Die Delegiertenversammlung der Unia Region Bern fordert verbindliche Mindestlöhne für alle Branchen. Zehntausende Arbeitnehmende im Kanton Bern verdienen trotz Vollzeitarbeit Hungerlöhne, die nicht zum Leben reichen. Betroffen sind besonders Beschäftigte im Bereich persönliche Dienstleistungen, im Reinigungsgewerbe, im Detailhandel, aber teilweise auch in der Industrie.
Unia kämpft primär für gute Gesamtarbeitsverträge mit anständigen Löhnen. Wo dies von Arbeitgebern verhindert wird (z.B. Berner Detailhandel), braucht es einen gesetzlichen Mindestlohn als unterste Lohngrenze für alle Beschäftigten. Die Unia unterstützt die geplante nationale Mindestlohninitiative mit einem minimalen Stundenlohn von Fr. 22.- (Fr. 4000.- pro Monat). Dies bringt Verbesserungen für viele Beschäftigte - insbesondere für Frauen. Der Mindestlohn ist ein Instrument für mehr Lohngerechtigkeit, gegen die Prekarisierung und dient allgemein dem Schutz der Löhne.
Die 101 Delegierten vertreten über 24'000 Unia-Mitglieder aus allen Wirtschaftsbereichen im Kanton Bern. Präsident Rolf Leisi kann auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurückblicken: „Der Streik des Verkaufspersonals bei SPAR zeigt, dass Unia im Kanton Bern mobilisierungsfähig ist.“ Kathrin Huber, eine der Streikfrauen, bringt es auf den Punkt: „Wenn wir Angestellten wollen, steht der Betrieb still und wir erreichen gemeinsam alles.“
Erfolge waren auch die verhinderten Privatisierungen der städtischen Elektrizitätswerke in Thun und Burgdorf. Besonders stolz sind die Anwesenden darauf, dass der Rentenklau bei der beruflichen Vorsorge BVG abgewehrt wurde.
Die Delegierten verabschiedeten eine Resolution, in der sie der Belegschaft der Karton Deisswil ihre volle Unterstützung zusichern. Die Gewerkschaft Unia kämpft zusammen mit den Belegschaften für den Erhalt der Arbeitsplätze.
Während Aktionäre ihre Renditen optimieren wollen und Beschäftigte vor die Türe stellen, soll gleichzeitig die Arbeitslosenversicherung verschlechtert werden. Die Delegierten sprechen sich klar dagegen aus, dass Abzocker belohnt und das Volk bestraft werden soll. Die Unterschriftensammlung für das Referendum gegen die AVIG-Revision ist bereits gut gestartet- Unterstützt wird zudem die kantonale Unterschriftensammlung „Faire Steuern – für Familien“, welche Familien entlastet, aber Steuerprivilegien für ausländische Steuerzahler abschafft.
Der Präsident Rolf Leisi und die zwei Vizepräsidenten Hansueli Balmer und Patrick Beer werden glanzvoll bestätigt. Mit langem Applaus wird der langjährige Leiter der Region Bern Roland Sidler verabschiedet, welcher aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. (Von: Unia Bern)