Montag, 15. März 2010

Lange ersehnt, liebgewonnen und doch wieder weg.


Seit Beginn der Computerei sind wir (ich) dabei. Es begann mit einem Atari, dem dann mehrere Modelle des Commodore folgten, bis hin zum Amiga 500. Zurückblickend einen schöne, lehrreiche Zeit. Eine Zeit, wo man noch viel tippen musste, bevor man seine Programme nutzen konnte. Handarbeit war angesagt. (Bild by Apple)

Blass noch die Erinnerung an den Summenzähler usw. der half, die Eingabefehler stundenlanger Tipperei zu finden. Gespeichert wurde noch auf MC-Kassettten – ja dieselben, worauf wir auch unsere Songs speicherten. Bald folgten die 3,5 Zoll Disketten. Amiga stand damals für Spiel und Spass. Noch weit entfernt von Zeiten eines Officepaketes, Internet und E-Mail. Meine damaligen Spieleklassiker – Emirald Mind und Impossible Mission. Spiele, die man monatelang spielen konnte. Level für Level. Der TV-Bildschirm zeigte schon damals wunderbare Grafiken, die man heute nur bei einem Mac findet. Doch statt dem Mac folgte der klassische IBM und in weiterer Folge noch weitere microsoftabhängige Geräte diversester Firmen. Manche gehörten zum Haus, manche wurden nur getestet und einen grosse Anzahl wurde schweizweit gesammelt, repariert und im Rahmen unserer Projektarbeit Team Projekt an Bedürftige gratis abgegeben.

Ein Mac war all die Jahre leider nicht dabei. Er spukte in meinem Kopf herum. Einmal wollte ich auch so einen Mac haben. Umso mehr er ja auch mit Windows lauffähig sein sollte. Für mich als Windowsuser de rersten Stunde eine Vorstellung die mich reizte. Inzwischen war ich durch meine Krankheit immer mehr an die Wohnung gebunden. Und oh wunder - zusammen mit einem grosszügigem Beitrag meiner Kindern und ein paar selbst mühsam gesparter Franken war es dann vor Jahren Weihnachten endlich soweit. Ein I-Mac wurde gekauft und ich begann mich mit der Materie zu befassen. Doch irgendwie schien der Wurm in dem Gerät zu sein. Er brummte im Betrieb wie ein altes Umspannwerk. Eingesandt an Apple Schweiz kam er mit dem Vermerk “Das reklamierte Geräusch sei innerhalb der Toleranz!“ zurück. Sollte das schon das vorzeitige Ende unserer jungen Zusammenarbeit sein?

Nein, so nicht. Nicht mit mir. Nach all den Jahren. Rein auf die Webseite von Apple und einen bitterbösen Brief an einen der ausgewiesenen Topmanager des Aufsichtsrates, worin ich auch meine gesundheitliche Situation beschrieb. Es klappte wider Erwarten. Einige Tage später erhielt ich einen freundlichen Brief. Der von mir ausgewählte Herr sei zwar nicht im operativen Geschäft tätig, aber er würde mein Schreiben an eine kompetente interne Stelle weiterleiten. Dabei dachte ich bei Gott nicht daran, dass diese in Irland sein würde. Tage später bekam ich von ebenort einen Anruf einer freundlichen Dame mit leichter bayrischer Färbung in der Stimme. (Das Gespräch ergab dass es sie aus München nach Irland verschlagen hatte). Zufälle gibt es. Langer Rede - kurzer Weg. Das Gerät wurde ausgetauscht auf ein fabrikneues. So stand meinen ersten Erfahrungen nichts mehr im Wege. Fast. Umsteiger kennen das ja sicher. Es war wie meistens doch etwas schwieriger sich in die Macwelt einzuarbeiten, als ich es mir vorgestellt hatte. Bücher und LernCDs sollten mich unterstützen. Doch mir fehlte die körperliche Fitness mich stundenlang einzuarbeiten. Ja das mit Windows parallel installieren klappte zwar. Doch die Feinheiten des OS blieben mir soweit verborgen, um damit richtig zu umgehen zu können. Umgekehrt war ich so begeistert von der Qualität des Bildes, dem Styl des Gerätes, den vielen Zusatzprogrammen und Möglichkeiten. Warum fand ich nicht früher diesen Weg, in einer Zeit als meinen Gehirnzellen und der Körper noch voll funktionierten. Diese Frage wird wohl auf ewig unbeantwortet bleiben. Beim Surfen im Internet kam er des Öfteren noch zu Ehren. Der Rest klappte aber nie so richtig. Grossteils stand er verhüllt am Schreibtisch, bis ich in dann letztlich wieder in den Originalkarton verräumte, in der Hoffnung auf bessere Tage.

Nun ja, das war`s mit Mac und Apple. All die Hürden bis er endlich bei mir am Tisch stand und nun das ? Zwei Monate vergingen – ich kramte in wieder aus der Verpackung und wir verbrachten gemeinsam einen ganzen Sonntag. Es sollten die Abschiedstunden sein. Schweren Herzens gab ich w.o. Zum verschenken war er mir zu teuer. Zu mühsam der steinige Weg. Verkaufen bei diesen Preisen. Meinen Frau meinte ins Internet stellen. Mir erschien das zu unsicher. Das hat er sich nicht verdient, bei irgendjemand zu landen der mich dann noch um den kargen Lohn bringt. Man hört ja soviel schlimmes. Trau keinem über 12.

Letzlich entschlossen wir uns zu einem Inserat im Flohmarkt bei der Fa. Letec. Es harzte. Wochen vergingen. Zwischendurch schriftliche Anfragen. Aber dann hörte man wieder nichts. Letztes Wochenende klappte es dann doch. Er steht nun im Züricher Unterland und die Familie welche ihm bei uns abgeholt hatte, schrieb Tage später in einer E-Mail : “ Das iMac-Schätzchen wurde geduscht und geföhnt und mit SnowLeopard vermählt. Es bewährt sich und macht meiner Frau Ann bereits nach kurzer Zeit schon sehr viel Freude ! “. Wunderbar – und die Geschichte ist euch zu kitschig und banal. Macht nichts – man gönnt sich ja sonst nichts.