Montag, 26. April 2010

Rückgang der Sozialhilfequote dank guter Konjunktur im 2008

Nationale Ergebnisse der Sozialhilfestatistik 2008

Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 221'262 Personen mit Sozialhilfe unterstützt, was einer Sozialhilfequote von 2,9 Prozent entspricht. Dank der 2008 noch guten Wirtschaftslage sank die Sozialhilfequote gegenüber dem Vorjahr zum zweiten Mal in Folge (2007: 3,1%). Wie aus den Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht, verlief die Entwicklung in den Kantonen unterschiedlich. Die Sozialhilfequote stieg, wie in den Vorjahren, mit der Grösse der Gemeinde. Die Altersgruppe der jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) konnte leicht überdurchschnittlich vom Rückgang der Fallzahlen profitieren.

Im Jahr 2008 zahlten die Sozialdienste der Schweiz in insgesamt 129'954 Fällen eine finanzielle Leistung aus. Da ein Fall mehrere Personen umfassen kann, waren 221'262 Personen zur Existenzsicherung teilweise oder ganz auf Sozialhilfe angewiesen. Dies entsprach 2,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2008 rund 5 Prozent weniger Menschen in der Schweiz auf die Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Da sich die konjunkturelle Entwicklung jeweils verzögert auf die Sozialhilfe auswirkt, werden die möglichen Folgen des im letzten Quartal 2008 entstandenen konjunkturellen Einbruchs erst in den Sozialhilfedaten der folgenden Jahre sichtbar.

Unterschiedliche Entwicklungen in den Kantonen

Wie im Vorjahr wiesen die Kantone Basel-Stadt, Neuchâtel, Waadt, Bern, Genf und Zürich die höchstenSozialhilfequoten auf. Während in den Kantonen Basel-Stadt (von 6,6% auf 6,1%) und Zürich (von 3,7% auf 3,3%) überdurchschnittliche Rückgänge der Sozialhilfequote festgestellt wurden, blieb die Quote in Neuchâtel (6,0%) stabil und stieg in der Waadt sogar leicht an (von 4,7% auf 4,8%). Weiterhin hatten die ländlich geprägten Kantone der Zentral- und Ostschweiz sowie die Kantone Wallis und Jura die tiefsten Sozialhilfequoten.

Alleinerziehende benötigen am häufigsten Sozialhilfeleistungen

Bei Auswertungen zur Fallstruktur bilden nicht die unterstützen Personen, sondern die Sozialhilfefälle Unterstützungseinheiten mit einer oder mehreren Personen) die Grundlage. 3,6 Prozent der Privathaushalte in der Schweiz sind auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Weit mehr als die Hälfte von ihnen sind Ein-Personen-Fälle (60%). Es sind aber die Alleinerziehenden, die ein besonders hohes Sozialhilferisiko zu tragen haben: Bezogen auf alle Haushalte in der Schweiz, erhalten 16,4 Prozent der Haushalte mit nur einem Elternteil Sozialhilfeunterstützung. Die finanzielle Belastung durch die Kinderkosten verbunden mit beschränkter Möglichkeit einer ausreichenden Erwerbsarbeit infolge der Kinderbetreuung führt zu einem erhöhten Sozialhilferisiko.