Montag, 12. April 2010

Plastikkartenwelt

Sicher kennt es der ein oder andere. Man schleppt sich antriebslos über die Tage. Erledigt nur das Notwendigste und findet trotzdem keine richtige Entspannung. Es mag nichts klappen und alles scheint sich gegen einem zu verschworen haben. Ist das schon ein nahmendes Burn-Out ?

Da liest man die Nachrichten mit Meldungen zu Prominenten welche mit ihrem Krebs kämpfen. Als ob dieser nur VIP`s befällt. Haushalte am Existenzminimum müssen solche Problem ebenso nebenbei lösen. Fernab jeglicher Anteilnahme durch die Medien. Nachdem jeder 10-te Bürger von Krebs betroffen ist, gibt es da also nicht allzu viel Unterschiede. Ausser, die Mama Normalo muss nach der Chemo wieder an den Herd und für die Familie kochen. Da haben es die Prominenten schon leichter. Da darf sogar der Partner mit ins Krankenhaus einziehen und dem Liebsten oder der Liebsten beistehen während der Behandlung.

Sylvia van der Vaart ( Jurorin bei DSDS/D) verschenkt jetzt sogar ihre Perücke an einen Bedürftige, weil sie anscheinend erkannt hat, Krebs kann man nicht davonlaufen und nicht unter einer Perücke verstecken . Da wird sich aber jemand aus dem gemeinen Volk freuen über soviel Grossherzigkeit. Andererseits bleibt man in den Schlagzeilen, tanzt sie doch jetzt ohne Perücke aber mit MakeUp. Interessant wie viele Nichtrauche runter den prominenten Opfern sind. Da gibt es leider keine Studie dazu, die ins Bild passen würde.

Allgemeinversicherte werden ja länger wie mehr abgeschoben. An ihnen spart man, als ob morgen die Welt untergehen würde. Dazu habe ich ja schon mehrmals geschrieben. Doch der neueste Aufreger der Woche für mich ist das Unispital Zürich. Früher konnte man dort via Internet Fragen stellen und bekam ein paar Tage später eine Zweitmeinung oder einen anderen Ansatz. Kostet Geld. Ist mir irgendwie klar. Doch diesmal fuhr ich fast aus der Haut. Wie gewohnt stellte ich meine Frage. Führte meine 20 Medikamente im Onlineformular ( Sie fragen, wir antworten) an und stellte meine Frage, in der Hoffnung auf eine fachliche Zweitmeinung. So wie es die Werbung für diesen Service auf der Webseite verspricht. Dann geht es zur Kasse. 20 FR würde diese Frage kosten. Aber erst jetzt offenbart sich die Zweiklassenmedizin in seiner ganzen Vielfalt. Bezahlung geht nur per Kreditkarte. Heisst im Klartext, ein kleiner IV-Rentner ohne Golden Card muss leider an dieser Stelle abbrechen und bleibt aussen vor.

Antwort eines verantwortlichen Arztes. Ich könnte doch die Kartendaten eines Bekannten nutzen. Nur meine Bekannten kommen alle nur knapp über die Runden und kennen Visa und wie sie alle heissen nur von der Werbung. Schade – auch hier hat der kleinen Unterschied zugeschlagen. Die Besservedienenden bleiben so unter sich. Ich fühle mich ausgegrenzt. Warum geht das nicht mehr mit dem guten alten Zahlschein? Paradox – diejenigen welche es sich ohnehin leisten könnten einen Arzt zu besuchen, werden bevorzugt.

Vielgelobte Hilfsangebote werden so zur Farce. Jeder hält nur mehr die Hand auf !!!