Dienstag, 16. Februar 2010

Ohne Gütesiegel bloggen ?!


Jedes Jahr wählt das Magazin anthrazit die 200 besten Websites des Jahres in diversen Rubriken. Die anthrazit Prämierung hat sich im Laufe der Jahre zu einem vielbeachtetem Rating in der Schweiz etabliert . Einerseits bei den Lesern, die mit der Liste eine verlässlichen Kompass fürs Schweizer Web in die Hand kriegen. Und andrerseits für die Sitbetreiber, die als stolze Träger ihres Gütesiegels mit höherer Aufmerksamkeit und Akzeptanz rechnen dürfen.

Das Internet bietet einfach alles. Gibt man bei Suchmaschinen ein Stichwort oder Suchbegriff ein, werden tausende von Webseiten gelistet. Die Qualitätsunterschiede der einzelnen Internetauftritte sind jedoch frappant und lassen Webseiten, die an und für sich ein interessantes Thema zu bieten hätten, durch die Maschen fallen. Oft werden bei diesen die grundlegenden Web-Standards nicht eingehalten. Schade, finden wir. Denn wer seinen gesunden Menschenverstand einsetzt, das eigene Surfverhalten und den entsprechenden Informationsbedarf genauer unter die Lupe nimmt merkt schnell, was eine Webseite beinhalten und wie die Navigation aufgegliedert sein müsste. Wer keine Zeit hat, sich selbst darum zu kümmern, sollte einen Experten zu Rate ziehen oder zumindest Freunde und Bekannte involvieren, die wertvolle Feedbacks geben können. (anthrazit)

Geht es jetzt um die beste Webseite, den besten Blog oder was? Widerspricht sich hier anthrazit nicht selbst. Wenn sich ein Blog, der fast ein Jahr lang aus der Konserve (sprich Wiederholungen) bedient wurde, unter den Preisträgern befindet, meldet sich bei mir der gesunde Menschenverstand. Auch für das Schweizer Blogger-Urgestein Blogging Tom hat es wieder ebenso für eine Auszeichnung gereicht. (Selbstkommentar : Da freut es mich doch umso mehr, dass ich mit meinem, äähm, Retro-Design noch immer Preise abräumen kann. Danke!)

Abgesehen vom Apfelblog der sich der Appeluser annimmt, sehe ich in der Auswahl der restlichen Blogs eher eine unterschiedliche Auffassung der Generationen. Den Tagesanzeiger-Mamablog kann man lesen, muss man aber nicht. Hier würde ich die Auszeichnung eher bei anderen Blogs sehen, die nicht so im Fokus stehen.

Unter den Medien (Webseite) finden wir den Beobachter. Er ist nicht nur ein Ratgeber in Printform, sondern berät und informiert auch im Internet. Abonnenten erhalten zudem online Antworten auf die wichtigsten Rechtsfragen. Der Beobachter spricht ja Leute an, die nicht eben in der Mitteleschicht angesiedelt sind. Vor Jahren haben wir dem Beobachter schon den Vorschlag gemacht, doch für Sozialhilfe- oder Ergänzungsleistungsbezieher einen vorübergehenden Gratiszugang zum Helpangebot zu schaffen. Es wurde zwar der Vorschlag verdankt – geändert hat sich bis heute nichts. Der Kommerz ist offenbar wichtiger. Wir waren über 20 Jahre Abonnenten des Beobachters. Heute können wir uns das nicht mehr leisten. So bekommen wir auch keine Antwort auf unsere Fragen.

Es steht mir aber nicht an, die Entscheidung der Jury und Leser zu kritisieren. Den Experten (Sibylle Buff und Dr. Peter Hogenkamp, Usability (neuerdings usw.); Markus Gabriel und Christian Schwengeler, Innovation; Bruno Habegger und Roger Hausmann, Inhalt und Gestaltung; Dr. Pascal Sieber, Nutzwert) ging es in ihrer Beurteilung lediglich um den Gesamteindruck der Websites. Alles andere wäre vermessen. Schade für jene Blogger, die täglich gute, lesenwerte Artikel abliefern. Solange man nicht zum inneren Kreis gehört, wir es bei Auszeichnungen schwierig. Man müsste hier eher den besten verlinkten Blog der Schweiz ehren, der nebenbei noch die meisten Freunde und Bekannte für seinen Auftritt involvieren konnte. Trotzdem unsere besten Empfehlungen an alle Ausgezeichneten. Danke der Jury, den Lesern, den Freunden, Bekannten, Netzwerkern und -innen, den Eltern für die Geburt der Genies, den Designern und dem Internet, dank dem wir an diesem jährlichen Fest der Prämierung von anthrazit teilnehmen dürfen. Danke. (Textabrisse von anthrazit, blogging tom, Bildquelle : anthrazit )

PS: Die Tatsache, dass wir selbst einen Blog betreiben, ist rein zufällig und steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Beitrag. Wir haben uns auch nie zur Wahl angemeldet, sondern bloggen des Bloggen willens im sozialen Bereich für Menschen im Schatten der Gesellschaft.