Zumindest was grossportliche Anlässe 2010 betrifft, kehren jetzt wieder ein paar Tage des Stopps unnötiger Milliardenausgaben ins Land. Als würde nicht die Wirtschaftskrise im Einzelnen, verbunden und ausgelöst durch die Bankenkrise schon für das ganze Jahr reichen, um die Last auf den Schultern der Bürger der betroffenen Ausrichterländer zu mildern.
Es war wieder wunderschön und alles war toll organisiert. Was würde die Presse sonst aus Vancouver anderes berichten (müssen). Auch nicht davon, dass bei diesem einmaligen Anlass im Leben eines Spitzensportlers schon ein grosser Teil im heimischen Wohnzimmer die Abschieds-Zeremonie via TV genoss – getreu dem olympischen Gedanken, dabei sein war alles. Man war ja schliesslich eingeladen und die Reise war bezahlt und gebucht.
Jetzt kann man in Gastown wieder die Strassensperren öffnen. Das erschütternde Bild der Armut wollte der Stadtrat während den Olympischen Spielen den Touristen nicht «zumuten» und putzt das verruchte Gastown so richtig heraus. Schliesslich ist dieses Viertel im Zentrum von Vancouver historisch überaus bedeutsam für die Stadt.
Jedenfalls, mein Kopf wird langsam wieder freier. Meinen Gedanken klarer. Vorbei die Zeit der endlosen Wiederholungen und die zahlreichen Verschiebungen ,die aus allen Kanälen auf einen einstürmten. Ein paar Tausend Olympioniken gaben sich ein Stelldichein, kämpften um Edelmetall, welches schlussendlich vielen versagt blieb. In meinen Erinnerungen kehren wieder die Wochen vor den olympischen Tagen auf. Die Zeit der Sozialdiskussionen. Von wegen Schmarotzer die auf unsere Kosten leben. Dem Staat und dem Steuerzahler auf der Tasche liegen.
Ich möchte sie nicht gerade Schamrotzer nennen. Aber irgendwie sind es doch glückliche Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen können. Der Amateurstatus ist schon lange passe. So einen Medaille bringt schon ein paar Millionen. Da muss einen alte Frau lange stricken. Nein nicht
Neid lässt mir diese Worte schrieben. Sondern Unverständnis. Bei Sozialhilfeempfängern, IV-Rentnern spricht man schnell mal von Sozialschmarotzern, die auf unsere Kosten leben. . Vergessen, das die meisten zumindest Beiträge bezahlt haben und jetzt einfach Versicherungsleistungen beziehen. Umgekehrt - eben !
Aber bei den Sportlern sehen wir das anders. Die werden vergöttert. Plötzlich spricht man vom „Wir“, vom Kollektiv. Ist doch etwas ungerecht. Vor dem Sozialamt parkt kein Hubschrauber. In der Gemeinden gibt es keinen Empfang für Sozialtouristen. Nur scheele Blicke von der Seite.
Aber seien wir uns doch mal ehrlich. Ist das wirklich noch zeitgemäss. Ist das wirklich Balsam auf unsere Seelen ? Gerade dieser Tage, wo wir uns so intensiv mit Steuererklärungen abmühen müssen, stellen sich da schon einige Fragen, die man bei objektiver Betrachtung in den Fokus stellen sollten. Überall soll du muss gespart werden. Wer hätte da nicht noch so den ein oder anderen Wunsche ?
Auf dem Klaus J. Stöhlker Blog fand ich heute einen möglichen Ansatz für die Zukunft. Ein Gedanke, der uns (Infomagazin) solcherart schon lange durch den Kopf ging und welchen wir schon lange vor der Weltpresse hier festhielen ( sh. hier : Bericht Olympische Ruinen - na und ? und Vancouvers Glanz verblasst) .
Nachstehend der angetönte Abriss aus dem Stöhlker Blog:
Nachstehend der angetönte Abriss aus dem Stöhlker Blog:
Es ist die Idee des US-Ruderers Charles Banks, der vorgeschlagen hat, die Schweiz, als Sitz des IOC, auch zum festen Gastgeber künftiger Olympiaden zu machen. Damit liessen sich Milliarden-Ausgaben vermeiden, die zum Bankrott von Städten und Staaten führen können, ganz wie Athen, das sich 2004 mit über USD 14 Mia. verschuldete, Geld, das es heute dringend brauchen könnte. Die Schweiz könnte eine olympische Infrastruktur aufbauen und unterhalten; sie kann auch während der Spiele touristisch und sportlich genutzt werden. Die Winterspiele für die Schweiz, vielleicht sogar die Sommerspiele, dies wäre eine Perspektive, die dem “City State Switzerland” entsprechen würde. Dieses Modell würde unseren Möglichkeiten entsprechen, weshalb ich empfehle, dass Bundesrat und kantonale Regierungen eine Olympia- Sonderkommission bilden, um dieses Zukunftsprogramm mindestens zu prüfen. Vancouver klagt unter den jetzt angefallenen Kosten, Beijing hat bisher wenig von den riesigen Stadien profitiert. Die Sport- und Tourismusnation Schweiz wäre das richtige neue Olympia des beginnenden 21. Jahrhunderts.
Ich wäre dabei meinen Stimme zu geben. Denn so wie derzeit praktiziert, ist es das Privileg weniger, die in den Genuss des “vierjährigen“ Erlebnisses kommen. Ein Milliardenspektakel auf Pump. Wenn schon dann so, oder ähnlich. Es gab schon schlechtere Ideen. Ein kleiner Schritt für ein paar Sportler , aber ein grosser Schritt für die Stabilität der Weltfinanzen. Das wäre eine tolle Goldmedaille - diesmal wirklich für alle Schweizer.
Zum Thema : Vancouvers Glanz verblasst (Video SF Schweiz / Infomagazin.ch)
Zum Thema : Vancouvers Glanz verblasst (Video SF Schweiz / Infomagazin.ch)