Montag, 17. Mai 2010

Adpotivtochter

Sexuelle Grenzüberschreitungen bewunderter Männer gelten nach wie vor nicht als Unrecht.

Zwei bekannte Filmschaffende, wahrscheinliche Unzucht mit Minderjährigen. Dass ist die eine Seite. Der eine steht unter Hausarrest in seiner Villa in Staad und bekämpft seine Auslieferung. Die Vereinigten Staaten verlangten seine Auslieferung "und das mehr, um mich den Medien der ganzen Welt zum Fraß vorzuwerfen, als um ein Urteil zu vollstrecken, über das schon vor dreiunddreißig Jahren eine Übereinkunft erzielt worden ist“, heißt es in dem Text, der auf der Internetseite „La régle du jeu“ veröffentlicht ist. Jetzt redet Polanski! Der Star-Regisseur äußert sich erstmals öffentlich seit seiner Verhaftung Ende September und greift die US-Justiz scharf an. (Angebliches Opfer spricht BLICK.ch inkl. Video)

Woody Allen war vor Kurzem in Wien. Mit Ehefrau Soon-Yi. Die Zeitungen schrieben: Woody Allen mit Ehefrau Soon-Yi, der Adoptivtochter seiner Ex-Frau Mia ­Farrow. So lautet die Sprachregelung: Woody Allen hat eine junge Frau, die hat eine Adoptivmutter, die war einmal Woody Allens Frau. Es klingt, als habe Mia Farrows Leben mit Soon-Yi auf einem anderen Planeten stattgefunden als Mia Farrows Leben mit Woody Allen.

Man darf sich das so ausmalen: Woody Allen trifft ein junges Mädchen, findet es sexy, beginnt ein Verhältnis mit ihr, und dann stellt sich, na so was aber auch, heraus, dass sie zufällig die Adoptivtochter seiner Frau ist! Überraschung! Schon lange sind sie heute ein Ehepaar. Die kurze damalige Aufregung hat sich gelegt. Rein formal wurde das koreanische Straßenkind Soon-Yi achtjährig tatsächlich nicht von Allen adoptiert, sondern von Mia Farrow und ihrem damaligen Ehemann André Previn. Aber bereits zwei Jahre später war Allen der Mann an Farrows Seite und damit auch der Stiefvater Soon-Yis. Soziale Vaterschaft heißt so was.

Elfriede Hammerl schrieb dazu im Profil einen lesenswerten Artikel. Irgendwie scheint es doch ein Unterschied zu sein, wie sexuelle Grenzüberschreitungen bewunderter Männer bewertet werden.
Ich persönlich jedenfalls finde das Ganze als juristische Farce. Auch nach 30 Jahren muss es noch eine entsprechende Strafe geben. Dem Bauchgefühl nach für Beide. Man mag es drehen und wenden wie man will. Prominenz darf kein Freibrief sein.