28. Juni 2010
Herr Nicolas G. Hayek, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Swatch Group ist heute völlig unerwartet während der Arbeit in seiner geliebten Swatch Group an einem Herzversagen gestorben.
Herrn Nicolas G. Hayek kommen riesige Verdienste bei der Rettung der Schweizerischen Uhrenindustrie und bei der Gründung und der geschäftlichen Entwicklung der Swatch Group zu. Herr Nicolas G. Hayek hat es mit der Swatch Group verstanden, seine Visionen eines starken Uhrenkonzerns mit hoher schweizerischer Wertschöpfung zu verwirklichen und nachhaltig umzusetzen. Er gilt zu Recht als wegweisender Unternehmer dieses Landes.
Herr Nicolas G. Hayek hat es auch verstanden, durch entsprechende personel-le Entscheidungen sicherzustellen, dass seine Ideen und Vorstellungen über-dauern und dass die Kontinuität sowohl im Aktionariat, wie auch im Verwal-tungsrat und der Geschäftsleitung gewährleistet ist.
Hayek wuchs in Beirut weitgehend in der Obhut seiner libanesischen Mutter Linda Hayek, geborene Tamer, auf. Sein Vater George Nicolas Hayek war ein Zahnchirurg und libanesisch-US-amerikanischer Doppelbürger. Seine Familie gehörte zu der christlichen (griechisch-orthodoxen) Oberschicht im Libanon. Die Familie zog 1949 in die Schweiz um. In der Schweiz heiratete er 1951 Marianne Mezger, die aus einer Industriellenfamilie stammte und als Au-pair-Mädchen in der libanesischen Familie arbeitete. Der gemeinsame Sohn Georges Nicolas «Nick» Hayek ist Präsident der Konzernleitung und die gemeinsame Tochter Nayla Hayek Mitglied des Verwaltungsrates der Swatch Group. Seit 1964 war Hayek Schweizer Bürger.
Hayek begann, mit Selbstbewusstsein das für die Schweiz revolutionäre Konzept der elektronischen Qualitätsuhr und der 1983 lancierten Marke Swatch durchzusetzen. Das Erfolgsgeheimnis der Swatch war, dass die Komponenten der Uhr von 151 Einzelteilen auf 51 genormte Teile verringert wurden, der Mechanismus in einen vorgestanzten Plastikkörper eingeschweisst und ein Preis von 80 bis 100 Schweizer Franken anvisiert wurde. 1981 wurden die ersten Uhren vorgestellt, deren Markenname von „Second Watch“, „Swiss Watch“, „S-Watch“ endgültig zu „Swatch“ mutiert war. Die neue Uhr wurde zunächst in den USA vermarktet, und von Künstlern gestaltete Kollektionen wurden kreiert. 1984 waren bereits 800.000 Exemplare verkauft.
Hayek ging seinen unternehmerischen Weg konsequent weiter. Er platzierte Uhren-Nobelmarken wie Tissot, Blancpain, Omega, Longines, Rado, Certina, Hamilton, auch Billigprodukte wie die Kinderuhr Flik Flak präzise im Markt. 1994 betrug der Anteil der Schweizer Uhren im Weltmarkt 53 %.
Ein Visonär verlässt für immer die Bühne.
Ein Visonär verlässt für immer die Bühne.
(Teilquellen Switch Swatch Group, Wikipedia)