Die Integration psychisch behinderter Menschen stand im Zentrum der internationalen Konferenz "Mental Disability and Work: Breaking the Barriers". Die vom Eidgenössischen Departement des Innern organisierte Konferenz fand dieser Tage in Zürich in Anwesenheit von Bundesrat Didier Burkhalter und dem niederländischen Minister für Soziale Angelegenheiten Piet Hein Donner statt.
Rund 350 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, darunter medizinische Fachpersonen, Arbeitgeber und Integrationsfachleute.Die Konferenz verfolgte zwei Ziele: einerseits den Teilnehmenden bestehende Barrieren aufzeigen und die schwierige Situation psychisch Behinderter näherbringen, andererseits gemeinsam über konkrete Lösungen zu diskutieren.
Die in der Schweiz mit der 5. IV-Revision eingeführten Instrumente, die auf die Integration psychisch behinderter Menschen abzielen, werden mit der 6. IV-Revision ergänzt. Mit diesen Integrationsmassnahmen nimmt die Schweiz auf internationaler Ebene eine Vorreiterrolle ein. In der Schweiz hat sich die Zahl der psychisch behinderten Menschen in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht. Die OECD spricht von psychischen Erkrankungen als der grössten neuen Herausforderung für die soziale Sicherheit.
Psychische Erkrankungen treten oft sehr früh auf. Bei den 20- bis 34-Jährigen sind sie in der Schweiz bei weitem der Hauptgrund für die Ausrichtung einer IV-Rente. In den OECD-Ländern ist die Tendenz vergleichbar. Nicht nur auf menschlicher, sondern auch auf finanzieller Ebene hat dies Auswirkungen. Denn die berufliche Integration von IV-Rentnerinnen und IV-Rentnern ist nicht einfach, vor allem bei jungen Menschen ohne Berufserfahrung. Die Wiedereingliederung psychisch Kranker ermöglicht es aber den Betroffenen, ihre beruflichen Fähigkeiten zu verwerten. Die Verantwortlichen der Invalidenversicherung wiederum können ihren Eingliederungsauftrag erfüllen und gleichzeitig zur Sicherung der IV beitragen.
Die verschiedenen Akteure - Versicherte, Ärzteschaft, Eingliederungsfachleute, Arbeitgeber, Entscheidungsträger - müssen auf die Bedeutung der Integration und jeweiligen Bedürfnisse sensibilisiert werden. Die Schweiz führte 2008 mit der 5. IV-Revision Früherkennungs- und Frühinterventionsmassnahmen ein, die mit neuen Integrationsmassnahmen speziell für psychisch Kranke ergänzt wurden. Die Schweiz verfügt somit über eine solide Grundlage, um rasch zu intervenieren und das Invaliditätsrisiko zu mindern. Die 6. IV-Revision setzt die Bestrebungen der 5. IV-Revision fort und stärkt dabei die für psychisch behinderte Menschen vorgesehenen Instrumente.
Die internationale Konferenz bot Gelegenheit zu einem intensiven Austausch. Die Teilnehmenden konnten sich anhand konkreter Fachbeiträge mit dem Thema psychische Behinderung auseinandersetzen und intensiv über Lösungsansätze diskutieren, welche dem Ziel dienen, psychische Behinderung und Arbeit in Einklang zu bringen.
Webseite der Konferenz «Mental Disability and Work: Breaking the Barriers»
Eidgenössisches Departement des Innern
Internet: http://www.edi.admin.ch
