Während die economiesuisse und die Versicherungsgesellschaften einen zweistelligen Millionenbetrag in die Abstimmungskampagne vom 7. März investieren, kann die Unia auf den Einsatz ihrer zahlreichen Mitglieder zählen. Sie sind diesen und nächsten Samstag in der ganzen Schweiz auf der Strasse anzutreffen, um die Passantinnen und Passanten von einem Nein zum Rentenklau zu überzeugen. An rund 200 Standaktionen verteilen sie Informationsmaterial zur Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassenrenten und zeigen symbolische Aktionen zum Rentenklau. Dabei werden mehr als 100'000 Rentenklau-Rechner verteilt.
Bereits im letzten Winter waren die Mitglieder der Unia unterwegs und haben unzählige Unterschriften für ein Nein zum Rentenklau gesammelt. Dieses Jahr nun trotzen sie der Winterkälte erneut, um die Menschen in der Schweiz zu überzeugen, dass es richtig und nötig ist, am 7. März gegen die Senkung der Renten in der Zweiten Säule zu stimmen. Mit ihren Argumenten vertreten die Mitglieder der Unia die Interessen der versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dies ganz im Gegensatz zur Kampagne der Befürworter einer Rentensenkung, welche das Land bis zum Überdruss mit unzähligen Kuchenprospekten und den sattsam bekannten, aber nicht verständlichen Kuchenplakaten überziehen. Die 100 Kerzen auf dem Kuchen vermögen nicht zu vertuschen, dass mit der Rentensenkung die Gewinne der Versicherer und nicht die Renten der Versicherten gerettet werden soll. Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind heute, am ersten Aktionstag, auf grosse Zustimmung zur Parole „Nein zum Rentenklau“ gestossen.
Erfolgreicher Rentenrechner
Reissenden Absatz fanden heute Samstag die Rentenklau-Rechner, mit denen die Versicherten selber ausrechnen können, wie viel Geld sie verlieren würden, wenn der Rentensenkung zugestimmt würde.
In Zürich konnten die Passantinnen und Passanten auf symbolische Weise wählen, zwischen einem Nein zum Rentenklau, bei dem sie ihre ganze Rente behalten dürfen und einem JA, bei dem sie den Versicherungsgesellschaften einen Teil ihrer Rente abgeben mussten. In Genf sind einige hundert Personen vor den Hauptsitz der Swisslife gezogen. Ein Redner wies darauf hin, dass das Geld, welches die Versicherungen in die Abstimmungskampagne stecken, in Tat und Wahrheit den Versicherten gehört. Eine Votantin betonte, dass Frauen bereits einmal eine Senkung ihrer Renten und zusätzlich eine Erhöhung des Rentenalters in Kauf nehmen mussten. „Nein, zweimal wollen die Frauen nicht bezahlen!“ rief sie der Versammlung zu.
Am 20. Februar findet ein weiterer Aktionstag der Gewerkschaft Unia statt und an verschiedenen Abendveranstaltungen wird ausführlich über den unnötigen und unfairen Rentenklau diskutiert.
Auskünfte:
Julia Gerber Rüegg
