Montag, 22. Februar 2010

Streik ein taugliches MIttel ?

Ein Streik (von engl. strike: Schlag, Streich) ist eine kollektive Arbeitsniederlegung (Verweigerung von in der Regel vertraglich vereinbarten Arbeitsleistungen). Was da in letzter Zeit an Streiks ablief ist nicht nur extrem unkollegial, sondern auch mangels eines breit abgestützten Kollektivs auch eher die egoistische Ausübung einiger Beschäftigungsgruppen, die zwar einerseits starke Gewerkschaften hinter sich wissen oder haben und nur aus einer gesicherten Position heraus streiken können, was vielen Arbeitnehmern nicht möglich ist.

Er kann sehr verschiedenartige Ziele und Adressaten haben. Politische Streiks sollen Parlament und Regierung unter Druck setzten, mit dem Ziel, dass bei deren Entscheidungen die Interessen der Streikenden berücksichtigt werden. Im Rahmen der grundgesetzlich garantierten Tarifautonomie (Artikel 9 Abs. 3) soll ein Streik, der erst nach Ablauf der Friedenspflicht zulässig ist, die Arbeitgeber dazu bewegen, den Forderungen der Gewerkschaft durch Abschluss eines entsprechenden Tarifvertrags nachzukommen. Als „wilde Streiks“ bezeichnet man die von einer Gewerkschaft nicht autorisierten Arbeitsniederlegungen von Belegschaften.

Arbeitgeber können mit Aussperrung und Betriebsstilllegung antworten. Er kann ihn für die Dauer des Streiks ganz stilllegen mit der Folge, dass die beiderseitigen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis suspendiert werden und auch arbeitswillige Arbeitnehmer ihren Lohnanspruch verlieren.

Beim derzeitigen Pilotenstreik empfiehlt das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main den Piloten der Gewerkschaft Cockpit vor, den Streik bei der Lufthansa auszusetzen. Die Arbeitsrichterin hält es für das Beste, dass sich beide Tarifparteien wieder an den Verhandlungstisch setzen. Nun beraten Lufthansa und Gewerkschaft getrennt. In der Schweiz kommt es ja eher weniger zu Streiks in Betrieben.

Ich finde den Streik als solches zwar als traditionelles Instrument der Arbeitnehmer um deren Begehren durchzusetzen. Im Alltag aber eher ein untaugliches Mittel, weil es nur jenen Beschäftigungsgruppen bevorteilt, die gewerkschaftlich vertreten sind. Es nützt also dem einzelnen Arbeitnehmer in einem kleinen Betrieb wenig, wenn er gerne mehr Lohn herausschlagen möchte, aber mangels Rückendeckung alleine auf weiter Flur steht und sogar einen Kündigung riskiert. Hier müssten sie ansetzen Herr Westerwelle.

Der Pilotenstreik zeigt ausserdem, dass einen ohne hin nicht schlecht verdienende Berufsgruppe im Wissen um ihre Macht, Millionen an Schaden für den Arbeitgeber verursachen und dem kleinen Mann von der Strasse nur die Faust im Sack bleibt. Zusätzlich zum wirtschaftlichen Schaden von Drittfirmen und nicht zuletzt des Steuerzahlers. Denn sie kämpfen ja nicht für den Mann der täglich Tonnen an Koffern handeln muss, sondern für ihre eigene Tasche. Hiebei von Solidarität zu sprechen finde ich schlichtweg eine Frechheit. Die Lösung muss von den beteiligten Tarifparteien am Verhandlungstisch gefunden werden. Es ist auch keinen Leistung Stärke zu demonstrieren, wenn man weis das die Gewerkschaft VERDI Gewehr bei Fuss steht.

Streiks folgten im Wesentlichen dem Konjunkturverlauf: In Krisenzeiten ging die Zahl der Streiks zurück, während in Zeiten der Hochkonjunktur die Zahl der Arbeitskämpfe und Streiks zunahm. Also müsste auch das Allgemeinwissen der Piloten so weit gehen zu erkennen, dass sich die Wirtschaft derzeit nicht in einer Hochkonjuktur befindet.

Mann/Frau kann zu diesem Thema natürlich geteilter Meinung sein. Ich jedenfalls finde es als unfair, wenn ein gewachsenes Instrument aller Arbeitnehmer von einigen priviligierten Gruppen missbraucht wird und der Rest der Arbeitnehmer im Regen stehen bleibt. Kommt mir irgendwie von dne Bankern bekannt vor.

Zum Thema : Lupe der Satireblog  / Welt Online: Lufthansa stellt sich auf teuren Streik ein

Nachtrag : Offenbar haben mir da einige Piloten beim Verfassen des Artikels über die Schulter geschaut und laut Medienmeldungen den Streik abgebrochen. Wir werden ja sehen was da noch rauskommt.