Verfechter des Persönlichkeitsschutzes. Schutz meiner persönlichen Daten im Internet muss konsequent umgesetzt werden. Persönliche Daten sind aber nur verfügbar, wenn ich damit schlampig umgehe. Bei jedem Wettbewerb alles ausfülle. Mich in sogenannten socialen Netzwerken bewege. Wenn ich vorsichtig im Umgang bin, dann kann erkennt niemand meine Daten. Zumindest nicht mehr, als wenn er sich zB Twixtel kaufen würde. Die Hysterie um Street View kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann aber die Empörung verstehen. Empörung über Google, dem gierigen Multi der mich wahrscheinlich irgendwo im öffentlichen Raum aufgenommen hat. Vorher haben mich aber tausende Leute bei einem Stadtbummel in Zürich gesehen. Nur Google macht Geld damit. Oder ?
Jeder vierte dritte Autofahrer (Bürger) nutzt heute schon ein Navigationssystem. Woher kommen die Daten. Schon mal überlegt ? Jetzt kommt vielleicht einen dreidimensionale Ansicht meines Zielortes dazu, damit ich mich besser orientieren kann. Wäre das wirklich so schlimm! Schon meinen Grossmutter sagte, wer nichts zu verbergen hat, braucht nichts zu befürchten. That`s all. Lassen wir uns von den Medien nicht verrückt machen.
Übrigens - der Datenhunger unserer Behörden ist auch sehr gross. Dass bekommen speziell die Menschen am Rande der Gesellschaft zu spüren, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Wird diese Personengruppe künftig beim Datenschutz aussen vor bleiben ?. Vielleicht ist dieser Artikel nur ein Denkanstoss.
