Sonntag, 17. Januar 2010

Gedanken zum Sonntag


Bild by Infomagazin

Petra Schürmann ist tot. Die ehemalige und einzige deutsche Miss Welt, ist in den Armen von Freunden von dieser Welt gegangen. Von einer Welt, die ihr sehr viele Prüfungen auferlegt hat. Nun, werden unsere Stammleser sagen, wenn Prominente mal dasselbe Schicksal ereilt, wie Menschen die in Armut am Rande der Gesellschaft gelebt haben und ihr Leben beenden mussten, was ist an dem Tod von Fr. Schürmann so aussergewöhnlich ?

In der Sache habt ihr ja recht. Wir sind alle Kinder Gottes oder eines Gottes. Je nach Religion. Heute geht es mir aber nicht um Armut und Reiche, berühmte Mitbürger, vom Leben Begünstigte, sondern um den Menschen selbst. Petra Schürmann kannte alle Höhen und Tiefen der Gefühlswelt. Freude neben Trauer, Trennung und Tod. Sie hat es weniger gestört, dass sie ihre traumhafte Karriere beendet hat, sondern sie zerbrach an dem unerwarteten Tod ihrer Tochter. Selten hört man von so einer intensiven Mutter-Kind-Bindung wie zwischen den beiden. Vielleicht waren es die weniger Sorgen im Alltag, die sie dieses Verhältnis intensiver ausleben lies. Umgekehrt , ist es nicht natürlich, wenn Eltern ihre Kinder lieben. Das wäre ja wohl der Normalzustand innerhalb einer Familie. Haben wir verlernt unsere Kinder zu lieben, zu akzeptieren wie sie sind. Ich glaube der Grossteil der Eltern wird dies bejahen. Kinder werden ohne zu fragen auf die Welt gestellt. Man sagt sie sind ein Geschenk Gottes. Nicht immer gefallen einen Geschenke die man im Leben so erhält. Bei manchen Eltern hat man jedenfalls dieses Gefühl, dass es so ist. Aber wenn wir unsere eigenen Kinder nicht verstehen, ihnen nicht den Freiraum zustehen welche sie zu ihrer Entwicklung brauchen, wie wollen wir uns dann in der Gesellschaft oder weltweit verstehen.

Es wird immer wieder so Ausnahmeverbindungen geben wie die zwischen ihrer Tochter und ihr. Dann der Tod, der innerlich alles lähmt. Der Körper welcher sich verweigert, es nicht akzeptieren möchte. Solange bis er offenbar daran zerbricht und man sich letztendlich in die Hände des Schöpfers begibt. Mich hat die Kraft der Frau begeistert. So wie mich die Kraft bei Menschen generell begeistert, die trotz aller Widrigkeiten versuchen ihr Schicksal zu meistern. Sie hat sich erlaubt, aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Ihr gutes Recht. Aber sind wir alle so stark um in ähnlicher Situation einfach zu sagen, adieu, ich bin dann mal weg. Der Brief ihrer Tochter aus jungen Jahren, welche als Todesanzeige abgedruckt wurde, bringt ihren gewählten Schritt auf den Punkt:

“Mami, Du bist ja nun älter als ich und musst, das ist ja völlig klar, früher sterben. Könnten wir da nicht jetzt schon was verabreden? Dass Du mal aus dem Himmel ein kleines Wunder machst, ein Haar oder eine Wimper oder so was von Dir hinlegst, damit ich weiß, Du bist nah?“

Es ist ein möglicher Weg mit dem Schmerz fertig zu werden – ob es so allerdings richtig ist, mag jeder für sich entscheiden. Wir können es bedauern, müssen aber nicht. Darüber nachdenken ist jedoch erlaubt.